Wintercamping VW T3 in Skandinavien – Ausrüstung

Schneeketten

Hinterher ist man immer schlauer..

Unser kältester Tag bzw. Nacht lag bei – 27° und dabei waren wir noch nicht mal in Lappland. Beim campen im Winter gibt es einige Sachen die euch vor dem erfrieren schützen.

Neuere Fahrzeuge haben wahrscheinlich nicht dieselben Probleme, wie unser alter Herr, deshalb bezieht sich das nachfolgende nur auf unsere persönlichen Erfahrungen.

LPG Gastank

Wir sind mit einem VW T3 California unterwegs. Er hat einen LPG Gastank und da war schon das erste Problem, was wir im Vorfeld nicht bedacht hatten. LPG Tankstellen sind im Süden Schwedens in einer hohen Dichte zu finden, im Norden fehlen sie aber komplett. Wenn eure Standheizung und Kühlschrank (außer ihr wollt alles einfrieren, dann reicht es eure Lebensmittel vor die Tür zu legen) über einen LPG Gastank funktioniert, ist es wichtig das zu planen oder eine Möglichkeit zu finden, Gasflaschen zu benutzen. In Norwegen sind LPG Tankstellen massenhaft zu finden. Adapter nicht  vergessen.

Schneeketten

Vor der Abfahrt hatten wir überlegt, ob wir überhaupt Schneeketten brauchen…wir lachen uns jetzt noch kaputt. Schließlich haben wir einen 2WD, also kein Allrad und Skandinavien ist nun mal nicht wie bei uns zu Hause.

Wir hatten noch alte Ketten bei uns in der Garage gefunden und sie wurden dann so wichtig, dass wir ihnen sogar einen Namen gegeben haben. Beim ersten Anlegen, hat es ewig gedauert, da unsere Ketten ohne Anleitung, alt und völlig durcheinander waren. Nach dem soundsovielten anziehen ist das kein Thema mehr.

Unsere eigene Tropfsteinhöhle

Zusätzliche Isolierung

Vor der Reise haben wir unseren Bus komplett mit Thermomatten isoliert. Das hat einiges gebracht. Viele hängen auch einen dicken Vorhang hinter die Fahrerkabine.

Trotzdem hatten wir Nächte in denen wir mit Mützen geschlafen haben.

Wir sind auch nie zur Schiebetür eingestiegen, sondern ausschließlich an der Beifahrerseite. Man sollte alles vermeiden, was zu viel Schnee und Kälte herein bringt.

Wintercamping

Toilette habt ihr dabei? Wir nicht und das ist in Skandinavien problemlos. Öffentliche Toiletten findet ihr wie Sand am Meer. Alle beheizt. Wenn euch also das Gas ausgehen sollte…;)

Ice Eyes

Campingplatz oder wildcampen?

Ihr wollt doch Abenteuer erleben oder warum wollt ihr im Winter nach Skandinavien?! Eben, dann kommt nur wildcampen in Betracht.

In Skandinavien im Sommer kein Thema, aber im Winter wird es schwieriger, denn man sieht nur Schnee. Je nördlicher man kommt, desto höher wird er. Oft kann man nur hoffen, dass darunter etwas festes ist. Picknickplätze sind in Schweden geräumt, in Norwegen war das oft nicht der Fall (wir waren nicht an der Küste, eventuell ist es dort anders). Letztendlich sind wir häufig auf Rastplätzen oder auf Parkplätzen gelandet.

Einmal haben wir einen schönen Platz auf einer Wald Lichtung gefunden, nachts wurden wir vom Besitzer geweckt. Wir standen nämlich in seinem Garten. Die Grundstücke in Schweden sind groß. Nur weil 2 km weit entfernt ein Haus steht, sollte man nicht darauf schließen, dass der Wald niemanden gehört…vor allem wenn teilweise der Schnee geräumt wurde.

Wer aber unbedingt auf einen Campingplatz möchte, sollte sich schon vorab informieren welcher geöffnet hat. Wir waren nur 2 Tage in Malung auf einem Campingplatz. Ganz alleine mit eigener Sauna, nur für uns. 16 € die Nacht war ok. Aufgrund der Schneemassen kann man, außer zu duschen und saunieren nicht viel machen.

Bleibt ihr die gesamte Zeit auf einem CP habt ihr etwas weniger Probleme. Ihr könnt ein Vorzelt aufstellen und habt in der Regel Strom für einen zusätzlichen Heizlüfter. Müsst euch keine Gedanken über gefrorenes Wasser machen und wo ihr duscht. Wenn ich das so schreibe, hört es sich wahnsinnig bequem an..Aber hey…bequem war gestern..ihr wollt doch Elche und Polarlichter und vielleicht auch Rentiere sehen..die findet man am Campingplatz zu selten.

Aussicht

Taschenlampen

Wenn ihr im Winter nach Skandinavien fahrt, ist es dort dunkel. Taschenlampen und die passenden Batterien oder Aufladekabel sind wichtig. Je später ihr im Winter fahrt, desto mehr ähneln die Sonnenauf- und – untergangszeiten den unseren. Wir sind Ende Februar losgefahren und das war für uns ideal. Es ist noch Polarlicht Zeit und tiefster Winter.

Wassertank

Nach 3 Tagen war er eingefroren und ist bis Deutschland nicht mehr aufgetaut. Das positive ist, wenn man kein Wasser hat, hat man auch kein Abwasserproblem 😉

Und sonst so:

Was eigentlich klar ist, aber der Vollständigkeit erwähnt werden sollte: Warme Kleidung!!!

  • Wer eher milde Winter gewohnt ist, sollte sich vorab wirklich gute Kleidung kaufen. Es muss nicht teuer sein, aber warm halten. Macht ihr eine Wanderung, steckt ihr wahrscheinlich bis zu den Knien im Schnee.

Ich habe seit Jahren schon Schneeschuhe von Decathlon. Damals für 19,99 € gekauft, halten sie alles an Kälte und Schnee ab. Ihr seht also, dass es nicht immer teuer sein muss.

  • Viele Socken und ich bin so froh, dass wir Wollsocken dabei hatten. Überhaupt schadet es nicht von allem etwas mehr dabei zu haben.
  • Unterschätzt den Nutzen einer Thermoskanne nicht 😉

Polarlichter – nehmt eine Kamera mit

Polarlichter sind das spektakulärste was wir je gesehen haben. Damit sie auch auf einem Foto eindrucksvoll wirken, ist eine Kamera wichtig. Nur ein Smartphone funktioniert nicht. Ladet euch eine App herunter, damit ihr sehen könnt wo und wie hoch die Chancen sind und dann heißt es…hoffen das es sternklar wird.

Einsame Straßen

Na, Winter in Skandinavien…wäre das was für euch?

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