Von Albanien nach Griechenland – Mit der Fähre nach Venedig

Irgendwann ist jede Reise zu Ende…

Wir sind auf dem Weg von Albanien nach Griechenland. Von hier geht unsere Fähre von Igoumenitsa nach Venedig.

Von Ksamil in Albanien nach Igoumenitsa in Griechenland

Warum wir diese Fähre gewählt haben?

Ursprünglich wollten wir wieder auf dem Landweg nach Hause. Für uns ist eine Fähre nach Bari oder Ancona sehr ungünstig, denn unsere Fahrtzeit nach Würzburg ändert sich dadurch nur minimal…da ist der Landweg eigentlich viel erlebnisreicher.

Nur die Fährverbindung von Igoumenitsa in Griechenland nach Venedig in Italien machte Sinn für uns. Doch diesie Verbindung ist sehr teuer und fährt auch nur 2x die Woche.

 

Sonnenuntergang Igoumenitsa
Sonnenuntergang Igoumenitsa

 

Nun waren wir aber auch ziemlich geschafft und hatten in den letzten Wochen ein straffes Fahrpensum hinter uns gebracht. Ein letztes Mal schaute ich mir die Fährpreise an und siehe da Igoumenitsa nach Venedig war jetzt viel günstiger. 256 € (ohne Kabine) kostete die Überfahrt, 24 Std. unterwegs, Kabinen allerdings für uns noch immer unerschwinglich. Camping on Board auf dieser Fähre auch nicht vorhanden. Schreit nach einem Abenteuer… Schnell im Internet gebucht und so konnten wir dann auch noch 2 Tage länger in Südalbanien bleiben.

Anfahrt von Ksamil nach Igoumenitsa

Am späten Nachmittag ging es los von Albanien nach Griechenland. Hierbei kann man zwischen dem Landweg wählen oder eine Abkürzung mit der Fähre über den Butrintsee bzw. Vivar-Kanal nehmen.

Butrint Fähre

Einen Tag vor der Fährfahrt, verließen wir Albanien in Richtung Griechenland. Die griechische Grenze ist von Ksamil nicht weit entfernt. Von Ksamil nach Igoumenitsa sind es auch nur ca. 60 km.
Entweder man fährt über den Landweg oder mit der sehr einfachen Fähre in Butrint über den Vivar-Kanal.
Man steht mit dem Fahrzeug nur auf Brettern und die Fähre wird mit Seilen gezogen. Wir haben 5 € für die Überfahrt gezahlt.

Butrint Albanien Fähre
Butrint Fähre

Was ich so gelesen habe, gibt es hier wohl Preisunterschiede, manche behaupten für Wohnmobile kostet es 10 €. Bei anderen war zwischen Preisen in Höhe von 3 €- 10 € alles dabei. Vielleicht haben sie unseren T3 als Auto gezählt oder es gibt keine festen Preise und wird einfach nach Nase entschieden…wir werden es wahrscheinlich nie mehr erfahren…

Albanien verändert sich schnell und es kommen immer mehr Touristen hierher, es kann also durchaus sein, dass die Preise in Zukunft teurer werden.

Auf der anderen Seite des Vivar Kanals angekommen, fährt man einfach die Straße entlang und gelangt an den Grenzübergang Qafa Boti–Sagiada. Der letzte kleine Ort vor der Grenze heißt Konispol und hier wollten wir noch unsere 2 Postkarten versenden und Brot kaufen. Konispol ist ein wirklich kleiner Ort. Bekannt wurde er durch die Konispol Höhle.  In dieser Höhle liegt die erste archäologische Fundstätte, die in Albanien erforscht wurde.

Konispol ist der südlichste Ort Albaniens und die Grenze zu Griechenland ist hier einen Katzensprung entfernt.

Griechenland

An der Grenze Griechenlands

Griechenland Grenze
In Griechenland angekommen

Wir hatten Anfang Oktober keine Wartezeit an der Grenze und waren auch das einzige Fahrzeug weit und breit.  Außer für die Papiere hat sich niemand für uns oder unser Fahrzeug interessiert.

Sagiada

In Griechenland angekommen, begrüßte uns erst einmal eine Herde Ziegen, die wie wild auf der Straße herumhüpften.  Nachdem die Fähre erst am nächsten Morgen ging, verbrachten wir den Nachmittag in einer Bucht, nahe dem kleinen Fischerdorf Sagiada. Der kleine Ort liegt nur 3 km vom albanischen Konispol entfernt. Die Bucht war ein Traum. Dunkelblaues Wasser, 2-3 andere Camper standen in der Bucht und anscheinend wird hier gerne wild gecampt, auch wenn es offiziell verboten ist.

 

Bucht bei Sagiada in Griechenland
Bucht bei Sagiada in Griechenland Koordinaten 39.640917, 20.140972

 

Am späten Nachmittag ging es weiter nach Igoumenitsa. Wir waren jetzt das erste Mal in Griechenland und schon von der Landschaft verzaubert.

Griechenland
In der Nähe von Sagiada in Griechenland

Pünktlich zum beeindruckenden Sonnenuntergang kamen wir in Igoumenitsa an. Die Stadt soll eine hübsche und teilweise autofreie Innenstadt haben, die anscheinend sehr sehenswert ist. Wir haben aber darauf verzichtet uns die Stadt näher anzusehen.

Abends waren wir im Supermarkt zum Einkaufen und waren überrascht von den teuren Preisen. Dass Griechenland preislich wie Norwegen liegt, hätten wir nicht gedacht. In einem Imbiss holten wir uns noch ein Abendessen und bereiteten uns früh aufs schlafen vor. Die Fähre sollte um 6:30 losfahren und bei unserer gebuchten Fährlinie, muss man 3 Stunden vorher am Hafen bereit stehen.  Wir sind noch in das Terminal um unsere Tickets abzuholen, was völlig problemlos verlief.

Griechenland Igoumenitsa Sonnenuntergang
Sonnenuntergang in Igoumenitsa

Fährüberfahrt 

Geschlafen haben wir, wie auch viele andere, am Parkplatz vor dem Fährterminal. Dieses unproblematische übernachten, ist uns sehr positiv aufgefallen. Wir sind schon mit vielen Fähren gefahren. Hauptsächlich von Italien nach Korsika und Sardinien, aber auch innerhalb Kroatiens und in Skandinavien. Häufig darf man nicht am Fährhafen übernachten und wenn die Fähren sehr früh morgens abfahren, hat man ein Problem einen Übernachtungsplatz zu finden. Das ist hier ein absoluter Pluspunkt.  Wir haben auch direkt am Terminal noch einmal wegen Kabinen nachgefragt, aber die Preise im Internet und am Terminal waren identisch. Um die 350 € hätte  eine Kabine bei unserer Überfahrt gekostet. War uns dann einfach zu teuer.

Unsere Fähre sollte um 6:30 Uhr starten. Wir sind mit Anek-Lines auf der Asterion II gefahren.

Am nächsten Morgen stand ich um 4:30 Uhr im Terminal, bepackt mit Decken, einem Kaffee in der Hand saß ich da und wartete auf das Check-in. Bisher sind wir auf allen Fähren einfach zum Hafen gefahren, da aber hier das Fahrzeug nur mit dem Fahrer zum Fährhafen darf, müssen alle anderen Mitfahrer extra rein. Wir hatten absolut keinen Plan ob man dann direkt auf die Fähre kommt oder wie das ganze ablaufen wird. Also wartete ich brav im Terminal.

Eigentlich sollten alle 3 Stunden vor Abfahrt am Hafen bereitstehen, allerdings hat sich niemand von den anderen Fahrzeugen neben uns am Parkplatz bewegt. Anscheinend ist man hier schon gewohnt, dass sich alles verspätet und gelassener abläuft.

Fähre Igoumenitsa nach Venedig
Warten auf die Fähre in Igoumenitsa

 

Ich wartete mittlerweile schon 45 min im Terminal, aber bisher ist noch nichts weiter passiert.  Andere Wartende wurden auch langsam unruhig und immer mehr gingen einfach wieder. Nach 1 Std. kam Michi  um mich zu holen, denn anscheinend durfte man nun doch mit voller Besatzung in den Hafen fahren. Noch 20 min. später standen wir in der Reihe am Hafen. Die Schlangen wurden immer länger, viele Fährschiffe kamen, aber unseres war nicht dabei.

Es wurde hell und mittlerweile verzichteten alle darauf in die Autos zu springen, sobald ein Schiff in Sicht kam. Nach 2 Stunden Verspätung war es dann endlich soweit. Das einfahren auf die Fähre war ,wie bei allen anderen Fähren. Eben laut und hektisch.

Fähre Igoumenitsa
Die Fähre kommt mit über 2 Stunden Verspätung

 

Schlafen ohne Kabine

Wer keine Kabine hatte, konnte in einem großen Raum mit ein paar Sofas übernachten. Nach vielen Fährüberfahrten sind wir mittlerweile sehr geübt und haben von Decken, Kissen und Matratze alles dabei um halbwegs bequem auf dem Boden zu schlafen. Da die Fähre vorher noch im Hafen von Patras war und dort Passagiere aufnahm, waren die Sofas und bequemeren Schlafmöglichkeiten schon alle besetzt. Es blieb also nur noch der Boden.

Unser Platz war neben dem Feuerlöscher, direkt an der Tür. Hier hatte man den besten Blick in den Raum. Vor allem war es der einzige freie Platz, der direkt an der Wand war und nicht mitten im Raum.

Es wird genau darauf geachtet, dass jeder nur im Schlafsaal übernachtet und nicht irgendwo anders auf dem Schiff.  Das kannten wir von anderen Fähren nicht. Auf den Fähren nach Korsika übernachtet jeder irgendwo auf Deck oder in der Bar (außer zu Essenszeiten) und sucht sich eine ruhige Ecke.

Wir sind irgendwann  eingeschlafen und es war eigentlich ganz ok, wahrscheinlich weil ich so einen tiefen Schlaf habe und eh nichts um mich herum mitbekomme. Bei einem leichten Schlaf ist es wahrscheinlich die Hölle, denn ständig geht jemand rein oder raus. Schlafgeräusche sind bei so vielen Menschen auch vorhanden. Am Außendeck feierte, mit lautem Gesang, eine Jugendgruppe. Aber eine Nacht kann man so einem Trubel schon aushalten und wer nicht ausgeruht weiter fahren will, kann ja einfach mitfeiern.

Schlafraum Fähre Venedig
Schlafraum auf der Fähre nach Venedig -Mittags

Fähre Asterion II

24 Std auf einer Fähre können lang werden und in einem Schlafraum mit unzähligen fremden Menschen ist es sehr unruhig, da ist etwas Abwechslung nicht so schlecht.

Auf der Asterion II gibt es ein Cafe/Bar, ein Selbstbedienungsrestaurant, Spielautomaten und ein kleines Geschäft. Am Freideck ist eine Bar vorhanden. Hunde werden in Boxen untergebracht, dürfen sich aber auf dem Freideck aufhalten.

Auf Fähren ist das Essen und die Getränke meistens relativ teuer und geschmacklich keine Glanzleistung…so auch hier. Man sollte nicht zu viel erwarten…

Ankunft in Venedig am Hafen Fusina

Die Fährüberfahrt verlief friedlich, Wellengang gab es zum Glück wenig.

Morgens kamen wir mit einer Stunde Verspätung in Venedig an. Seit 2014 legen die Fährschiffe aus Griechenland nicht mehr direkt in der Lagune in Venedig an, sondern am Festland im Fährhafen Fusina.  Wenn ihr noch Zeit habt, könnt ihr von hier aus gut Venedig besichtigen. Am Fährhafen gibt es Parkplätze und auch einen Campingplatz und ihr könnt mit dem Boot oder auch Bus nach Venedig fahren.

Fähre Igoumenitsa nach Venedig
Ankunft in Venedig

 

 

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