Schweden im Winter mit dem Bulli – Mehr Expedition als Urlaub?!

März 2018 – Winter in Deutschland, mehr Regen als Schnee und wir sehnen uns nach richtig glitzernden Schnee. Lappland wäre da doch genau das richtige…

Das Abenteuer beginnt

Nun waren wir bis dahin noch nie im Winter campen und unser T3 Bulli ist jetzt auch kein Expeditionsmobil.  Aber das Ziel hat sich in unseren Köpfen verankert und ohne fester Route, fahren wir einfach los…

 

Der Plan war: Wir fahren einfach Richtung Norden und sehen wo wir landen. 5 Tage Zeit um den Bus winterfest zu machen. Thermomatten an unser Klappdach und die hinteren Fenster, viele Decken, Kissen und Winterklamotten eingepackt. Im Keller haben wir noch alte, rostige Schneeketten gefunden (zu diesem Zeitpunkt ahnten wir noch nicht, wie wichtig sie für die Reise werden).  Kann losgehen.

Außer bei Skifahrern, ist der Winter bei dem Rest der Menschheit nicht beliebt. So auch bei unseren Freunden, die nicht genug von unserer Albanien-Reise bekommen, jetzt aber sehr verhalten reagieren. Die Überlegung,, ob das nun noch Urlaub oder eher ein Selbstmordkommando, ist durchaus berechtigt 😉

Schweden im Winter

Fährüberfahrt nach Trelleborg

Damit wir noch halbwegs spontan sind, haben wir nichr die Fähre vorab gebucht, sondern wollten erst vor Ort entscheiden, ob wir eine Fähre buchen oder über die Brücken fahren. Da die Fähren im Winter nach Trelleborg so günstig sind, war die Entscheidung ziemlich einfach.

In Rostock angekommen, haben wir eine günstige Fähre nach Trelleborg für 76 € gebucht. Wir können nicht mehr zählen, wie häufig wir im Süden mit Fähren gefahren sind…nach Korsika, nach Sardinien, von Griechenland nach Italien, mehrmals innerhalb Kroatien…die Liste kann noch ewig fortgeführt werden ;).. aber die Fähre nach Skandinavien war bisher die beste. Extra Raucherkabinen, extra Tierkabinen (nicht so enge Gitterboxen wie auf der griechischen Fähre) und wirklich gutes Essen, zu einem annehmbaren Preis.  Im März will auch irgendwie niemand nach Schweden und so gab es ganz viel Platz für uns.

Wie bei den meisten Fähren, gibt es auch hier keine Möglichkeit, während der Fahrt, zu seinem Auto zu gelangen. Wir kamen mit einem Pärchen ins Gespräch, dass unterwegs zu einem Huskyschlittenrennen nach Östersund war. Mit dabei waren auch ihre 5 Huskys. Nachdem sie sich vor der Reise telefonisch bei der Fährgesellschaft versicherten, dazwischen zu ihrem Auto zu gelangen um die Hunde zu versorgen, wurden die Huskys im Wohnwagen gelassen. Es stellte sich aber heraus, dass es eben keine Möglichkeit war. Jeder Hundebesitzer kann wahrscheinlich mitfühlen, wie es den beiden ging. Alles ging aber gut und die Huskys waren wohlauf.

Um 23 Uhr Abends in Trelleborg angekommen. Die Straßen komplett schneefrei. In jedem Fenster ein Licht. Teilweise sind die Häuser noch weihnachtlich beleuchtet. Schweden sieht einfach gemütlich aus.

Die 1. Nacht in Schweden

Vom Fährhafen sind wir Richtung Ystad gefahren und haben auf Google Maps nach einem Plätzchen für die Nacht gesucht. 8 km von Trelleborg entfernt, wollten wir einen Strandparkplatz ansehen und steckten gleich das erste Mal fest. Egal, dann schlafen wir gleich hier….

Die erste Nacht in Schweden war vor allem eins…KALT! Der Wind sucht sich seinen Weg durch jede Ritze im Bulli. Die Heckklappe ist eisig. Aber eingekuschelt im Bus zu liegen, hat auch was besonderes und ein großer Vorteil..es gibt keine Moskitos.

Strand Schweden im Winter
Strandspaziergang bei eisigem Wind

 

Der Tag beginnt, wie er endete. Wir stehen auf schneebedeckten Eisplatten und der eisige Wind pfeift uns um die Ohren. Nach einem Kaffee und einem Spaziergang am schneebedeckten Strand, machten wir uns daran, unseren VW Bus wieder fahrbereit zu bekommen. Buddeln half nichts, da das Eis die weitere Fahrt behinderte. Der Sand vom Strand war aktuell gefroren und von Schnee begraben. Somit half nur Schneeketten anlegen (na danke, schon am ersten Tag in Schweden gebraucht!) und weiter ging es nach Smygehamn.

Smygehuk- Der südlichste Punkt Schwedens

Wer noch nie im Winter am Meer war, sollte dass unbedingt auf seine Bucketlist setzen. Der Wind ist eisig, die Wellen gefroren, der Strand von Schnee bedeckt.

Am südlichsten Punkt Schwedens, im kleinen Hafen von Smygehuk kommen wir Mittags an. Die vielen Fischrestaurants zeugen von einem beliebten Sommerort. Jetzt ist hier alles geschlossen und vereinsamt.

Kennt ihr das Kinderbuch „Nils Holgersson“? Dieser Hafen wird in dem Buch beschrieben und hier steht auch ein Denkmal für die Gans Akka von Kebnekaise aus dem Roman und Film.

 

Smygehuk Schweden Eis
Vereister südlichster Punkt Schweden in Smygehuk

 

Aussichtsplattform in Smygehuk
Aussichtsplattform in Smygehuk

 

Wir fahren weiter in Richtung Norden Schwedens. Genau jetzt fängt es an zu schneien. Auf der E6 Richtung Göteborg geht nichts mehr. Es ist glatt und wir stehen im Stau. Wir kommen Nachmittags in Halmstadt an und müssen einkaufen und zur Bank. Schweden hat schwedische Kronen als Zahlungsmittel und wir wollen für den Notfall etwas Bargeld dabei haben. Eigentlich ist das nicht unbedingt notwendig, denn in Schweden werden auch kleine Beträge mit Karte bezahlt. Aber Gewohnheiten aus Deutschland lassen sich nur schwer ablegen.

Rastplatz Boasjön

Die Nacht verbringen wir auf einem Rastplatz in Småland. In der Nähe von Ljungby am See Boasjön. Die Rastplätze in Schweden sind meist sehr schön an einem See oder Aussichtspunkt gelegen. Die Rastplatz Toiletten werden im Winter wenig benutzt und sind sehr sauber.

Es schneit immer noch und früh morgens werden wir vom Schneepflug geweckt. Aufgrund der Glätte und des Schnees, kommen nicht so recht vorwärts. In Ljungby besuchen wir ein Hallenbad und fahren danach Richtung Stockholm. Ursprünglich war unsere Überlegung, so schnell wie möglich in den Norden zu kommen. Wetterbedingt wollen wir jetzt erst mal abwarten wie es sich entwickelt, bevor wir weiter nördlich fahren.

Vom Boasjön See geht es die knapp 200 km bis nach Hästholmen am Vätternsee. Wir kommen bei Einbruch der Dämmerung an…was jetzt auch nicht so verwunderlich ist, denn jetzt im März, wird es ab 18 Uhr dunkel.

Hästholmen am Vätternsee

In Hästholmen  gibt es einen tollen Stellplatz, direkt am Hafen. Begrüßt wurden wir von unzähligen schnatternden Enten. In der Nebensaison sind auch die offiziellen Stellplätze in Schweden kostenlos. Im März sind hier noch alle Häuser und auch viele Schiffe weihnachtlich beleuchtet. Alles wirkt so einsam und doch gemütlich. In jedem Haus brennt ein Licht. Wir blicken direkt auf den idyllischen Vätternsee und hören den Enten beim schnattern zu.

Stellplatz am Hafen in Hästholmen
Stellplatz am Hafen in Hästholmen

 

Stockholm

Es hat aufgehört zu schneien und nach einem Besuch beim Leuchtturm in Hästholmen, brechen wir auf nach Stockholm.

In Stockholm zahlt man Maut. Diese bekommt ihr einfach zugesendet. Ist also völlig unkompliziert. Wir haben ca 2 Monate später, eine Rechnung von 1,87 € bekommen. Wer noch Infos zur Maut möchte, ist bei Schwedentipps richtig.

Stockholm war bei unserem Besuch eine einzige Baustelle. Die Durchfahrten waren teilweise gesperrt oder umgeleitet. Zeitlich wollten wir keinen ganzen Tag in Stockholm verbringen und außerhalb parken und dann mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hinzufahren, war uns zeitlich zu knapp. Stockholm ist eine schöne Stadt, jedoch sollte man sich hier mindestens einen ganzen Tag Zeit nehmen. Außerhalb Stockholms gibt es einen Campingplatz, der auch im Winter öffnet und man kann die Stadt in Ruhe besuchen.

Wir fuhren außerhalb Stockholms in die Schären und nachdem Michi in seiner Kindheit auf den, zu Finnland gehörenden Åland-Inseln war, fuhren wir zur nahe gelegenen Fähre nach Käppelskär und besuchten Åland 

 

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