Albanien im VW Bus – Rrëshen bis Durrës mit Straßenhunden

Rrëshen

Hier in Albaniens Norden wirken die Menschen entspannt. Alle sind am winken und freuen sich, wenn unser kleiner VW Bus vorbeifährt.

Wir mussten dringend einkaufen. In Rrëshen fanden wir einen kleinen Supermarkt und deckten uns mit allem notwendigen ein. Überrascht waren wir von der großen Auswahl.  Im nachhinein ist es ziemlich dämnlich davon überrascht zu sein, denn man ist ja nicht in einem dritten Welt Land. Wesentlich ärmer als Deutschland, aber selbstverständlich kann man im Supermarkt alle möglichen Markenlebensmittel kaufen. Zwar wesentlich teurer als in Deutschland, aber wer nicht darauf verzichten kann oder will, hat alle Möglichkeiten.

Rrëshen  ist eine eher ärmliche Kleinstadt. Bergwerke stehen still, wirtschaftliche Perspektiven gibt es momentan nicht. Hier treffen sich die Einheimischen Abends im Ort und wir beobachten fasziniert das bunte Treiben. Der Ort ist so voller Menschen, dass sich hier anscheinend jeder Abends trifft. Kinder toben über den Marktplatz, Männer spielen Domino.. Für uns wird es Zeit einen Platz für die Nacht zu finden. Michi sucht bei Google Maps einen kleinen Weg heraus, der uns letzendlich in ein Flussbett führt.

Wir genossen die Ruhe, den Sternenhimmel und eine albanische Frischteigpizza (Vancooking ist nicht so unser Ding 😉 und  fielen müde ins Bett.

<img src=“/wild-campen-albanien.jpg“ alt=„Campen mitten in der Natur in einem einsamen Flussbett“>
Wild campen im Flussbett

 

<img src=“/vancooking-im-omnia.jpg“ alt=„Kochen im VW Bus“>
Vancooking- Albanische Pizza im Omnia

Einzige Autobahn Albaniens

Morgens ging es endlich auf die Autobahn Richtung Durrës.

Kann man wegen einer Autobahn aufgeregt sein? Hier kann man das definitv!

Die Autostrada A1 wurde erst 2009 eröffnet und führt von Durrës durch das nordalbanische Gebirge nach Kukës  und weiter nach Morina zur Grenze Kosovos. Es ist die einzige Autobahn in Albanien. Im Vorfeld hatten wir schon viel davon gelesen und was man darüber liest, ist wahr, denn hier trifft man Eselkarren, Fahrradfahrer und Menschen die anhalten um Hochzeitsfotos zu machen.

<img src=“/autobahn-albanien.jpg“ alt=„Offener Pferdetransporter auf der einzigen Autobahn Albaniens“>
Pferde Transporter auf der Autobahn

Amphitheater Durrës

In Durrës angekommen, besuchten wir das Amphitheater. Es bot in früheren Zeiten Platz für mindestens 16.000, aber vielleicht sogar 23.000 Zuschauer und war damit das größte römische Amphitheater der Balkanhalbinsel. Erbaut wurde es im 2. Jahrhundert von Kaiser Trajan. Ihr findet es mitten in der Stadt, umgeben von Hochhäusern.

<img src=“/amphitheater-durres.jpg“ alt=„Das Amphitheater in Durres von Hochhäusern umgeben“>
Amphitheater in Durres – umgeben von Hochhäusern

 

<img src=“/amphitheater-in-albanien.jpg“ alt=„Das Amphitheater in Durres“>
Amphitheater in Durres

Wie alles in Albanien, ist auch der Eintritt in das Amphitheater mit 2€ pro Person sehr günstig. Angeblich wurde das Theater gefunden, als ein Weinkeller

angelegt werden sollte. Die Gewölbe sind begehbar und man findet auch ein Mosaik aus frühchristlicher Zeit, dass erstaunlich gut erhalten ist.

Ausgrabungen sind momentan noch in Gänge.

<img src=“/blumenstand-in-albanien.jpg“ alt=„Ein Blumenstand vor dem Friedhof in Durres“>
Plastikblumen vor dem Friedhof

Durres ist eine quirlige Hafenstadt. Nach den gemütlichen Bergregionen mit entspannten Bewohnern, die alle winken und grüßen, wenn man vorbeifährt, ein krasser Gegensatz. Es ist hier laut, sehr viel Verkehr.  Die Hotels am Strand wirken sehr modern. Alles nichts für uns..

Straßenhunde

Wir fuhren raus aus der Stadt.  Kap Rodonit sah auf Fotos schön aus und angeblich sollte es auch einen Campingplatz geben. Hier erlebten wir dann einen der traurigsten Momente auf unseren Reisen.

Am Parkplatz des Kap Rodonit angekommen, fiel uns gleich eine Hündin auf, die von Gebüsch zu Gebüsch lief. Sie kam uns gleich entgegen und wir gaben ihr Wasser zu trinken.

Nach einem kurzen Ausflug an den wirklich stark vermüllten Strand, allerdings mit herrlichen Muscheln, kamen wir wieder zurück zu unserem Bus.

Die Hündin hielt sich sofort wieder bei uns auf. Wir überlegten noch ob wir hier die Nacht verbringen sollten, als sie zur Hecke lief und mit einem Bündel zurückkam. Im ersten Moment blickten wir nicht gleich, was es war und dann sah man aber schnell, dass es ihr toter Welpe war. Sie hielt ihn so behutsam und legte ihn in unserem Bus ab.

Wie sie uns angesehen hat, werden wir nie mehr vergessen. Voller Hoffnung und im Hilfe suchend. Zu behaupten, wir wären mit der Situation überfordert gewesen, wäre untertrieben. Wie immer war Michi derjenige, mit dem kühlen Kopf und großem Herz. Vorsichtig hat er den Welpen hochgehoben und hätte ihn auch noch beerdigt. Die Hündin hat ihren Welpen aber wieder behutsam aus Michis Händen genommen und ins Gebüsch getragen.

Haben wir überlegt sie mitzunehmen? Ja klar, dass hätte wohl auch jeder andere getan. Genaugenommen hätten wir am Ende der Albanien Reise dann ca 30 Hunde im Bus gehabt.

An jedem Ort in Albanien hat man Straßenhunde um sich. Ganz egal ob Strand, Stadt oder in der entlegensten Wildnis. Wahnsinnig viele waren sehr zutraulich und freundlich. Andere halten lieber Abstand. Aggressiv begegnet ist uns keiner.

<img src=“/strassenhunde-in-albanien.jpg“ alt=„In Albanien gibt es sehr viele freundliche Straßenhunde“>
Straßenhunde in Albanien

Albanien ist bestimmt nicht für seinen Tierschutz bekannt, zwar gibt es in Tirana einen Tierschutzverein und zudem auch einige Tierheime, allerdings ist es selbstverständlich nicht vergleichbar mit Deutschland. Damit will ich aber nicht sagen, dass Tiere in Albanien grundsätzlich schlecht behandelt werden. Wenn viele Einheimische arm sind, dann steht der Tierschutz für die Bevölkerung, einfach erstmal nicht an erster Stelle. Dies ist nicht nur in Albanien so.

In Bosnien gibt es ein Projekt, dass gut angenommen wird. Hierbei wird die Bevölkerung sensibilisiert und aufgeklärt, dass nicht der Straßenhund von Grund auf böse ist, sondern die Menschen ihn dazu bringen aggressiv zu werden. Es funktioniert so gut, dass Menschen vor Ort, Straßenhunde aufnehmen.

Wer sich gerne über die Tierhilfe in Albanien informieren möchte, kann dies hier auf der Seite der Tierhilfe Tirana

 

Es fiel uns schwer weiterzufahren und die Hunde gingen uns die gesamte Reise und auch jetzt noch, nicht mehr aus dem Kopf.

<img src=“/strand-in-albanien.jpg“ alt=„Einsamer Strand in Albanien mit glasklarem Wasser“>
Strand im Norden Albaniens
Koordinaten 41°34’04.3″N und 19°27’35.3 E Hier nur in der Nebensaison wildcampen!

 

 

Wir fanden einen Platz, einige Kilometer entfernt vom Kap, direkt am Strand. Michi ging schnorcheln und danach sahen wir uns, ganz kitschig, den Sonnenuntergang an..

Bisherige Eindrücke

Albanien..

…ist ein sehr freundliches Land

…ist günstig

Raki ist super

…bietet nach jeder Ecke etwas neues aufregendes

…hat ein Müllproblem

Raki ist prima

…hat spektakuläre Naturattraktionen

…bietet jedem Mercedes ein zu Hause

…hat viel mehr Hunde, als Katzen

…und hab ich schon erwähnt…Raki ist toll..

 

Der holprigste Weg, bietet immer das schönste Ziel

 

Gas durchdrücken…weiter geht es in den Süden Albaniens. Zum Osum Canyon gelangt ihr hier

 

2 Kommentare bei „Albanien im VW Bus – Rrëshen bis Durrës mit Straßenhunden“

  1. Wir waren mit dem Wohnmobil am Kap rodonit und ich wollte nur einen einzigen Hund mitnehmen, eine Hündin am Kap… ein Jahr später träume ich immer noch von ihr und inzwischen bereue ich schmerzlich sie nicht mitgenommen zu haben. Vernunft fühlt sich nicht gut an…
    und ja, Raki ist Mega

    1. Hallo liebe Tina,

      ich kann dich so gut verstehen. Ich denke auch noch sehr oft an die freundliche Hündin am Kap und immer frage ich mich, ob es die richtige Entscheidung war oder ob es nicht doch eine Möglichkeit gegeben hätte sie mitzunehmen:( Liebe Grüße Jasmin

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