Gjirokastra – Stadt der vielen Namen

Gjirokastra

Unser erster Stau in Albanien!  Gjirokastra empfängt uns…mit einer Baustelle. Einer wirklich gigantischen Baustelle! In Deutschland würden unzählige Autofahrer, wild fluchend den Unterboden ihres Autos wieder einsammeln und Klage einreichen. Hier fährt jeder kreuz und quer und versucht sein Auto heil durch den aufgerissenen Boden mit den tiefen Schlaglöchern zu bringen.  Hier am Anfang des Ortes, wirkt es nicht wie die Stadt der Steine, die man von Fotos kennt. Betonhäuser ragen auf, die Baustelle haben wir schon kennengelernt und alles in allem wirkt es wie jede beliebige Vorstadt. Wer sich aber Richtung Altstadt bewegt, ist plötzlich in einer anderen Welt!

Über die SH 99 und SH 4 gelangen wir von Ksmail nach Gjirokastra. Die Straße hält spektakuläre Ausblicke bereit und führt euch von Ksamil, an den Sehenswürdigkeiten Butrint und Syri i Kaltër vorbei.

Auf der Straße nach Gjirokastra
Auf der Straße nach Gjirokastra

Mit nicht ganz 20 000 Einwohnern ist Gjirokastra (auf albanisch Gjirokastër) eine Kleinstadt.  Die „Stadt der Steine“ oder auch „Silberburg“, wie Sie auf griechisch heißt, verdankt ihren Namen den grauen Schieferdächern und Steinhäusern in der Altstadt. Die Häuser wurden am Hang des Gebirges Mali i Gjerë gebaut und ziehen sich bis zur Burg, die den Ort überragt. Seit 2005 ist die Stadt und das Gebiet Unesco Welterbe und das gibt dem Ort viel Aufwind, denn die Arbeitslosigkeit und dadurch entstandene Auswanderung war hoch. Der Tourismus gab dem Ort einen großen Aufwind. Bisher ist sich Albanien aber noch treu geblieben, denn das traditionelle (von Handwerk bis köstliche Gerichte) wird weiterhin in der Altstadt bewahrt.

Altstadt

Die Beschilderung funktioniert und ein Parkplatz am Çerçiz-Topulli-Platz (nach dem Freiheitskämpfer benannt) ist schnell gefunden. Hier hängt auch ein Plan mit allen Sehenswürdigkeiten.

Gutes Schuhwerk ist ratsam, denn es geht, auf den teils unebenen und glatten Kopfsteinpflaster  nach oben.

 

Karte Gjirokaster
Karte Gjirokaster

Qafar e Bazarit

Von unserem Parkplatz aus, gelangen wir nach ein paar Minuten Gehweg zur Straße des Basars Qafar e Bazarit. Es ist kein Basar im klassischen Sinne, sondern ein Viertel mit 4 Straßen, dass viele kleine Läden aufweist.  Wer Souvenirs oder einheimische Produkte sucht, wird hier mit Sicherheit fündig. Viel wird noch in traditioneller Handarbeit gefertigt. Dazu kommen Restaurants und Cafes (habe ich schon erwähnt, dass es in Albanien wunderbaren Kaffee gibt ;).

Die Straßen wurden schon im 18.Jahrhundert mit dunkelgrauen Steinen gepflastert und mit den Bergen im Hintergrund. Es gibt hier so viel zu sehen, dass die Zeit im Fluge vergeht.

 

 

Qafar e Bazarit Gjirokastra
Qafar e Bazarit Gjirokastra

 

Gjirokaster Basar
Gjirokaster Basar

 

Die Burg von Gjirokastra

Die Burg thront hoch über Gjirokastra und ihr solltet euch einen Besuch wirklich nicht entgehen lassen.

Auf den dunkelgrau gepflasterten Straßen mit seinem weißen Muster laufen wir von der Altstadt nach oben in Richtung Festung. Vorbei an dem Stadion der Stadt und wunderschönen Häusern.  Wer aber nicht laufen möchte, kann auch mit einem Taxi nach oben fahren.

Gjirokaster
Auf dem Weg zur Burg

Vor der Burg sieht man ein paar kleine Stände, die u.a. selbstgemachte Häkelwaren verkaufen. Die Festung ist noch sehr gut erhalten und hier findet alle 4-5 Jahre  das albanische Folklorefestival statt. Unter anderem beherbergt die Festung auch ein Waffenmuseum und das ehemalige Gefängnis.

 

Albanien Festung
Albanien Festung

In der Burg

In der Burg geht man links an einer Ausstellung von Kanonen aus verschiedenen Jahrhunderten vorbei. Durch ein Tor gelangt man zur Grünanlage, die einen wunderschönen Ausblick über die Stadt bietet.

Hier stehen auch die Überreste des berühmten amerikanischen Flugzeuges, welches in den 40er Jahren angeblich abgeschossen wurde.  Hierzu gibt es 2 unterschiedliche Geschichten, welche auf der Infotafel auf englisch angegeben sind.

Auf der Burg gibt es viele Infotafeln (auch auf Englisch),die  von der Geschichte der Stadt und der Burg erzählen. Im weiteren Verlauf der Außenanlage kommt man an einem Uhrturm und dem alten Theater vorbei. Überhaupt ist der Außenbereich sehr weitläufig, mit vielen Ruinen und unrestaurierten Gängen. Bilder sagen mehr als tausend Worte…

 

Flugzeug Gjirokaster

Überreste des 1957 abgestürzten amerikanischen Flugzeugs, welches in der Festung besichtigt werden kann. 

Gjirokastra Theater Burg Albanien
Gjirokastra Theater Burg
Uhrenturm Gjirokastra
Uhrenturm Gjirokastra

 

Außenbereich Burg Gjirokastra
Außenbereich Burg Gjirokastra

Albanien hat Humor
Albanien hat Humor

Altes Gefängnis und Waffenmuseum

Gefängnis

Vom Eingang rechts, kommt man zum Gefängnis. In diesem waren  bis 1968 noch politisch Gefangene inhaftiert. Wer die Burg von außen betrachtet, sieht das es 7 Fenster gibt und genau so wurde es damals von den Einheimischen genannt.

Heute kann man das Gefängnis und die Zellen besichtigen. Es wurde eine Gedenkstätte für die hingerichteten Widerstandskämpfer und politisch Gefangenen eingerichtet. In jeder Zelle sind Schriften an der Wand(allerdings auf albanisch). Die Trostlosigkeit an diesem Ort, ist auch heute noch spürbar.

Gefängnis in der Burg Gjirokastra
Gefängnis in der Burg Gjirokastra

 

Gjirokaster
Durchgang zum Gefängnis

 

Zelle in Gjirokastra
Zelle in Gjirokastra
Gefängnis Gjirokastra
Gefängnis Gjirokastra

 

 

 

Gefängnis in Gjirokastra
Gefängnis in Gjirokastra

 

 

Das Waffenmuseum

Waffenmuseum Gjirokastra
Waffenmuseum Gjirokastra

Hier gibt es in mehreren Räumen eine Ausstellung über den Kampf der Partisanen gegen die Wehrmächte von 1939 bis 1944.

Wir fanden das Gefängnis wesentlich interessanter, als das Waffenmuseum, aber das ist Geschmackssache.

Eintritt

200 Lek pro Person, also nicht mal 2 € kostet der Eintritt.

Der Besuch des Museums kostet zusätzlich 200 Lek.

Die 3,50 € pro Person für Burg und Museum lohnen sich absolut!

Weitere Sehenswürdigkeiten in Gjirokastra

Wir haben unsere restliche Zeit beim herumbummeln durch die Stadt genossen. Die Steinhäuser, die im Obergeschoss mit Balkonen, Fenstern und Verzierungen so herrschaftlich wirken, können auch zum Teil besichtigt werden.  Wer also immer schon mal wissen wollte, wie es innen aussieht, geht zum Zekate oder Skenduli Haus. Beide im Privatbesitz, sind aber auch ohne Termin anzusehen. Ansonsten einfach bei der Touristinformation nachfragen.

Das Tourist Information Center findet ihr in der Rruga Gjin Bue Shpata.

Für das Ethnographische Museum hatten wir keine Zeit mehr. Auch der Tunnel zur Burg hätte uns interessiert, aber den haben wir geschlossen vorgefunden. Wer dort war, kann uns doch mal berichten, was wir verpasst haben 😉

Fazit

Auch wenn es euch wie uns geht und ihr keine Liebhaber von Stadtbesichtigungen seid, solltet ihr , Gjirokastër besuchen. Es lohnt sich und unterscheidet sich komplett von anderen Städten. Nicht nur durch sein Erscheinungsbild, sondern auch durch seinen Charme und auch den Mythen und Legenden die sich um diese Stadt ranken.

Albanien Gijrokastra Festung
Albanien hat Humor

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