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Iron Ore Train Abenteuer – 700 km durch die Sahara (1/2)

Auf unserer Reise von Nord- nach Westafrika hatten wir schon viele verrückte Erlebnisse, aber unsere 700 km Fahrt durch die Sahara in einem offenen Waggon, auf einem riesigen Haufen Eisenerz, übertraf alles bisherige.

Wir werden in diesem Beitrag über unsere Fahrt im leeren Waggon von Nouadhibou nach Zouerat und zurück auf dem Waggon voll Eisenerz von Zouerat nach Nouadhibou erzählen. Insgesamt waren es 1400 km durch die Sahara und es dauerte 33,5 Stunden. Für Infos zum Eisenerzzug, zur Iron Ore Packliste, Unterkünfte und alles was sonst noch für dieses Abenteuer geplant werden muss, werden wir einen extra Beitrag schreiben. Den Link wird es nach Veröffentlichung hier geben. Aber hier geht es jetzt erstmal um unsere Hin- und Rückfahrt auf dem Iron Ore Train.

Seid ihr bereit für ein Abenteuer? Dann mal los….

Eisenerzzug – Eine Idee

Vor 5 Jahren hörte Jasmin das erste Mal von einem Zug in Mauretanien. Auf dem Zug sollen Einheimische im offenen Waggon auf der Eisenerzladung sitzen und durch die Sahara fahren. Wie verrückt das ist, würde ich auch gerne machen, dachte sie sich und die Jahre vergingen. Dann kam der Zeitpunkt, als wir auf den Spuren der Rallye Dakar mit unserem VW T3 Syncro nach Westafrika fahren. Ab da war auch der legendäre Iron Ore Train wieder in ihrem Kopf präsent

Was ist der Iron Ore Train

704 km fährt der Iron Ore Train durch die Wüste Sahara. Es ist die einzige Bahnstrecke in Mauretanien und verbindet die Orte Nouadhibou am Atlantik mit dem Wüstenort Zouerat. Bis zu 2,5 km ist der Zug lang und kann 220 Waggons mit sich führen. Er gehört damit zu den längsten Zügen der Welt.

Bis zu 17.000 Tonnen schwer ist der Iron Ore Train wenn er beladen ist. Im Durchschnitt fährt er dann auch nur 50-60 km/h schnell. Von Zouerat bis Nouadhibou ist der Zug im Schnitt 20 Stunden unterwegs.

Was wird transportiert

Hauptsächlich dient der Zug zum Transport von Eisenerz in Form von Hämatit und Magnetit sowie von Wasser. Denn Wasser ist in den Abbaustätten nicht verfügbar. Aber auch Dromedare, Güter, Fahrzeuge und natürlich Menschen gehen auf die Schiene. Für viele ist es das einzige Transportmittel um in die Sahara zu kommen. So reisen Händler, aber auch viele Arbeiter, die Arbeit im Bergbau suchen, mit dem Zug.

Vor einigen Jahren gab es noch keine brauchbare Straßenverbindung zwischen Nouadhibou und der Hauptstadt Nouakchott. Um in die Hauptstadt zu gelangen, mussten die Einheimischen umständlich mit dem Zug nach Choum und von dort mit dem Taxi viele Kilometer zurück legen. Heute gibt es eine asphaltierte Straße, aber um z.B. nach Atar zu gelangen, wird häufig noch immer der Zug genommen.

Wieviel kostet eine Fahrt

Auf oder im Erzwaggon ist die Fahrt kostenlos. Im einzigen Personenwaggon mit Liegemöglichkeiten für 3 Personen pro Abteil (der immer am Ende des Zuges ist), kostet die Fahrt einen niedrigen Geldbetrag. In Mauretanien ist Korruption in Form von „Geschenken“ oder „Geldbeträgen“ leider alltäglich. Deshalb wird hier auch versucht, sein Gehalt mit Touristen aufzubessern. Es kann also sein, dass jemand von euch Geld für die Fahrt im offenen Waggon möchte, obwohl es offiziell kostenlos ist.

Seit letzter Zeit sind vermehrt auch Touristen anzutreffen, die dieses Abenteuer erleben wollen. Hier gibt es nicht nur Overlander wie uns, sondern Bikepacker, Backpacker und auch Reisende, die nur für dieses Erlebnis nach Mauretanien fliegen.

Schon auf unserer Reise Richtung Süden kamen wir durch Mauretanien und wollten wir mit dem Zug fahren. Schnell wurde uns jedoch klar, dass wir für dieses Abenteuer doch noch ein bisschen mehr Planung benötigen und in Mauretanien die Uhren anders ticken. Die bevorstehende Regenzeit in Guinea brachte uns etwas in Stress und so fuhren wir innerhalb einer Woche durch Mauretanien und versprachen uns für die Rückfahrt mehr Zeit in diesem spannenden Land einzuplanen. Nach schönen Wochen im Senegal war es jetzt auf unserer Rückreise soweit, wir sind wieder da . Das Abenteuer startet genau jetzt…

Ausgangspunkt für unsere Zugfahrt – Villa Maguela Nouadhibou

Wir sind bei Victor und Tish in der Villa Maguela. Dort wird auch die nächsten Tage unser Syncro bleiben, während wir mit dem Zug unterwegs sind. Hier in der Villa Maguela, gibt es viele Infos für eure Zugfahrt. Hier werden nicht nur Stellplätze für Overlander angeboten, sondern auch Zimmer vermietet.

Wir bekommen dort nicht nur Skibrillen und Decken geliehen, sondern erfahren auch, dass seit zwei Wochen die Mitfahrt im offenen Waggon für Touristen verboten ist. WHAT??!!! Kann man so viel Pech haben und wirklich zwei Wochen zu spät ankommen?! Nein, also wirklich nicht, da muss was gehen!

Unwetter und andere Probleme…

Am gleichen Tag fuhren wir zum „Bahnhof“ um die Lage zu checken, denn auch bei den Abfahrtszeiten herrschte viel Uneinigkeit vor Ort. Der Zug fährt planmäßig scheinbar ab 13.00 Uhr, kommt aber fast nie vor 16.00 Uhr, kann aber auch erst um 21.00 Uhr losfahren. Das ist schon mal gute Ausgangslange für einen Deutschen, man sagt ja dass es Zuhause auch nicht anders wäre. Auch die Zeit des Haltens ist sehr unterschiedlich. Richtet sich auch danach, wann und wie viel aufgeladen wird und wieviel Wasser auf der Stracke an kleine Siedlungen verteilt wird.

Hier erfuhren wir, dass es tatsächlich seit zwei Wochen Ausländern verboten ist auf dem offenen Waggon mitzufahren, zumindest auf der Strecke von der Küste in die Wüste. Locals dürfen dies nach wie vor, aber da doch einiges passiert und es nicht ungefährlich ist, will man vermeiden dass ein Tourist zu schaden kommt. Die Touristen werden besser in den Personenwagen gesetzt. Klar, würde einem Youtube Influencer was passieren, wäre das Geschrei groß, aber bei Einheimischen interessiert das nicht. Traurig aber wahr, oder bekommt ihr mit, wenn wieder jemand vom Zug in Mauretanien gefallen oder der Zug entgleist ist?

Aber wir sind ja in Mauretanien, einem Land in dem vieles möglich ist, wenn man vielleicht die richtigen Leute kennt 😉

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Fahrt mit dem privaten „Taxi“ zum Bahnhof in Nouadhibou

Fahrzeug Verladung Eisenerzzug

Ursprünglich war unsere Idee, den Syncro zu verladen, aber wir sind den Tag vorher schon bei der Bahn vorbeigefahren und haben nach einigen Umwegen die Auskunft erhalten, dass die Verladung für unser Fahrzeug erst in vier Wochen erfolgen könnte. Solange wollten wir nicht warten und Schmiergeld war uns eine schnellere Verladung dann auch nicht wert (obwohl diesmal niemand nach Bakschisch gefragt hat, was hier schon eher selten ist.

Wer weiß, vielleicht wäre es tatsächlich nicht schneller gegangen. Hätten wir vier Wochen gewartet, würde uns die Verladung 100 € kosten (wir haben einen Franzosen mit Landcruiser getroffen, der 200 € zahlte), aber in Mauretanien sind die Preise eigentlich immer nur Richtwerte und können sich täglich oder nach Wetterlage ändern.

Fahrt von Nouhadibou nach Zouerat im leeren Waggon

Mit unserem Kontakt haben wir alles geklärt um im leeren Waggon mitzufahren, nur spielt das Wetter nicht mit. Der Zug fährt natürlich bei jedem Wetter, aber bei Dauerregen und teils starkem Gewitter siebzehn Stunden im offenen Waggon zu fahren, ist auch für uns zu viel Abenteuer, also sitzen wir es aus und die Tage vergehen. Wir schauen fast stündlich auf unsere Wetter-App. Kurzzeitig besser und schon kommen wieder Gewitterwolken von See. Teilweise so stark, dass wir sogar nachts noch unseren Bus umparken um Schutz suchen.

Eigentlich regnet es hier so gut wie nie und vor allem im April extrem selten. Uns wurde gesagt, dass es vor einem Jahr das letzte Mal drei Tage am Stück regnete. War ja klar, wenn wir kommen muss es eben auch jetzt der Fall sein.

Was ihr bei einer Zugfahrt auf jeden Fall benötigt*

Auf dem offenen Waggon geschmuggelt

Dann war es endlich soweit. Wir warteten auf unseren Einsatz. Abgesprochen war, dass uns unser Kontakt anruft, wenn wir zum Bahnhof kommen sollen und uns jemand auf den Waggon bringt. Dies muss unerkannt und schnell erfolgen, da wir sonst als Ausländer in den Personenwagen müssten. Also warteten wir. Um 16:45 Uhr rief unser Kontakt an, unser Fahrer war bereit und wir mussten uns beeilen um schnell zum Bahnhof zu gelangen.

Eingewickelt in den Tagelmust um uns so wenig wie möglich von den Einheimischen zu unterscheiden, mussten wir außerhalb des Bahnhof parken und wurden dann von einem Kontaktmann in ein einheimisches Taxi gescheucht, dass uns direkt zu einem Waggon fuhr. Dort mussten wir aus dem Taxi springen und schnell die Leiter außen am Waggon hochsteigen um dann hineinzuspringen Nur unsere Menge an gut getarntem Gepäck war auffällig, aber auch das haben Einheimische. Im Waggon waren noch zwei Afrikaner, die in Zouerat Arbeit suchten und unsere Reisegefährten für die nächsten Stunden wurden. Auf diesem gesamten Zug mit 100 Waggons, war Jasmin die einzige Frau.

Unser Kontaktmann richtete nochmal unseren Turban und wir sollten die nächsten 20 Minuten nicht aufstehen, sondern auf dem Boden sitzenbleiben, da noch ein Checkpoint auf dem Weg lag und uns ja niemand sehen durfte. Alles lief sehr heimlich ab und wir kamen uns zeitweise vor, wie in einem James Bond Film. Kurz kam auch der Gedanke ob hier alles für unsere Entführung geplant wurde, aber sonst könnten wir ja jetzt auch nicht den Beitrag schreiben 😉

Stunden im Waggon

Der Zug startete um 17:30 Uhr mit einem unfassbar lauten Knall und einem heftigen Ruck. Es ging also endlich los. Unsere beiden Mitcamper hatten nur eine Decke und einen kleinen Rucksack dabei und versuchten es sich damit bequem zu machen. Noch war es warm und die Decke diente als weiche Unterlage denn man darf nicht vergessen, wir sind in einem leeren offenen Güterwaggon unterwegs.

Der Boden und die etwa 1,60 Meter hohen Wände, alles nur angerosteter Stahl. Da wir von der Villa Maguela ausgestattet wurden, hatten wir nicht nur Decken und Skibrillen, sondern auch zusammenfaltbare Isomatten dabei (so perfekt!), diese gaben wir unseren beiden Mitreisenden und so konnten sie in der Nacht die Decke zum zudecken nutzen und nicht als Unterlage. Sie freuten sich sehr darüber.

In einer Ecke im Waggon war ein kleines Häufchen Sand und es gab ein kleines Ablaufloch im Boden, in der Mitte des Waggon, das war die Toilette.

Iron Ore Train von Nouhadibou nach Zouerat leerer Waggon
Im leeren Waggon von Nouhadibou nach Zouerat

Auch wir richten uns „gemütlich“ auf dem Eisenboden des Waggons ein. Decke ausbreiten, schnell noch etwas trinken, dann sitzen wir da und versuchen zu realisieren was hier gerade passiert während die endlose Weite der Sahara vorbeizieht. Die asphaltierte Straße neben uns biegt irgendwann ab und weicht der Steinwüste mit weichen Sanddünen. Irgendwann in einigen Stunden werden wir an Ben Amira dem zweitgrößten Stein (Monolith) der Erde, vorbeifahren, dann wird es allerdings schon dunkel sein. Immer mal wieder stehen wir auf um über die Bordwand zu blicken, hier und da sieht man auch andere Menschen in den Waggons, teilweise gerade mit dem gemeinsamen Gebet beschäftigt.

Sonnenuntergang am Iron Ore Train

Die Sonne bereitet sich auf ihren Untergang vor und die Wolken leuchten rötlich. Langsam setzt die Dunkelheit ein und auch in den anderen Waggons wird es ruhig und alle versuchen zu schlafen. Bei durchgehenden 88 Dezibel und immer wiederkehrendem donnern der hunderten leeren Waggons gelingt dies nicht so einfach. Aber wir sind ja hier auch nicht im Orientexpress 😉

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Zum Glück haben wir eine Staubschutzmaske dabei (auch von den Locals haben einige Masken), denn nach einiger Zeit wird es ziemlich unangenehm und Staub setzt sich überall auf uns ab. Wir kuscheln uns in unsere Decken und aneinander. Bestmöglich versuchen wir uns gegen Staub und Kälte zu schützen. Trotz Pulli, dicker Jacke und Turban, ist uns richtig kalt. Es hat um die 11° C, aber der Fahrtwind macht es nochmal richtig frostig.

Ist das die Hölle?!

So liegen wir im stockdunklen, nur das klappern und rattern des Zugs ist zu hören, unterbrochen von einem lauten quietschen und ohrenbetäubenden Knall, wenn die Waggons auf Spannung gezogen werden. Außer an Freitagen hält der Zug nur in Choum regulär um ein- oder auszusteigen. Freitags gibt es mehr Stopps, um Wasser an die Siedlungen neben der Strecke zu verteilen. Die meisten der Stopps die wir erleben, sind nur dazu da, um entgegenkommende Züge vorbeizulassen.

Wir versuchen zu schlafen, was Jasmin gut gelingt und Michi weniger gut. Während wir in völliger Dunkelheit, frierend und von Staub bedeckt hier im Getöse auf dem Eisenboden liegen, realisieren wir erst was das jetzt für uns bedeutet. Wir fahren nun wirklich auf dem Eisenerzzug 700 km durch die Sahara.

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Wir auf dem Eisenerzzug

Internet gibt es schon sehr lange nicht mehr und wir wissen, dass es die nächsten paar hundert Kilometer nichts gibt, außer Sand, Steinen und ein paar vereinzelten Nomaden. Egal was uns passieren sollte, wir werden nicht mehr von diesem Waggon herunterkommen bis zum nächsten Halt in Choum (einem kleinen Wüstenort). Telefonnetz gibt es schon ewig nicht mehr und auch keinen „Notknopf“ 😉 Hat man das alles realisiert, versucht man am besten einfach zu schlafen.

Toilette auf dem Iron Ore Train

Wenn man so lange mit dem Zug unterwegs ist, kommt irgendwann auch das Bedürfnis auf Toilette zu gehen. Also wird mit der Taschenlampe ein Weg zwischen den beiden anderen Schlafenden auf die andere Seite des Waggons zur Klo-Ecke gesucht. Da Vollmond war, wollte Jasmin, dass ich eine Decke als Sichtschutz halte, was durch den Wind eher nicht so optimal verlief, also Decke wieder weg. Hat eigentlich jemand von euch schon einmal bei Sturm draußen gepinkelt und versucht während der Fahrt ein Loch mit 15 cm Durchmesser zu treffen?

Wenn nicht, dann probiert es mal aus, genauso ist es im offenen Waggon des Iron Ore Train. Jasmin durfte zwei Tage später auch mal die Toilette des Personenwaggons probieren und bevorzugt nun den offenen Waggon. O-Ton: „Ich war ja schon überall auf dem Klo und da gab es echt harte Geschichten, aber so was schlimmes, hab ich noch nie erlebt.“

Iron Ore Train Fahrt in der Nacht

Zurück im offenen Güterwaggon: Es ist immer noch Nacht und Jasmin schläft friedlich und tief, Michi wacht immer wieder auf um festzustellen, die Nacht geht nicht vorbei. Ab und an leuchtet noch der Schein einer Taschenlampe aus den anderen Waggons, aber außer dem rattern des Zugs, ist sonst alles ruhig.

Sobald der Zug hält, tritt eine eigenartige Stille ein. Von stundenlangen und durchgehenden 88 Dezibel, legt sich die Stille über uns und die anderen Waggons. Es ist auch wirklich komplett ruhig, denn auf einem Zug mit 2,5 km länge, kann der eigentliche Bahnhof sehr weit weg sind. Es ist ein eigenartiges Gefühl, als hätten die die Ohren ihre Empfindlichkeit um die Hälfte heruntergefahren ohne dumpf zu klingen.

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Landcruiser auf dem Iron Ore Train verladen, neben Dromedare

In Choum machen wir zum ersten Mal die Erfahrung eines etwas längeren Halts. Es ist 3 Uhr Nachts, als wir in Choum ankommen. Aus unserem und den umliegenden Waggons, steigt hier niemand aus und ohne Offline Karte, hätten wir noch nicht mal gewusst, wo wir eigentlich sind.

Nachts am Bahnhof in Choum

Nirgends steht ein Schild mit „Bahnhof Choum“ oder sonstigen Hinweisen. Irgendwo aus den anderen Waggons hört man ein flüstern „Choum“, aber sonst ist alles still bis ein Mann unterhalb des Waggon „Choum“ ruft. Irgendwo entfernt leuchten noch ein paar Lichter und ein Auto fährt vorbei (im Nachhinein erfahren wir, dass es ein Taxi auf der Suche nach Kundschaft war). Hier im stockdunklen aus dem Waggon zu klettern (ohne Leiter von innen) und zu versuchen sich im Dunklen zu orientieren, finde ich nicht ohne und ich bin froh, dass wir uns entschieden haben, nicht in Choum sondern bei Tageslicht in Zouerat auszusteigen.

Eine krasse Erfahrung ist das Anfahren des Zuges wenn die Waggons auf Spannung kommen. Eine zischende Welle geht durch den kompletten Eisenerzzug, gefolgt von einem lauten Knall (wie bei Überschall) und der Zug beschleunigt aus dem Stand mit einem heftigen Ruck. Kurz danach setzt die ohrenbetäubende, aber mittlerweile vertraute Lautstärke wieder ein.

Etwas worauf wir uns gefreut haben, war der Sternenhimmel. Wir haben schon einige in der Wüste gesehen die unbeschreiblich waren, da muss es hier doch noch viel krasser sein. Grundsätzlich ist es auch so, allerdings haben wir wenige davon gesehen, denn der Staub ist einfach zu viel und am Boden liegend versperren die hohen Bordwände die Sicht. Ohne Skibrille oder sonstigem Schutz gerät der komplette Sand in die Augen. Der Schmutz in den Augen summiert sich sehr stark, also eher wenig Romantik. Wir sind gespannt auf unsere Rückfahrt, auf einem Haufen Eisenerz.

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Nach der Nacht sah es hier so aus

Endlich ist die Nacht vorbei…

Der Tag bricht an. Allmählich wird es hell und langsam verändert sich die Umgebung. Von den Sanddünen geht es über zu braunem Gebirge. Man kommt in die Abbauregion des Eisenerzes. In F’dérik ist der nächste Stopp. Der Zug hält. Irgendwann geht es von Waggon zu Waggon, wie bei einer Flüsterpost auf arabisch, dass der Zug nicht weiter fahren wird und für heute hier endet. Unsere sympathischen Waggongenossen, erklären es uns. Warum? keine Ahnung!

Alle packen zusammen, Mohammed fragt noch ob wir Hilfe brauchen, aber alles ist gut und auch ohne Innenleiter kommen wir aus dem Waggon. Hier endet unsere gemeinsame Fahrt mit dem Iron Ore Train. Wir verabschieden uns von einander, dann verlieren sich unsere Wege…

Unser Reel auf Instagram zu unserer Zugfahrt von Zouerat nach Nouhadibou, gibt es hier:

Zu siebt im Taxi nach Zouerat

Ein altes Renault-Taxi wartet am Rand der Gleise und fragt ob wir mitfahren möchten. Im Auto sitzen schon drei andere plus Fahrer. Unser Gepäck kommt in den Kofferraum und wir stopfen uns mit auf die Rückbank. Kurz vor Abfahrt will noch jemand mit und quetscht sich zum Beifahrer dazu. Drei vorne, vier hinten. So machen wir uns zu siebt auf den Weg nach Zouerat. Der Taxifahrer ist fair (was man in Mauretanien von Taxifahrern oft nicht behaupten kann) und verlangt einen guten Preis für die Fahrt im Sammeltaxi.

Wir kommen sehr müde, aber auch total aufgedreht in Zouerat am Taxibahnhof an. Was waren das denn für verrückte 13 Stunden. Realisieren können wir es noch nicht so richtig. Jasmin würde sofort nochmal, ich, Michi, zunächst eher nicht. Wir sind beide der Meinung die Hölle und den Himmel auf Erden gleichzeitig erlebt zu haben. Wo kann man schon so etwas erleben. Obwohl ja das eigentliche Abenteuer erst noch kommt.

Die Kälte der Nacht weicht der aufkommenden Hitze. Hier haben wir noch nie angenehme Temperaturen erlebt, entweder es ist kalt oder richtig heiß. Zouerat ist ein übersichtlicher Ort, in dem es ziemlich alles gibt was man braucht. Bäcker, Minimarkt, Bank etc. Ansonsten wohnen hier vor allem Leute die in den Eisenerzminen arbeiten oder dort Arbeit suchen.

Teil 2 – Die Fahrt zurück auf dem Waggon voll Eisenerz, findet ihr in der nächsten Woche hier!!

Während wir diesen Beitrag schreiben, sitzen wir gerade in Marokko ( mit einem kleinen einsamen Welpen an Bord)…es wird einfach nie langweilig…Wenn ihr gerne im Handgepäck bei uns mitfahren möchtet, folgt uns doch einfach auf Instagram und/oder Facebook Dann verpasst ihr auch keine neuen Beiträge.

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Alle bisherigen Beiträge über unsere Afrika-Reise findet ihr hier–> AFRIKA OVERLANDING

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kunstwut

Hello ihr Reisenden, Individualisten, Bulli-Fahrer, Camper...wir sind Jasmin und Michi, seit 2006 zusammen und genau so lange reisen wir schon in unserem Eisbär, einem VW T3. Wenn wir nicht gerade unterwegs sind, rettet Michi Menschen und schraubt am restlichen Bulli-Fuhrpark und Jasmin werkelt, malt und schmiedet neue Reisepläne. Treffen könnt ihr uns bei den Polarlichtern in Lappland, in der Wüste oder unter der Erde Sloweniens, immer genau da wo es Abenteuer gibt. Unser T3 hat mit seinen knapp 500.000 km schon einiges erlebt und über diese Erlebnisse erzählen wir euch auf unserem Blog. Außerdem erhaltet ihr hier viele Reisetipps und Themen rund um den VW T3 kommen natürlich auch nicht zu kurz.

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