Dusche unterwegs – Lösungen für kleine Campervans

Dusche unterwegs – Lösungen für kleine Campervans

Im letzten Beitrag ging’s ja ausführlich über das Geschäft mit dem Geschäft, bzw. über die Probleme die daraus resultieren können. Heute ein kleiner Abriss über die Möglichkeiten der Körperreinigung auf Tour, wenn man eben kein Bad im Rolling Home zur Verfügung hat.

Keine eingebaute Dusche im VW T3

Wir verreisen im T3 Westy, da gibt es im Inneren keine Nasszelle. Wer einen T3 Dehler Profi „aka Raumschiff Enterprise“ sein Eigen nennt und mit viel Glück die Duschwanne, den Vorhang und den anderen Kram der Ausstattung nicht im gelben Sack entsorgt hat, der könnte tatsächlich im Fahrzeug duschen.

Und wer als Abendprogramm nach der Dusche dann noch das „feucht durch den Bus wischen“ hinter sich gebracht hat, dem sei dann auch das Bier gegönnt.

Innendusche im kleinen Camper…macht das Sinn?

Der T3 wurde, im Gegensatz zu den heutigen T5 und T6, gerne mal selbst ausgebaut, da habe ich schon die eine oder andere pfiffige Dusch-Lösung gesehen. Wer im Winter verreist und autark bleiben will, da macht die Indoor Shower gegebenenfalls noch Sinn. Ansonsten ist eine Dusche im Fahrzeug einfach nur unnötig. Das dachte sich vielleicht auch Westfalia, die hatten im T3 nie eine Dusche im Programm.

Natur Dusche Umweltfreundlich
Einsam am Strand

Möglichkeiten zum Duschen unterwegs

Wenn man nun mehrere Tage in sengender Hitze oder in eisiger Polarkälte unterwegs war, fängt man früher oder später das müffeln an. Zunächst kann man sich noch mit einem Waschlappen behelfen, aber auch dieser wird früher oder später verzweifelt das Handtuch werfen. Also muss eine Dusche oder ein Bad her.

Wo duschen im Winter

Auf unseren Winterreisen ins schwedische Lappland haben wir uns mit regelmäßigen Schwimmbad besuchen über Wasser gehalten. Oft kam dazu eine Sauna oder ein Dampfbad, das war eigentlich ganz nett und hat das notwendige mit dem „Nützlichen“ verbunden. Ab und an gab es auch einen Campingplatz mit schöner heißer Dusche. Das war u.a. deshalb sehr angenehm, da wir meist die einzigen Camper waren.

Vesteralen
Allein auf dem Campingplatz und unter Polarlichtern duschen

Den Weg in unser Badehaus haben wir uns mit der kleinen Schneeschaufel frei gegraben und auf dem Rückweg zum Bus waberten die Polarlichter über den Himmel. Sensationell!

Im Sommer

Im Sommer kommt der Duschmöglichkeit ein besonderer Stellenwert zu. Entweder man ist total verschwitzt und muss sich erfrischen, oder man war im Meer baden und will sich vom Salz auf der Haut entledigen. Also her mit der Outdoor Dusche.

Outdoor Dusche – welche Möglichkeiten gibt es

Selbstbau Dusche

Es gibt unzählige Lösungen für die mobile Dusche. Oft umgesetzt werden Selbstbau Lösungen, bei denen einfach der Schlauch aus der Spüle verlängert und durch das Fenster nach außen geführt wird. Das ist deshalb praktisch, da man nur einen Wassertank braucht und die Pumpe der Spüle den Rest erledigt. Das ist multifunktional und platzsparend.

Ganz pfiffige koppeln den Wassertank dann noch mit dem Motor und erwärmen das Brauchwasser mittels Wärmetauscher über den Kühlkreislauf der Maschine.

Dusche auf dem Dachträger

Wer einen Haufen Geld in die Hand nehmen will kann alternativ in eine stylische Road Shower auf dem Roof Rack investieren.

Schweizer Wassersack

Oder man macht es wie wir und kauft sich einfach eine Campingdusche. Ich meine damit nicht die primitiven schwarzen Plastiksäcke die man an den Baum hängt, sondern ein System das das Wasser mit Druck auf den verschwitzten Körper befördert. Die Wassersäcke gibt es in sehr sehr sehr billig und fragil oder in robust und teurer zum Beispiel in Form eines Schweizer Armee Wassersacks, vielen auch bekannt als Wasserziege. Wir mögen diese drucklosen Lösungen nicht.

Die druckhaltigen Campingduschen gibt es mittlerweile in unterschiedlichen Ausführungen. Wir haben uns auf der Abenteuer und Allrad Messe in Bad Kissingen mal die verschiedenen Systeme angesehen und waren uns am Schluss schnell einig, dass wir bei unserem Pumpmodell bleiben werden.

Pump-Dusche

Es gibt Systeme, die mittels elektrisch betriebener Pumpe das Wasser aus einem Behältnis zum Duschkopf befördern, das wollten wir wegen dem weiteren Stromverbraucher nicht haben.  Weiter gibt es noch die Modelle die per Muskelkraft Druck auf einen Wasserbehälter bringen, der dann das Wasser zum Duschkopf leitet. Manche pumpt man mit dem Fuß auf, andere mit der Hand.

Diese Handbetriebenen Systeme gibt’s z.b. in der Form der Solardusche mit Pumpsystem z.b. von Decathlon auf welche wir schwören. Warum schreibe ich gleich. Die Offroad Szene propagiert teilweise die Nutzung von Gartenspritzen, beispielsweise von Gloria. Sie haben den Vorteil, dass sie sehr robust sind und mit unglaublich wenig Wasserverbrauch pro Duschgang auskommen. Wir finden jedoch, dass es schon angenehmer ist, wenn man auch wirklich das Wasser auf der Haut spüren kann und nicht nur einen feuchten Wassernebel.

Unsere Dusche

Die Decathlon Pumpdusche hat für uns ein paar entscheidende Vorteile weshalb wir das Ding lieben. Sie reicht vom Wasservorrat locker für zwei Personen pro Füllung. Sie ist leicht an fast jeder Wasserquelle füllbar, zum heiß duschen gerne auch mal mit Wasser vom Herd oder eben mit etwas mehr Zeit in der Sonne.

Ein Kriterium war für uns auch das Packmaß der Decathlon Dusche.

Wir nutzen die Dusche auch zum Reinigen und Abspritzen der Schnorchelausrüstung, zum entsalzen vom Bootsmotor oder vom Stand Up Paddle Board. Gerne nehmen wir die Dusche auch für den Abwasch außerhalb des Fahrzeugs. Nur wenige Hübe an der Pumpe reichen für einen ganzen Haufen Druck am Duschkopf. Genial!

Genauso wie das Bivvy Loo, ist die Decathlon Dusche irgendwie auch gefühlt immer ausverkauft.

Duschzelt für etwas Privatsphäre

Was braucht es noch? Wir waren in Albanien ein paar Tage in einer geschlossenen Strandbar gestanden. Ein genialer Spot, aber irgendwo ist immer jemand rumgeschlichen. Dort hat unser Duschzelt sehr gute Dienste geleistet. Es ist super leicht, in Sekunden aufgestellt und bietet dann die nötige Privatsphäre beim Duschen oder Toilettengang (gerade beim Toilettengang!). Innen gibt’s Netze und Halterungen für Shampoo und Handtuch. Man muss nur aufpassen dass das Zelt hoch genug und bei Wind gut im Boden verankert ist.

Hier der Link zu unserem Duschzelt*

Duschzelt Campervan Dusche
Unser Duschzelt

Thema Umwelt beim Duschen

Apropos Shampoo. Hier sollte man sich vor dem Urlaub auch mal Gedanken darüber machen. Wenn man in der Pampa duscht, abspült oder Wäsche wäscht, braucht man ein Detergens das auch sicher biologisch abbaubar und umweltverträglich ist sofern das Grauwasser nicht aufgefangen werden kann (auch dann ist es viel besser wenn es biologisch abbaubar ist).

Hat man dann eine umweltfreundliche Reiseseife gefunden, sollte man noch einmal genauer hinsehen, ob es nicht doch gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe enthält. Denn umweltfreundlich heißt nicht gleich „perfekt für die Gesundheit“.

Sehr wichtig ist: Auch die umweltfreundlichen Mittel dürfen nicht in unmittelbarer Nähe zu Gewässern oder gar im Wasser verwendet werden!

Welche Reiseseife wir aktuell nutzen

Wir nutzen aktuell Wilderness Wash von Sea to Summit* als Konzentrat. Es ist für alles (von Haare waschen bis abspülen) geeignet und mit knapp 9 € ist es ok, da wirklich nur ganz wenig verwendet wird. Das Wilderness Wash wird auch von Leave no Trace Australia empfohlen.

Vielleicht kennt ihr „Leave no Trace Australia„, wenn nicht, es ist eine gemeinnützige Organisation, die 1994 in Australien gegründet wurde. Wie der Name schon sagt, geht es darum Menschen aufzuklären wie sie verantwortungsvoll und im Einklang mit der Natur leben und reisen können, Müll und Umweltverschmutzung verhindern.

Für die Umwelt ist das Wilderness Wash definitiv sehr gut, aber bei Codecheck sind ein ein paar Inhaltsstoffe für den Menschen nicht so toll (aber besser, als vieles anderes Zeugs). Wir werden weitersuchen, um etwas hunderprozentiges zu finden…

Wir hoffen wir konnten ein bisschen Erleuchtung in den Dschungel der Duschmöglichkeiten im Urlaub bringen.

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