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Rochen am Cap Corse

Quallen-Alarm am Strand: Erste Hilfe-Tipps nach einem Stich

Aktualisiert 2026

Quallen, Seeigel & Co. – Im Meer zu schwimmen oder zu schnorcheln ist wunderschön und für viele der Inbegriff von Urlaub. Nur ist das Meer, eben kein Schwimmbad, sondern der Lebensraum von unzähligen Bewohnern. Diese sind schön anzusehen und überwiegend harmlos. Selten kann es aber vorkommen, dass man mit einem, etwas unangenehmeren Meerestier in Kontakt kommt und es dann schmerzhaft werden kann.

Stachelige und brennende Lebewesen im Meer

Ich bin kein großer Freund von Panikmache. Gerade bei Reisethemen werden einzelne Vorfälle im Internet schnell zu einem scheinbar riesigen Problem. Trotzdem sollte man wissen, was im Ernstfall zu tun ist – denn wenn es plötzlich brennt, sticht oder höllisch wehtut, ist man froh, wenn man nicht erst anfangen muss zu googeln. Da es uns auch so ging, weiß ich wie das ist.

Unser Bericht über Michis Quallen-Begegnung auf Korsika wurde jedenfalls so häufig gelesen, dass eigentlich nur zwei Möglichkeiten bleiben:

  1. Möglichkeit 1: Der Bericht ist einfach wahnsinnig toll geschrieben und ihr könnt nicht genug davon bekommen. 😉
  2. Möglichkeit 2: Ihr wollt wissen, ob ihr auf Korsika, Sardinien oder irgendwo anders im Mittelmeer überhaupt noch unbeschwert ins Wasser gehen könnt und was ihr bei einer schmerzhaften Berührung mit Quallen tun müsst.

Es ist wohl eher Möglichkeit 2. 😉 Aber ich kann euch beruhigen: In all den Jahren und bei unzähligen Aufenthalten am Mittelmeer und in anderen Meeren hatte unsere vierköpfige Familie nur wenige unangenehme Begegnungen mit Meerestieren.

Meistens hat Michi diese Kontakte. Wir haben inzwischen einige ziemlich übereilte Aufbrüche vom Strand hinter uns. Seeigelstachel im Fuß, Qualle am Bauch oder im Gesicht – und plötzlich ist die entspannte Strandzeit vorbei.

Keine Panik: Was tun bei Quallen, Seeigeln & Co.?

Dann heißt es: raus aus dem Wasser und möglichst schnell herausfinden, was jetzt eigentlich richtig ist.

Genau da liegt nämlich das Problem. Wer nach Erster Hilfe bei Quallen, Seeigeln oder Petermännchen sucht, findet im Internet unzählige Tipps. Und die widersprechen sich teilweise gewaltig. Was früher als bewährtes Hausmittel galt, wird heute teilweise nicht mehr empfohlen. Es gibt immer wieder neue Studien und Leitlinen zu Quallenarten, deshalb sollte man bei einem Stich oder einer Verletzung durch ein Meerestier nicht einfach irgendeinen Tipp aus dem Internet ausprobieren.

Bei Quallen gilt beispielsweise: Nicht mit Süßwasser abspülen und die betroffene Stelle nicht reiben. Je nach Situation können noch an der Haut haftende Tentakel beziehungsweise Nesselkapseln weitere Giftstoffe freisetzen. Offizielle Erste-Hilfe-Empfehlungen raten unter anderem dazu, bei in Europa vorkommenden Quallenarten, die betroffene Stelle mit Meerwasser abzuspülen und verbliebene Tentakel vorsichtig zu entfernen, auf keinen Fall reiben. Auch heißes beziehungsweise sehr warmes Wasser kann bei vielen Stichen die Schmerzen lindern.

Und auch der berühmte Tipp mit dem Urin gehört ins Reich der Mythen: Davon wird abgeraten. Ebenso sollte man die betroffene Stelle nicht einfach mit Eis oder einem Kühlpack behandeln, sondern mit Hitze.

Bei einem Seeigel sieht die Situation wiederum anders aus. Hier geht es nicht um ein Nesselgift, sondern um die Verletzung durch die zerbrechlichen Stacheln. Auch beim Petermännchen muss anders vorgegangen werden, da der Fisch über Giftstacheln verfügt.

Angst vor dem Meer möchte ich euch ganz sicher nicht machen. Aber ein bisschen Wissen kann im richtigen Moment sehr wichtig sein. In diesem Artikel schauen wir uns deshalb genauer an, was bei Quallen, Seeigeln und Petermännchen tatsächlich hilft, welche alten Hausmittel ihr besser vergessen solltet und wann ein Arztbesuch notwendig ist.

Letzter Stand der Aktualisierung (8/2026)

Quallen

Quallen sind eigentlich faszinierende und wunderschöne Lebewesen. Es gibt sie in winzig klein – gerade einmal einen halben Millimeter – bis hin zu beeindruckenden Exemplaren von rund zwei Metern Größe. Manche Arten leuchten sogar im Dunkeln und wenn eine Qualle einmal einen ihrer Arme verliert, kann dieser einfach wieder nachwachsen. Ziemlich praktisch, wie ich finde!

Und auch wenn Quallen oft einen schlechten Ruf haben: Bei vielen Arten ist der Kontakt mit Menschen völlig harmlos. Weltweit gibt es unzählige verschiedene Arten und noch immer werden neue entdeckt. Quallen bevölkern die Meere bereits seit rund 670 Millionen Jahren – sie waren also lange vor den Dinosauriern da. Und das ganz ohne Hirn und Herz. Irgendwie scheint dieses Lebensmodell erstaunlich gut zu funktionieren.

Lange standen Quallen nicht gerade im Mittelpunkt der Forschung. Das änderte sich vor allem in den vergangenen 20 Jahren, als sich in vielen Regionen immer größere Quallenschwärme ausbreiteten und teilweise ganze Küstenabschnitte bevölkerten. Auch für die Fischerei können Massenvermehrungen zum Problem werden, denn dichte Quallenschwärme können Fischen Nahrung wegnehmen, Netze beeinträchtigen und unter bestimmten Bedingungen sogar zum Tod von Fischen beitragen.

Doch die Forschung an Quallen ist gar nicht so einfach. Die Tiere sind äußerst empfindlich und reagieren auf Veränderungen ihrer Umgebung schnell – bei Untersuchungen können sie deshalb leicht verletzt werden oder sterben.

Quallenstich, Quallenbiss oder Berührung mit Nesselkapseln – Was ist korrekt

Übrigens: Eine Qualle ist kein Hund. Sie kann nicht beißen, auch wenn wir umgangssprachlich ständig von einem „Quallenbiss“ sprechen. Eigentlich ist es ein Quallenstich oder ganz korrekt: Eine Berührung mit Nesselkapseln die Gift abgeben.

Feuerqualle Spanien Mittelmeer Qualle Korsika
So schön sieht eine Feuerqualle aus – Auf Mallorca

Ursachen der Vermehrung von Quallen

Forscher sind sich einig! Wir Menschen sind nicht unschuldig an dem vermehrten Auftreten von Quallen.

  • Überfischung: Das Mittelmeer gilt als 62% überfischt, somit haben Quallen weniger Feinde und können sich viel einfacher vermehren. Da es weniger Fische gibt, haben Quallen auch viel mehr Nahrung für sich übrig.
  • Umweltverschmutzung: Die Meeresschildkröte ist ein natürlicher Feind von Quallen. Leider werden Meeresschildkröten immer weniger, was vor allem an der hohen Verschmutzung von Plastik liegt. Schildkröten können nicht unterscheiden ob dieses im Wasser treibende etwas, nun eine Qualle oder ein Plastikstreifen ist. Durch das aufgenommene Plastik, sterben sie qualvoll.
  • Umweltverschmutzung die 2.: Quallen benötigen viel weniger Sauerstoff, als Fische. Ist das Meer nun verschmutzt durch Algen und Dreck kommen sie damit viel besser zurecht.
  • Klimawandel: Es wurde herausgefunden, dass viele Quallenarten bei wärmeren Temperaturen schneller wachsen und sich manche Arten mehr verbreiten. In den letzten 20 Jahren haben sich Quallen verzehnfacht!

Welche Quallen in Europa und wo am meisten vorkommend

in Europa gibt es eine ganze Reihe verschiedener Quallenarten. Nicht jede Art kommt überall vor, und die Häufigkeit kann sich je nach Jahreszeit, Wassertemperatur, Strömung und Nahrungsangebot stark verändern.

Quallenarten im Mittelmeer

Für Urlauber an Korsika, Sardinien, Italien, Kroatien, Griechenland oder Spanien sind vor allem einige Mittelmeerarten interessant:

Die Spiegeleiqualle (Cotylorhiza tuberculata) sieht spektakulär aus, ist für Menschen meist harmlos. Ihr gelblich-brauner Schirm erinnert tatsächlich an ein Spiegelei. Sie ist besonders im Sommer und Herbst im Mittelmeer anzutreffen.

Leuchtqualle (Pelagia noctiluca) meist auch als Feuerqualle eingeordnet, gehört zu den Arten, vor denen man sich in Acht nehmen sollte. Sie kann auch nachts fluoreszieren und besitzt Nesselkapseln, die einen schmerzhaften brennenden Ausschlag verursachen können. Sie kommt im gesamten Mittelmeer vor und kann bei bestimmten Bedingungen in großen Ansammlungen auftreten.

Auch die Rhizostoma pulmo, häufig als Lungenqualle bezeichnet, kann im Mittelmeer große Exemplare bilden. Ihre Tentakel sind relativ kurz und die Berührung führt normalerweise nur zu einer milden Reaktion.

Und im Atlantik – Frankreich, Spanien, Portugal

Die Portugiesische Galeere (Physalia physalis) ist keine echte Qualle, sondern eine sogenannte Siphonophore, also eine Kolonie spezialisierter Einzelorganismen. Sie kommt vor allem im Atlantik vor.

Ihre Tentakel können viele Meter lang werden und enthalten zahlreiche Nesselkapseln. Eine Berührung kann sehr starke Schmerzen und ausgeprägte Hautreaktionen verursachen. Angespülte Exemplare sollte man deshalb ebenfalls nicht anfassen.

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2026 waren viele Portugiesische Galeeren

2026 wurden erstaunlich viele Portugiesische Galeeren in Europa (im Atlantik) gesichtet. Vor allem an den Atlantikküsten Spaniens und Frankreichs wurden sie angeschwemmt. Allein in Frankreich wurden innerhalb kurzer Zeit 1100 Fälle von Quallennesseln gemeldet. Strände mussten zeitweise geschlossen werden.

Bei der Portugiesischen Galeere ist eine Berührung sehr schmerzhaft, aber selten tödlich. Bei Kindern, Allergikern, vorerkrankten Personen kann dies allerdings anders aussehen. Es ist sehr wichtig, dass nach dem Nesselkontakt sofort richtig geagiert wird, um nichts zu verschlimmern.

Nach der aktuellen Leitline des Australian and New Zealand Committee on Resuscitation (ANZCOR) wird folgendes empfohlen: Bei einem Stich durch eine Physalia – also Portugiesische Galeere – die Stelle mit Meerwasser abspülen und anschließend sichtbare Tentakel vorsichtig entfernen. Essig kann bei dieser Art evtl. weitere Nesselkapseln zur Giftabgabe anregen.

Quallen in Ost- und Nordsee

Die Ostsee ist deutlich salzärmer als die Nordsee. Das hat großen Einfluss darauf, welche Quallen dort gut leben können. Besonders im östlichen Teil der Ostsee nimmt der Salzgehalt stark ab. Deshalb findet man dort weniger Arten als in der Nordsee und im Atlantik.

Einige Quallenarten die in der Nordsee anzutreffen sind. Wind, Strömungen, Wassertemperatur und Nahrungsangebot können dazu führen, dass an einem Strand plötzlich sehr viele Quallen liegen, während wenige Kilometer weiter kaum welche zu sehen sind.

Die Hauptsaison der Quallen an Ost- und Nordsee sind die Sommermonate

Quallen in der Nordsee

Ohrenqualle (Aurelia aurita) – sehr häufig, durchsichtig mit den typischen vier ringförmigen Geschlechtsorganen. Für Menschen meist weitgehend harmlos. Kompassqualle (Chrysaora hysoscella) – erkennbar an den braunen, V-förmigen Streifen auf dem Schirm. Ihre Tentakel können deutlich brennen und Hautreizungen verursachen. Gelbe Haarqualle (Cyanea capillata) (umgangssprachlich auch Feuerqualle genannt)– kann in der Nordsee vorkommen. Die Berührung kann schmerzhaft sein. Blaue Nesselqualle (Cyanea lamarckii) – ebenfalls in der Nordsee anzutreffen und kann bei Kontakt brennende Hautreaktionen verursachen. Eine Leuchtqualle (Pelagia noctiluca) ist meist im Mittelmeer zu Hause und ist an der Nordsee eher die Ausnahme.

Quallen an der Ostsee

Sehr häufig ist die Ohrenqualle (Aurelia aurita) an der Ostsee– durchsichtig mit den typischen vier ringförmigen Geschlechtsorganen. Für Menschen meist weitgehend harmlos. Außerdem findet sich die Gelbe Haarqualle (Cyanea capillata) (umgangssprachlich auch Feuerqualle genannt). Die Berührung kann schmerzhaft sein. Meerwalnuss (Mnemiopsis leidyi) eine kleine, ei- und rippenförmige Rippenqualle, die oft im Dunkeln leuchtet. Harmlos und giftfrei.

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Was tun, wenn eine Qualle zu nahe kam

Wenn dann doch eine Qualle Körperkontakt sucht, sollte man einfach wissen, wie man danach richtig reagiert.

Nun findet man im Internet wahnsinnig viele Tipps und Vorgehensweisen. Die Forschung bleibt nicht stehen und es gibt immer wieder neuer Erkentnisse. Wir versuchen auch diesen Beitrag so aktuell wie möglich zu halten und an den Gegebenheiten anzupassen.

Forschung von Behandlungsmethoden an hochgiftigen Quallen

Christie Wilcox von der  hawaiianischen Universität, hat Quallen und ihre Auswirkungen jahrelang erforscht und mit ihrem Team die Behandlungsmethoden, die im Internet kursieren, getestet. Hierbei wurden 2 verschiedene Würfelquallen untersucht und unterschiedliche Methoden, wie mit Essig oder Meerwasser abspülen, mit einer Kreditkarte abkratzen oder einfach abzupfen, angewendet. Auch wurde untersucht, ob der Schaden des Stiches mit Heiß- oder Kältepacks verringert wird.

Das Ergebnis ist eindeutig: Es wurde festgestellt, dass bei hochgiftigen Quallen die häufigsten, empfohlenen Maßnahmen, die Schwere des Stichs sogar erhöhen. z.B. wenn man mit Süßwasser spült, die Tentakel abreibt oder Kältepacks/Eis auf den Stich legt.

Mittlerweile sind in den letzten Jahren verschiedene Studien dazugekommen. z.B. 2025 über die Behandlung von Quallenstich der Portugiesischen Galeere.

Was muss ich tun um nichts zu verschlimmern

Nach einem Quallenstich (mit einer in Europa vorkommenden Qualle) ist folgende Anwendung aktuell am besten:

Im Mittelmeer kommen hochgiftige Quallen zum Glück zum jetzigen Zeitpunkt nicht vor, obwohl einige giftige Exemplare auch bei gesunden Erwachsene starke Schmerzen, Allergien etc. hervorrufen kann. Nach den aktuellen Studien sollte folgendes nach einer Berührung mit Nesseln gemacht werden:

Bei dem ersten Stich wird weniger als 1% des Gifts in die Haut injiziert, je mehr man die noch vorhandenen Tentakel auf der Haut bewegt, können die Kapseln aufplatzen. Deshalb nicht reiben! Die betroffene Stelle spült ihr mit Meerwasser ab und nehmt am besten mit einer Pinzette die restlichen Tentakel ab. Wichtig ist, nicht zu reiben oder stark abschaben. Nach der Nesselberührung soll man Hitze auf den Stich geben (heißes Wasser, Wärmepacks…Achtung vor Verbrennung).

Sind die betroffenen Stellen großflächig geschädigt, gibt es Kreislaufprobleme, Erbrechen oder andere allergische Reaktionen, dann muss unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden!

 
Spiegelei Qualle Kroatien
Spiegel Qualle für Menschen ungefährlich, da nur sehr schwach nesselnd – In Kroaten aufgenommen
  1. Auf keinen Fall mit Süßwasser, Urin oder Alkohol abspülen. Auch Rasierschaum oder Backpulver zum Abschaben solltet ihr nicht verwenden.
  2. Studien haben festgestellt, dass bei bestimmten Quallenarten z.B. bei der Mittelmeer-Seewespe (C. marsupialis nicht häufig vorkommend) Essig dabei hilft, die Nesselkapseln nicht zu aktivieren. Es wurde aber auch festgestellt, dass Essig bei anderen Quallenarten wie bei der verbreiteten Leuchtqualle (P. noctiluca) genau das Gegenteil bewirkt. Es wird deshalb empfohlen Meerwasser zum Abspülen zu verwenden, auch aufgrund seiner kostenlosen Verfügbarkeit in Küstenregionen. (Quellenangaben unten im Beitrag)
  3. Bei einem Quallenstich wird nur eine kleine Prozentzahl der Tentakelkapseln entladen, ihr habt also noch eine explosive Mischung auf eurer Haut. Deshalb nicht die Haut an der betroffenen Stelle reiben oder kräftig abschaben! Wenn ihr restliche Tentakel auf der Haut entfernt, dann am besten mit einer Pinzette. Es geht auch mit einer Kreditkarte vorsichtig darüber zu schaben. Wenn ihr eure Hand dazu nehmen müsst, dann Handschuhe tragen.
  4. Die Stichstellen mit heißem Wasser oder Wärmepackungen behandeln. Oft sind Meeresgifte hitzeempfindlich, daher ist Hitze besser bei einem Quallenstich. Dies funktioniert nur bei einer gewissen Hitze. Vorsicht vor Verbrennungen!
Qualle Korsika
Quallenstich Feuerqualle auf Korsika am Bauch

Was ist ein effektiver Quallenschutz im Meer!

Wenn du beim Schwimmen oder Schnorcheln möglichst gut vor Quallen geschützt sein möchtest, gibt es ein paar Dinge, die sinnvoll sind:

Am besten schützt ein Neoprenanzug – also möglichst viel Haut bedecken

Ein Lycra-/Rashguard oder Neoprenanzug schützt einen großen Teil der Haut vor dem direkten Kontakt mit Tentakeln. Besonders beim Schnorcheln ist ein dünner Neoprenanzug deshalb eine gute Möglichkeit. Es genügt auch ein 1 mm Neopren. Kostenpunkt für einen einfachen Ganzkörperanzug um die 60€

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In Australien und Ländern die mit teilweise auch tödlichen Quallen zu tun haben, ist ein Neopren- bzw. ein Stinger Suit (Quallenanzug) absolut normal beim schnorcheln und schwimmen.

Quallenanzug / Stinger Suit

In Regionen mit vielen und tödlichen Quallen – etwa Australien oder Teilen Asiens – werden spezielle Stinger Suits getragen. Sie bedecken fast den gesamten Körper und sind speziell dafür gedacht, den Kontakt mit Nesseltieren zu reduzieren.

Sie sind ganz dünn aus Lycra und bedecken nicht nur den Körper, sondern auch Kopf und Füße. Stingersuits.eu mit Sitz in Australien ist der bekannteste Anbieter.

Badeschuhe – Schutz vor Seeigel, Petermännchen und Nesseln

Badeschuhe mit festen Sohlen schützen hauptsächlich vor Seeigeln, Petermännchen und scharfkantigen Steinen.

Sonnencreme gegen Quallen?

Es gibt auch eine sogenannte Quallen-Schutzcreme*. Sie wird als Barriere gegen Nesselzellen vermarktet. Sie hat einen Lichtschutzfaktor von SPF50 und soll meeresfreundlich sein. Die Schutzwirkung ist allerdings nicht mit einem Kleidungsstück vergleichbar und sollte auf keinen Fall als alleiniger Schutz angesehen werden. Wer möchte kann sie als meeresfreundliche Sonnencreme verwenden, aber ob sie zuverlässig Quallen abhält – keine Ahnung!

Manche nehmen die Creme als zusätzlichen Schutz. Ein Neopren oder Lycraanzug ist bewiesen wirksam.

Wann solltest du nicht ins Meer

Wenn bereits Quallen im Wasser treiben, würde ich nicht hineingehen, außer es ist zu 100% sicher, dass es sich um harmlose Quallen handelt. Tentakel können teilweise sehr lang sein und sind nicht immer gut sichtbar. Außerdem können auch abgerissene Tentakel noch Nesselkapseln enthalten.

Quallen Forschung – Gesund und kalorienarm

Für die meisten von uns klingt die Vorstellung, eine Qualle auf dem Teller zu haben, vermutlich erst einmal ziemlich gewöhnungsbedürftig. In Ostasien sieht das ganz anders aus: Dort gelten bestimmte Quallenarten schon seit Jahrhunderten als Delikatesse und werden auf ganz unterschiedliche Weise zubereitet. Und tatsächlich haben Quallen einiges zu bieten: Sie sind kalorienarm und eiweißreich.

Auch in Europa beschäftigt sich die Forschung inzwischen zunehmend mit der Frage, ob Quallen künftig eine Rolle als nachhaltige Nahrungsquelle spielen könnten – und vor allem, welche Arten sich dafür eignen und wie man sie schmackhaft zubereitet.

Und als wäre das alles noch nicht spannend genug, gibt es Hinweise darauf, dass Quallenschleim Mikroplastik binden kann. Ob daraus irgendwann tatsächlich eine sinnvolle Anwendung für den Umweltschutz entsteht, muss die Forschung allerdings noch zeigen. Wir dürfen also gespannt sein, welche Überraschungen Quallen in den nächsten Jahren noch bereithalten – und wie nützlich diese faszinierenden Tiere tatsächlich für uns sein könnten.

Wie weit ist die Quallenforschung 2026

Was gibt es aktuell Neues aus der Quallenforschung

Neue Arten entdeckt: Bei einer Expedition vor Brasilien wurden mit Unterwasserrobotern im August 2026 insgesamt 31 unbekannte Quallenarten entdeckt. Die Tiere leben in der sogenannten Mesopelagialzone, also in der riesigen Wasserschicht zwischen Oberfläche und Tiefsee.

Ein großes Forschungsthema ist weiterhin die Frage, warum Quallenblüten in manchen Regionen zunehmen. Eine 2026 veröffentlichte Studie liefert dazu interessante neue Erkenntnisse: Erhöht sich die Wassertemperatur, kann das offenbar die Entwicklung der Polypen der Ohrenqualle (Aurelia coerulea) begünstigen. Bei einer experimentellen Erwärmung um 3 °C bedeckten die Polypen am Ende des Versuchs rund 79,7 % der untersuchten Fläche – bei normalen Wassertemperaturen waren es dagegen nur etwa 53,3 %. Gleichzeitig veränderte sich auch die Lebensgemeinschaft am Meeresboden. Warum das so spannend ist? Weil die Qualle, die wir im Wasser sehen, nur eine Phase ihres Lebens durchläuft. Am Meeresboden sitzen zunächst winzige Polypen, die lange Zeit völlig unscheinbar bleiben können. Entwickeln sie sich bei wärmeren Temperaturen besser, könnte das später auch Auswirkungen darauf haben, wie viele Quallen in unseren Meeren auftauchen.

Nervensystem nach Verletzungen: Forschende haben 2026 mithilfe von Einzelzellanalysen genauer untersucht, wie Quallen ihr Nervensystem nach Verletzungen wieder aufbauen können. Dabei konnten sie verschiedene Zelltypen und biologische Prozesse identifizieren, die an der Regeneration beteiligt sind. Für die Medizin könnte das irgendwann durchaus interessant werden. Die Tiere könnten dabei helfen, besser zu verstehen, wie Nervensysteme ursprünglich entstanden sind und welche Mechanismen bei der Reparatur von Nervenzellen eine Rolle spielen.

Eine der wohl erstaunlichsten Erkenntnisse: Quallen können tatsächlich schlafen – obwohl sie überhaupt kein Gehirn besitzen. Eine 2026 veröffentlichte Studie hat bei Quallen und Seeanemonen schlafähnliche Zustände beobachtet, die in einigen wichtigen Punkten sogar mit dem Schlaf von Menschen vergleichbar sind.Das ist für die Forschung besonders spannend, denn es könnte darauf hindeuten, dass Schlaf viel älter ist als bisher angenommen und bereits sehr früh in der Evolution entstanden ist.

Seeigel 

Seeigel sitzen meist fest auf Felsen oder anderen steinigen Untergründen und sind bei klarem Wasser oft schon beim Schnorcheln gut zu erkennen. Die meisten Arten, die man im Mittelmeer antrifft, können mit ihren Stacheln zwar ordentlich pieksen, sind aber nicht giftig – auch wenn einem im Urlaub gerne mal etwas anderes erzählt wird.

Wer beim Schnorcheln Flossen trägt oder mit geeigneten Badeschuhen ins Wasser geht, muss sich um seine Füße normalerweise keine großen Sorgen machen. Bei Badeschuhen solltet ihr allerdings darauf achten, dass nicht nur die Sohle und der Rand, sondern auch die Oberseite aus einem stabilen Material besteht. Bei dünnem Stoff können sich die Stacheln nämlich trotzdem ihren Weg durch den Schuh bahnen. Wir haben zum Beispiel mit diesen Badeschuhen* sehr gute Erfahrung gemacht!

Und natürlich hat es auch diesmal wieder Michi erwischt. 😄 Er ist inzwischen mein persönliches Versuchskaninchen für alles, was im Meer sticht, brennt oder einfach nur nervt.

Seeigel und Seestern
Seeigel und Seestern beide sind Stachelhäuter

Was tun wenn man in einen Seeigel getreten ist. 

  1. Stacheln entfernen! Leider können die Stacheln recht brüchig sein. Man sollte vorsichtig versuchen, sie mit einer Pinzette zu entfernen.
  2. Desinfizieren
  3. Die Stacheln sind aus Kalk und lösen sich in Verbindung mit Essig auf.
  4. Sollten sich die Stacheln nicht lösen und unter der Haut feststecken, dann lieber zum Arzt und sie dort entfernen lassen.

Seeigel – eine Delikatesse

Ja, trotz der Stacheln, sind Seeigel in einigen südlichen Ländern tatsächlich eine echte Delikatesse. Geöffnet werden die Seeigel mit einem speziellen Werkzeug, das ein bisschen an eine Zange erinnert. Dabei wird der obere Teil vorsichtig abgetrennt – und anschließend wird der Inhalt häufig direkt am Strand ausgelöffelt oder ausgeschlürft. Für den ersten Versuch ist ein kleiner Löffel wahrscheinlich die angenehmere Variante.

Gegessen werden die Gonaden im Inneren des Seeigels – was genau das ist, erspare ich euch an dieser Stelle lieber. 😉 Häufig hört man, dass ausschließlich weibliche Seeigel gegessen werden. Das stimmt allerdings nicht: Sowohl männliche als auch weibliche Tiere werden verzehrt. Das Geschlecht lässt sich von außen übrigens nicht erkennen.

Im Mittelmeer begegnet man vor allem dem Schwarzen Seeigel und dem Steinseeigel. Beide können leicht miteinander verwechselt werden, da sie sehr dunkel gefärbt sind. Für den Verzehr ist der Schwarze Seeigel allerdings eher uninteressant, weil seine Gonaden vergleichsweise klein sind. Beim Steinseeigel sieht das anders aus – genau ihn findet man deshalb häufiger auf dem Speiseplan.

Auf Korsika, Sardinien und in Süditalien kann man Einheimische und Urlauber deshalb durchaus dabei beobachten, wie sie am Strand Seeigel knacken. Wenn ihr neugierig seid und das Ganze einmal probieren möchtet: Einfach fragen! Oft sind die Einheimischen gerne bereit zu zeigen, wie es funktioniert.

Seeigel Korsika
Aufgebrochene Seeigel..war anscheinend lecker 😉

Petermännchen

Zumindest von einem Stich des Petermännchens sind wir bisher verschont geblieben. Trotzdem ist es definitiv nicht verkehrt zu wissen, was im Ernstfall zu tun ist.

Das Petermännchen ist ein kleiner, unscheinbarer Fisch, der sich vor allem in den wärmeren Monaten gerne in flachen Gewässern im Sand eingräbt. Genau das macht ihn so tückisch: Oft sieht man ihn überhaupt nicht, bevor man ihm zu nahe kommt. Die giftigen Stacheln befinden sich an der Rückenflosse und an den Kiemendeckeln.

Erst als wir beim Schnorcheln in Kroatien tatsächlich mehrere Petermännchen entdeckt haben, wurde mir bewusst, dass ich eigentlich gar nicht wusste, wie man sich nach einem Stich verhalten sollte. Also habe ich mich erst einmal schlau gemacht – und seitdem gehört das Petermännchen für mich definitiv in die Kategorie „Meerestiere, über die man besser Bescheid weiß“.

Auch hier können Badeschuhe mit einer stabilen, festen Sohle helfen, einen Stich zu verhindern. Wichtig ist, dass die Sohle nicht zu dünn oder weich und vor allem nicht zu biegsam ist. Denn wenn man schon weiß, dass sich diese kleinen Fische im Sand verstecken, kann ein bisschen zusätzlicher Schutz an den Füßen definitiv nicht schaden.

Was tun nach einem Stich

Der Stachel des Petermännchens kann schmerzhaft sein. Wichtig ist, den Stachel entfernen (falls er in der Haut steckt), dann heißes Wasser direkt nach dem Stich über die Stelle zu geben. Wir haben grundsätzlich den Bite Away*, (für die Verwendung bei Mücken- und Wespenstichen) dabei. Dieser erhitzt sich bis 50° C und zersetzt damit das Gift. Hilft auch bei einem Petermännchen-Stich und kann einfach mitgenommen werden, denn heißes Wasser hat man nicht überall dabei).

Bei einem Stich des Petermännchens sollte man nach den Sofortmaßnahmen einen Arzt aufsuchen.

Muräne auf Korsika
Muräne auf Korsika, tagsüber außerhalb der Felsspalte. Sie greift nicht an, wenn man sie nicht ärgert und Abstand hält.

Fazit

Im Grunde braucht es gar nicht viel, um für kleine Notfälle beim Baden und Schnorcheln gut vorbereitet zu sein. Eine Pinzette dabei zu haben, ist hilfreich. Außerdem schützen Neoprenanzüge oder Lycra-Anzüge vor Quallen.

Vor Seeigel schützen feste Badeschuhe hervorragend ( schon selbst ein paarmal ausprobiert 😉 Ihr müsst nur aufpassen, dass nicht ein Stachel seitlich durch den Stoff der Badeschuhe geht. Am besten festere Badeschuhe kaufen.

Und selbstverständlich gilt: Im Zweifel geht lieber einmal mehr zu einem Arzt!! Bei Kreislaufproblemen, Erbrechen oder anderen allergischen Reaktionen sollte dies unverzüglich geschehen.


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Quellen

Quallen als Nahrung – Interview Geomar

Hawaii Wilcox Studie

Wie öffnet und isst man Seeigel

Quallen schlafen

Geomar Sichtungs App Quallen Ostsee

Behandlung Portugiesischer Galeere 2025

Quallen Behandlung Studie an Quallen im Mittelmeer

kunstwut

Hello ihr Reisenden, Individualisten, Bulli-Fahrer, Camper...wir sind Jasmin und Michi, seit 2006 zusammen und genau so lange reisen wir schon in unserem Eisbär, einem VW T3. Wenn wir nicht gerade unterwegs sind, rettet Michi Menschen und schraubt am restlichen Bulli-Fuhrpark und Jasmin werkelt, malt und schmiedet neue Reisepläne. Treffen könnt ihr uns bei den Polarlichtern in Lappland, in der Wüste oder unter der Erde Sloweniens, immer genau da wo es Abenteuer gibt. Unser T3 hat mit seinen knapp 500.000 km schon einiges erlebt und über diese Erlebnisse erzählen wir euch auf unserem Blog. Außerdem erhaltet ihr hier viele Reisetipps und Themen rund um den VW T3 kommen natürlich auch nicht zu kurz.

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