An der Küstenstraße von Nord-Pas-de-Calais in die Normandie

T3 vor Saint Mont Michel

5 Tage Zeit um die Normandie zu entdecken

 

Normandie – Die blutige Geschichte, an der Deutschland leider maßgeblich beteiligt war, steht im krassen Gegensatz zu der landschaftlichen Schönheit, die unzählige Maler auf Leinwand bannten.

T3 in Frankreich
Auf dem Weg in die Normandie

Frankreich haben wir immer als teuer eingeschätzt, aber es war unser bisher günstigster Urlaub. Wir waren überrascht von den wirklich schönen Stellplätzen, die tatsächlich kostenlos waren (zumindest bei uns in der Nebensaison). Auch für bedeutende Sehenswürdigkeiten, wie z.B. dem Le Mont Saint Michel wird kein Eintritt verlangt. Die tollen Strände, Wattwanderungen, eine spektakuläre Landschaft mit meter hohen Klippen gibt es auch kostenlos.

Nord-Pas-de-Calais

Fährt man von Calais auf der Küstenstraße Richtung Normandie, bemerkt man vor allem die erstaunliche Farbe des Meeres. Die Côte d’opale macht ihrem Namen alle Ehre. Das Opalmeer schimmert und es wirkt, als würde ein Nebelschleier auf dem Wasser liegen.

Opalmeer Nord-Pas-de-Calais
Opalmeer

 

Stella Plage

Unser erster Stellplatz war in Stella Plage. In der Nebensaison hat man hier gute Chancen einen Platz zu bekommen. Die Plätze sind schräg und liegen direkt vor einem Campingplatz, zwischen Dünen.

Auf der Düne hat man einen tollen Blick über den riesigen Sandstrand. Der Sonnenuntergang ist ein Traum. Der Stellplatz liegt abseits dem Ort und man hat absolute Ruhe.

Stella Plage Sonnenuntergang
Sonnenuntergang am Stella Plage auf der Düne

Stella Plage gehört zum Ort Cucq in der Region Nord-de-Pas-Calais. Stella Plage selbst, ist nicht schön und auch nichts besonderes. Neue Strandhäuser und Ferienwohnungen ohne Charme.

Bei einer Fahrt an der Küste entlang in  Richtung Normandie, ist der Stellplatz günstig gelegen. Bei uns im Mai standen hier noch 4 Womos und ansonsten gab es unendlich viel Ruhe zwischen den Sanddünen.

Normandie Stella Plage Stellplatz
Sonnenaufgang am Stella Plage Stellplatz

Adresse:

Stella Plage
Cours des Champs Elysees

62780 Stella Plage

Ambleteuse

Wir fahren weiter an der Küste entlang und gelangen zum Ort Ambleteuse. Interessant ist hier vor allem das Fort Mahon (frz. Fort d‘ Ambleteuse ).

Mit dem Auto und auch mit unserem VW T3 konnten wir direkt bis zum Fort fahren. Anscheinend ist dies für größere Wohnmobile aber nicht mehr möglich.

Die Seefestung wurde  Ende des 17. Jahrhunderts auf Befehl von Ludwig XIV errichtet.  Wir konnten es von innen nicht besichtigen und was ich so gelesen habe, hat es auch nur Sonntags von 15-18 Uhr geöffnet.  Uns hat es genügt, die Festung von außen zu sehen.

Parkplätze gibt es oberhalb des Forts, sowie auch direkt an der Straße.

Fort Ambleteuse bei Ebbe
Fort Ambleteuse bei Ebbe

Adresse:

Boulevard de la Liberté

62164 Ambleteuse, Frankreich

Normandie

Étretat

Die Kreidefelsen entlang der Alabasterküste haben etwas magisches. Étretat ist für mich der bezauberndste Ort an der Côte d‚Albâtre . Mit seinen 3 natürlichen Portalen Porte d’AmontPorte d’Aval und Manneporte am Strand von Etretat. 

Bei Ebbe kommt man problemlos bis an die Tore.  Entweder läuft man direkt vom Strand oder man kommt von der Kapelle nach unten und kann zum Manneporte. Wichtig ist, die Gezeitentabelle im Auge zu behalten. Die Flut kann schnell einsetzen. Mit der Nordsee kaum zu vergleichen, hier ist der Tidenhub wesentlich stärker. Die Gezeitentabelle hängt vor Ort aus und ihr könnt sie aber auch hier einsehen https://de.magicseaweed.com/Etretat-Surf-Report/80/Tide/

Étretat Bucht von oben
Étretat Bucht von oben

Der kleine Ort ist hübsch, allerdings sehr stark auf Tourismus ausgelegt. Souvenierläden, viele Unterkünfte und Restaurants sind vorhanden. Parkplätze gibt es direkt im Ort an der kleinen Strandpromenade. Bei uns im Mai haben wir sehr einfach einen gefunden, in der Hauptsaison sollte man vielleicht gleich an der Kapelle parken und den schönen Weg Richtung Ort laufen.

Wer in Étretat ist, sollte zur Chapelle Notre dame de la Garde. Zur Kapelle kommt man mit dem Auto (ausreichend Parkplätze vorhanden) oder auch zu Fuß.

Die Kapelle wurde  am 6. August 1856 eingeweiht und von den Einwohnern selbst gebaut.

Kapelle in Étretat
Kapelle in Étretat

Die Aussicht von oben ist unglaublich. Hier sieht man auch sehr deutlich das Trou à l’homme Diese Höhle  hat ihren Namen von einem schwedischen Seemann, der sich nach einer Schiffskatastrophe als einziger in der Höhle retten konnte. Die Höhle kann über eine Leiter erreicht werden und der Tunnel  führt direkt zu einer Bucht. Wenn die Flut einsetzt, ist man allerdings eingeschlossen. Das Wasser reicht nicht in die Höhle, aber heraus kommt man erstmal 6 Stunden nicht.

 

 Von der Kapelle aus, kann man an den Felsen entlang spazieren.  Eine Sicherung gibt es hier nicht, ihr könnt bis zur Kante vor.  Auch gibt es eine Steintreppe, die nach unten zur anderen Seite des Strandes führt.

Étretat bei Ebbe

St. Jouin de Bruneval

10 km von Étretat entfernt, haben wir unsere Nacht verbracht. Am Stellplatz von Saint-Jouin-Bruneval. Auch dieser ist kostenlos und liegt direkt am Strand.

Der Stellplatz ist sehr bekannt und die Nähe zu Étretat und Le Havre sorgen wahrscheinlich für zusätzliche Beliebtheit. Bei uns im Mai war er Abends gut gefüllt. Anscheinend konnte man vor einiger Zeit direkt unter den Klippen stehen, das ging bei uns im Mai 2018 nicht. Aber auch so, ist der Platz angenehm.

Tagsüber sehr trubelig, da daneben gleich die Tagesparkplätze liegen und der Strand gut besucht wird. Für eine Nacht war er für ideal. Toiletten sind in der Nähe. Am kilometerlangen Strand tummeln sich Surfer, Reiter und viele Familien.

Weißer T3 Saint-Jouin-Bruneval Normandie
Saint-Jouin-Bruneval Stellplatz

 

Saint-Jouin-Bruneval Normandie Stellplatz Camping
Saint-Jouin-Bruneval Stellplatz

Adresse:

Plage de Bruneval

76280 St. Jouin Bruneval

Bayeux

Die Städte in der Normandie sind außergewöhnlich schön. Sehr alt und mit vielen Sehenswürdigkeiten bestückt. Uns zieht es in der Regel nicht in Städte, denn die Parkplatzsuche und das Gedränge, sorgen bei uns immer wieder für Stress. Hier ist dies anders, vielleicht haben wir auch eine gute Reisezeit erwischt, aber Parkplätze gibt es überall problemlos und die Orte sind ziemlich leer.

Bayeux ist eine angenehme kleine Stadt am Fluss Aure. Durch die Gassen zu schlendern und gemütlich in einem der kleinen Cafés zu sitzen war wunderbar. Nach Bayeux zieht es die meisten Touristen wegen dem berühmten Wandteppich. Wir haben ihn nicht gesehen, da wir zu spät ankamen. Dafür besuchten wir die Kathedrale. Wer nichts mit Kirchen am Hut hat, sollte dennoch einen Blick hinein werfen.

Kathedrale von Bayeux in der Normandie
Kathedrale von Bayeux

Landungsstrände

Sword Beach, Juno Beach, Gold Beach, Omaha Beach und Utah Beach sind die Namen der Landungsstrände in der Normandie. Der 6.Juni  1944 war der D-Day. Der Tag an dem im 2. Weltkrieg die Briten und Amerikaner, die Normandie von den Deutschen befreiten.

Jeder hat das Bild von den unzähligen weißen Kreuzen auf dem strahlend grünen Rasen vor Augen.  Im Film „Der Soldat James Ryan“ werden sie gezeigt.

Die Schönheit der Landschaft, ist hier zweitrangig, denn die Geschichte ist allgegenwärtig und auch wenn man möchte, hier kann man ihr nicht entkommen. Am Memorial sieht man Amerikaner weinen und um ihre Angehörigen trauern und ich persönlich fühle mich in diesem Moment ganz schlecht. Der D-Day am 6.Juni hat die Bösen besiegt. Und die Bösen waren nun mal wir Deutsche. Und gerade heutzutage ist es umso wichtiger, dagegen zu kämpfen, dass sich die Geschichte wiederholt!

Landungsstrände Normandie
Landungsstrände Normandie

Omaha Beach

Der Omaha Beach war der Strand mit den meisten Verlusten und wird deshalb auch Bloody Omaha genannt. Ein Memorial erinnert daran.

Außerdem ist am  Strand die Skulptur Les Braves nicht zu übersehen.

Les Braves am Omaha Beach
Les Braves am Omaha Beach
Les Braves besteht aus drei Elementen:
Die Flügel der Hoffnung
Damit der Geist, der diese Männer am 6. Juni 1944 trug, uns weiterhin inspiriert, erinnert er uns daran, dass es gemeinsam immer möglich ist, die Zukunft zu verändern.
Aufstieg, Freiheit! 
Das Beispiel derer, die gegen die Barbarei aufgestanden sind, hilft uns, gegen alle Formen der Unmenschlichkeit stark zu bleiben.
Die Flügel der Brüderlichkeit
So dass dieser Anstieg der Brüderlichkeit uns immer an unsere Verantwortung gegenüber anderen sowie uns selbst erinnert.
Am 6. Juni 1944 waren diese Männer mehr als Soldaten, sie waren unsere Brüder.

Amerikanischer Soldatenfriedhof

In Colleville-sur-mer findet man neben dem Omaha Beach, auch den sehr bekannten amerikanischen Militärfriedhof. 9378 amerikanische Soldaten sind hier begraben. 2019 ist der D-Day 75 Jahre her. Hier scheint es, als wäre man mittendrin.

Das Besucherzentrum und der Friedhof sind kostenlos. Nach dem Eingang sieht man das Besucherzentrums, dass wir aufgrund des Andrangs ausgelassen haben. Wir sind gleich weiter zum eigentlichen Friedhof. Es ist hier extrem gepflegt. bei unserem Besuch wurden die Rasenflächen neu bepflanzt und durften nicht betreten werden. Sonst ist dies möglich und man kann zwischen den Kreuzen hindurchlaufen.

Schautafeln geben Aufschluss über den Ablauf am D-Day.

 

 

Omaha Beach
Omaha Beach Soldatenfriedhof

 

 

Le-Mont-Saint-Michel

Le Mont Saint Michel wollte ich schon sehr lange einmal besuchen und jetzt war die perfekte Gelegenheit. Wir waren in der Nebensaison im Mai dort, in der Hauptsaison ist es hier bestimmt gruselig voll.

Aber auch im Mai ist hier viel los. So viel, das wir  beschlossen erst gegen Abend das Klosterdorf zu besuchen. Wir erkundeten die Umgebung und stellten uns erst Abends auf den riesigen Parkplatz des Le Mont Saint Michel.

Parken  und Gebühren

Der Parkplatz ist riesig und eingeteilt, in Hotelbesucher, die ganz vorne parken dürfen. Autos unter 5 m (da gehört auch unser T3 dazu), Wohnmobile und Reisebusse sind extra und zahlen auch  mehr.

Die Parkgebühren sind je nach Saison sehr unterschiedlich. Für unter 5 m zahlt man für  24 Stunden in der Nebensaison, 9 € und in der Hauptsaison 14 €. Da wir erst Abends um 19 Uhr ankamen, zahlten wir nur 4,50 €.

Obwohl man 24 Stunden parken darf, ist übernachten am Parkplatz offiziell nicht erlaubt. Allerdings haben wir einige gesehen, die dort übernachteten.

Baje Le Mont Saint Michel
Baje Le Mont Saint Michel

Vom Parkplatz aus, kann man zu Fuß, per Pferdekutsche oder mit dem Pendelbus über den Steg zum Mont Saint Michel fahren. Wir entschieden uns für den Pendelbus.  Von 7:30 Uhr morgens bis 0:00 Uhr fährt er kostenlos. Das ganze geschieht engmaschig, ohne eine große Wartezeit. Die Pferdekutsche kostet 5,30 € für eine einfache Fahrt.  Zu Fuß benötigt man ca  30-40 Minuten.

Der Shuttlebus und die Pferdekutschen findet man, sehr gut beschildert, in der Mitte des Parkplatzes. Dort gibt es auch eine Touristeninformation, die täglich von 9-19 Uhr geöffnet hat.

Die kompletten Gebühren könnt ihr hier einsehen.

Rund um die Uhr geöffnet

Großartig ist, dass man Le Mont Saint Michel Tag und Nacht besuchen kann. Gerade bei Dunkelheit, wenn es so wundervoll beleuchtet ist und die alten Laternen in den engen Gassen leuchten, entfaltet der Ort seinen Charme.

Die  meisten Besucher verschwinden kurz nach Sonnenuntergang und zurück bleiben nur die paar Hotelgäste und die 30 Einwohner.

Ein Nachteil am Abend hat es allerdings, denn die Abtei kann dann nur noch von außen besichtigt werden. Wer unbedingt die Abtei von innen sehen möchte, muss zwangsläufig früher kommen. Die Abtei kann übrigens nicht kostenlos besichtigt werden.

Le mont St. Michel
Gasse in Le Mont Saint Michel

Das einzige wofür man hier bezahlt, ist der Parkplatz und wenn man ins innere der Abtei möchte, muss man hierfür auch Eintritt bezahlen, ansonsten ist der Besuch kostenlos. Getränke,  Speisen und Souvenirs natürlich ausgenommen.

Le Mont Saint Michel warten auf den Sonnenuntergang

Der Sonnenuntergang ist eins der Highlights. Hier sieht man dutzende Fotografen und alles spielt sich vor dem Klosterdorf ab.

Le mont St. Michel
Gassen in Mont Saint Michel

In der Baje um Mont Saint Michel kann man Watt Wanderungen machen. DieGezeiten sind hier spektakulär, denn hier gibt es die stärksten Gezeiten Europas. Bis zu 15 km zieht sich das Meer bei Ebbe hier zurück und laut den Normannen trifft die Flut, wie ein Pferd im Galopp, auf die Bucht. Wir sind bei Ebbe noch in den Gassen gelaufen und haben über die Turmmauer geschaut und einmal weggedreht (so kam es uns zumindest vor) war plötzlich alles unter Wasser.

 

Wenn man die kleinen Gassen nach oben läuft und an jeder Ecke etwas anderes entdeckt, kommt man sich vor wie in einer anderen Welt. Michi hat es mit Disneyland verglichen und ein kleines bisschen Stimme ich ihm zu, denn real kann es hier eigentlich gar nicht sein.

Le Mont Saint Michel ist nicht nur Unesco Weltkulturerbe, sonder auch der Jakobsweg läuft seit 1998 hier vorbei.

Le Mont Saint Michel nachts beleuchtet
Le Mont Saint Michel bei Nacht

 

Le Mont Saint Michel ist übrigens auch die letzte Sehenswürdigkeit in der Normandie. Ein paar Meter weiter, fängt die Bretagne an.

5 Tage sind für die Normandie eigentlich viel zu wenig,aber wir haben einen guten Einblick in die Vielseitigkeit der Normandie bekommen. Wir werden auf alle Fälle noch einmal zurück kommen, um  Monets Garten und  den Wandteppich von Bayeux zu bestaunen.

 

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