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Albanien Reiseland Tipp – Vorurteile und Tatsachen

Aktualisiert 2026

Jetzt 2026 ist es bereits acht Jahre her, dass ich diesen Beitrag über Albanien geschrieben habe. Seitdem hat sich unglaublich viel verändert. Das Land, das früher für viele noch ein echter Geheimtipp war, gehört inzwischen zu den beliebtesten Reisezielen Europas. Allein 2024 kamen rund 11,7 Millionen internationale Besucher nach Albanien – ein neuer Rekord.

Also nein: Ein Geheimtipp ist Albanien 2026 definitiv nicht mehr. Trotzdem hat das Land für uns nichts von seiner Faszination verloren. Es gibt noch immer wilde Landschaften, ursprüngliche Bergregionen, traumhafte Strände und jede Menge Orte, die man abseits der bekannten Routen entdecken kann.

In diesem Beitrag nehmen wir euch mit auf eine kleine Zeitreise: Wie hat sich Albanien verändert? Welche Vorurteile gab und gibt es noch immer? Wie war das Reisen durch Albanien früher und wie sieht es heute aus? Und natürlich erzählen wir euch auch, was wir auf unseren eigenen Reisen erlebt haben.

Wie viele Vorurteile bleiben noch über Albanien?

Überall liest man positives über die Freundlichkeit der Menschen in Albanien, die schönen Strände und die atemberaubende Natur. Im Land verändert sich vieles. 2019 wurde sehr stark gegen Schwarzbau vorgegangen, viele neue Bungalows und Ferienhäuser wurden gebaut. Die Straße in das einst unberührte Teth ist fertig und auch Reisebusse kommen nun auf asphaltierter Strecke dorthin, wo sonst nur Offroader und Einheimische zu finden waren. Albanien wird von Jahr zu Jahr weniger wild und unberührt. Aber was oft vergessen wird, jeder einzelne von euch hat den weiteren Verlauf selbst in der Hand!

Es ist nie zu spät, Vorurteile abzulegen.

Henry David Thoreau

Denn auf der einen Seite ist Albaniens Fortschritt wünschenswert, denn der Tourismus kann eine große Einnahmequelle sein und Arbeitsplätze schaffen. Man darf nicht vergessen, dass Albanien noch immer zu einem sehr großen Teil ein armes Land ist.

Korruption herrscht nach wie vor, auch wenn seit einigen Jahren durch die SPAK, die Special Structure Against Corruption and Organised Crime, dagegen vorgegangen wird.

Nachteile des Tourismus in Albanien

Auf der anderen Seite wird Albanien für internationale Investoren immer interessanter. Das bringt Arbeitsplätze, Infrastruktur und neue Möglichkeiten für die Menschen vor Ort – birgt aber auch eine große Gefahr: Die Natur, wegen der viele von uns überhaupt nach Albanien reisen, leidet zunehmend unter der Umsetzung des wachsenden Tourismus.

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Ganz ehrlich: Mir graut es bei dem Gedanken, irgendwann an unserem einsamen Lieblingsstrand zu stehen und dort plötzlich ein großes Hotel vorzufinden. Genau diese Entwicklung lässt sich an einigen Stellen bereits beobachten. Auch in und rund um geschützte Gebiete stehen zunehmend größere touristische Projekte zur Diskussion. Die 2024 geänderten Regeln für Schutzgebiete haben den Weg für solche Vorhaben teilweise erleichtert und sorgen bis heute für Kritik von Naturschutzorganisationen und auf europäischer Ebene.

Ein Beispiel dafür ist die Vjosa-Narta-Region mit der Narta-Lagune. Schon der Bau des Flughafens von Vlora in unmittelbarer Nähe des geschützten Gebiets hat für heftige Diskussionen gesorgt. Die Lagune ist ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Vogelarten und gilt als ökologisch besonders wertvoll. Hier zum Artikel—> Bebauung der Lagune Narta

Wir hoffen deshalb sehr, dass Albanien bei seiner weiteren Entwicklung nicht die Fehler anderer Küstenländer wiederholt und seine Küste nicht Stück für Stück zubaut. Montenegro zeigt eindrücklich, wie schnell sich eine Küstenregion verändern kann, wenn Tourismus und Immobilienentwicklung immer mehr Raum einnehmen.

Aber genau hier können auch wir als Reisende etwas bewirken. Denn jeder von uns hat ein Stück weit selbst in der Hand, welche Entwicklung er unterstützt. Wo wir übernachten, welche Unternehmen wir unterstützen, wie wir mit der Natur umgehen und ob wir unseren Müll wieder mitnehmen – all das macht einen Unterschied.

Vorurteile Albanien 2018

„Was wollt ihr denn in Albanien?“ „Fahrt da lieber nicht hin, da wird man ausgeraubt.“ „In Albanien gibt es doch nichts.“ „Da ist es doch so gefährlich.“ „Ohne Allrad braucht man nicht nach Albanien.“ So oder so ähnlich waren die Kommentare, als wir unsere Reisepläne 2018 vorstellten. Kaum zu glauben, wenn man die Situation 2018 mit 2026 vergleicht.

2018 hatte ich folgendes nach unserer ersten Reise durch Albanien geschrieben:

Jetzt nach der Reise finde ich es unglaublich, wie viele Vorurteile über dieses Land bestehen. Tatsächlich trifft keines der oben genannten zu..naja, vielleicht bis auf die Straßenverhältnisse 😉 Obwohl es auch da darauf ankommt, wo man hin möchte. z. B. sind die Straßen an der Küste entlang neu asphaltiert.

Straße zum Strand in Albanien
Weg zum Strand in Albanien

Freundlichkeit in Albanien

2019 waren solche Situationen ganz normal: Wir in Shkodra (immer noch unsere Lieblingsstadt auch wenn viele das bestimmt nicht verstehen werden 🙂 mitten im Abendverkehr unterwegs im Kreisverkehr. Neben uns ein Eselkarren, von hinten kommt ein Fahrrad, unzählige Autos quetschen sich vor, hinter und neben uns, dem Eselkarren und dem Fahrrad vorbei und plötzlich drängelt sich ein neuer Mercedes von der Seite in den Kreisverkehr und der Fahrer schreit uns ein lautes „Servus“ zu.

Vorurteile in Albanien: Essen 2018

Auch beim Thema Essen gab es früher so einige Vorurteile über Albanien. Unsere Erfahrung war allerdings eine ganz andere: Wir haben auf unseren Reisen unglaublich lecker gegessen. Vieles wurde frisch zubereitet und gerade Gemüse, Salate und regionale Produkte kamen häufig direkt aus der Umgebung.

Natürlich sind Fleisch- und Fischgerichte traditionell sehr beliebt, aber auch Vegetarier finden inzwischen eine deutlich größere Auswahl als noch vor einigen Jahren.

2018 waren die Preise für uns dabei fast unglaublich günstig. Für zwei Personen mit Getränken, Hauptgericht, Salat und Dessert haben wir häufig um die 15 € insgesamt bezahlt. Das war allerdings unser persönlicher Erfahrungswert von damals und lässt sich heute so nicht mehr übertragen.

Restaurants in Albanien 2026

Inzwischen hat sich auch beim Essen einiges verändert. Die Preise sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, besonders in den touristischen Küstenorten. Das überrascht uns allerdings nicht wirklich – mit dem zunehmenden Tourismus haben sich auch Restaurants, Bars und Beachclubs stärker auf internationale Gäste eingestellt.

Besonders deutlich merkt man das in Ksamil, Saranda und an beliebten Strandabschnitten rund um Borsh. Direkt an der Strandpromenade oder in angesagten Beachclubs können die Preise inzwischen deutlich über dem liegen, was man noch vor einigen Jahren aus Albanien gewohnt war. Aktuelle Preisangaben für Saranda zeigen beispielsweise etwa 45–50 € für drei Gänge für zwei Personen in einem Restaurant der mittleren Preisklasse.

Trotzdem ist Albanien nicht plötzlich ein teures Reiseland geworden. Wer sich ein wenig von den touristischen Hotspots entfernt und dort essen geht, wo auch Einheimische sitzen, kann noch immer vergleichsweise günstig und sehr gut essen. Gerade einfache Tavernen, Grillrestaurants und kleine Lokale abseits der Strandpromenaden bieten häufig ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Unser Tipp: Schaut euch ruhig die Speisekarte an, bevor ihr euch hinsetzt, und vergleicht ein paar Restaurants. Gerade an den touristischen Küstenorten können die Preise von einem Lokal zum nächsten inzwischen ordentlich variieren.

Albanien hat also auch beim Essen einen Wandel durchgemacht. Die Zeiten, in denen man für 15 € zu zweit inklusive Getränken ein komplettes Abendessen bekam, sind an der Küste vorbei. Aber wer abseits der Touristenmeilen unterwegs ist, kann noch immer richtig lecker und vergleichsweise günstig essen.

Natur und Sehenswürdigkeiten

Albanien hat noch immer viele Orte, an denen sich die Natur ganz ursprünglich erleben lässt – auch wenn sich das Land in den vergangenen Jahren stark verändert hat. Was wir besonders mögen: Viele Sehenswürdigkeiten sind weiterhin kostenlos oder kosten nur wenig Eintritt. Eine übertriebene touristische Inszenierung findet man längst nicht überall.

Auch einige unserer damaligen Highlights wie die Osum-Schlucht oder die Thermalquellen von Bënjë könnt ihr weiterhin besuchen, ohne dafür tief in die Tasche greifen zu müssen.

Natur und Sehenswürdigkeiten 2026

Die Natur ist nach wie vor beeindruckend und Albanien hat jede Menge außergewöhnliche Landschaften und Sehenswürdigkeiten zu bieten. Gleichzeitig wäre es aber falsch zu behaupten, das Land sei noch genauso unberührt wie vor einigen Jahren. Besonders deutlich wird das in Theth: Die einst schwierige Anfahrt über die Bergstraße ist inzwischen deutlich einfacher, große Teile der Strecke sind asphaltiert und dadurch kommen wesentlich mehr Besucher in die Region.

Auch die Thermalquellen von Bënjë waren schon früher kein Geheimtipp. Inzwischen trifft man dort allerdings deutlich häufiger auf internationale Reisende. Was einst vor allem ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und wenige Individualreisende war, ist heute ein fester Bestandteil vieler Albanien-Routen.

Trotzdem gibt es sie noch – diese besonderen Orte, an denen man einfach stehen bleibt und denkt: Dafür sind wir nach Albanien gekommen. Man muss sie heute nur etwas gezielter suchen und bereit sein, die bekannten Routen auch einmal zu verlassen.

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Osumi Canyon

Straßen in Albanien – früher und heute

Als wir 2018 zum ersten Mal mit unserem VW T3 durch Albanien gefahren sind, waren die Straßen für uns definitiv Teil des Abenteuers. Eine gut ausgebaute Autobahnverbindung führte damals vor allem Richtung Kosovo, während viele andere Strecken deutlich einfacher ausgebaut waren.

Und genau auf diesen Straßen gab es einiges zu sehen: aufregende Gespanne mit Pferden, bis oben hin beladene Fahrzeuge, aufgestapelte Reifen oder Heu, Eselkarren, Mofas und manchmal auch Menschen, die einfach mitten auf der Straße ausstiegen. 😄 Für uns war das irgendwie typisch Albanien – und machte jede Fahrt ein bisschen spannender.

Straßen in Albanien 2026

Auch hier hat sich in den vergangenen Jahren sehr viel verändert. Viele wichtige Straßen wurden ausgebaut, neue Schnellstraßen und Autobahnabschnitte sind entstanden und die Infrastruktur wird kontinuierlich verbessert. Gerade die Hauptverbindungen zwischen den größeren Städten und touristischen Regionen sind heute deutlich komfortabler zu fahren als noch bei unserer ersten Reise.

Trotzdem gibt es weiterhin große Unterschiede zwischen den einzelnen Straßen. Abseits der Hauptverbindungen können euch nach wie vor Schlaglöcher, schmale Bergstraßen oder weniger gut ausgebaute Strecken erwarten. Gerade in abgelegenen Regionen sollte man deshalb etwas mehr Zeit einplanen und nicht unbedingt davon ausgehen, dass die Strecke genauso schnell zu bewältigen ist, wie es das Navi verspricht.

Die Küstenstraße entlang der albanischen Riviera haben wir schon damals als gut befahrbar erlebt – und auch heute sind viele der wichtigen Verbindungen problemlos mit einem normalen Fahrzeug zu bewältigen.

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Esel laufen durch Ksamil

…und diese Strände

Karibische Strände findet man nicht nur in der Karibik. Es gibt hier wirklich außergewöhnlich schöne Strände. Strände in Canyons eingebettet, kilometerlange Sandstrände, Puderzuckerstrände..hier findet ihr alle.

Aber schon 2018 schrieben wir folgendes:

In der Hauptsaison ist Albanien allerdings sehr gut besucht. Hier gibt es Sonnenschirme und Liegestühle an den Stränden und Strandbars. In den touristischen Küstenorten wie z.B. in Ksamil oder Saranda ist alles recht modern mit Loungebereichen, Cocktails, einer Strandpromenade.

Strände in Albanien 2026

Auch an den Stränden hat sich in den vergangenen Jahren massiv etwas verändert. In der Nebensaison treffen wir inzwischen deutlich häufiger auf Camper und Wohnmobile, während die Küste im Sommer von internationalen Urlaubern regelrecht bevölkert wird.

Natürlich war auch früher in der Hauptsaison einiges los. Der Unterschied ist aber die internationale Dimension des Tourismus. Albanien ist längst kein Geheimtipp mehr und entsprechend haben sich auch die Strände verändert.Besonders spannend finden wir die Entwicklung der Strandbars. Am kilometerlangen Strand von Borsh reiht sich inzwischen eine moderne Boho-Bar an die nächste. 2018 saßen wir teilweise noch in einfachen Strandbars, die aus ein paar alten Brettern und zusammengenageltem Holz entstanden.

Auch heute kann man an vielen Stellen noch schöne und entspannte Strandtage verbringen. Nur das Gesicht der albanischen Küste hat sich verändert. Aus dem einfachen, teilweise etwas chaotischen Strandurlaub ist an vielen Orten ein deutlich professionellerer Tourismus geworden.

Ksamil Strand Albanien
Strand in Ksamil

Müll in Albanien 2018

2018 schrieben wir: Natürlich gibt es auch weniger schönes, z.B. gibt es wahnsinnig viel Müll. An den Stränden, in der Natur, auf den Straßen. Je nachdem wo ihr seid, fällt es euch mehr oder weniger auf. In touristischen Orten und Stränden ist der Müll so gut wie nicht vorhanden und wird gesäubert. Seid ihr außerhalb unterwegs, gibt es denn Müll in Massen.

Müll und Recycling 2026

Auch beim Thema Müll hat sich Albanien seit unseren ersten Reisen spürbar weiterentwickelt. Schon bei unseren späteren Besuchen sind uns deutlich mehr Mülltonnen und regelmäßigere Leerungen aufgefallen. An beliebten Stränden wurde und wird außerdem immer wieder Müll gesammelt.

Auch Mülltrennung und Recycling spielen zunehmend eine Rolle. An einigen Orten findet man inzwischen getrennte Sammelbehälter – allerdings ist die Infrastruktur dafür noch nicht überall gleich gut ausgebaut.

Und genau hier sollte man meiner Meinung nach auch etwas Geduld haben. Ein funktionierendes Abfall- und Recyclingsystem lässt sich nicht innerhalb weniger Jahre komplett aufbauen. Dafür braucht es Infrastruktur, Geld, funktionierende Entsorgungswege und natürlich auch Menschen, die diese Möglichkeiten nutzen.

Albanien hat hier also noch einiges vor sich. Gleichzeitig finden wir es wichtig, auch die Fortschritte zu sehen und nicht immer nur mit dem Finger auf die Probleme zu zeigen.

Straßenhunde in Albanien

Straßenhunde waren und sind in Albanien ein großes Thema. Es gibt sie hier überall und in einer enormen Anzahl. Egal wo wir gehalten haben, mindestens ein Hund war schon vorher da.

Was uns damals besonders aufgefallen ist: Viele der Straßenhunde waren erstaunlich freundlich und zutraulich. Natürlich gilt das nicht für jedes Tier. Einige Hunde haben vermutlich schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht, sind ängstlich und reagieren entsprechend zurückhaltend.

Wenn ihr mit dem Camper durch Albanien reist und den Tieren gerne etwas Gutes tun möchtet, kann es daher sinnvoll sein, etwas Hundefutter dabeizuhaben. Bei unserer Reise 2019 konnten wir vor Ort kein Hundefutter finden, dass hat sich mittlerweile verbessert.

Auch beim Tierschutz hat sich in Albanien in den vergangenen Jahren etwas bewegt. Bei unseren Reisen ab 2023 hatten wir den Eindruck, deutlich weniger Straßenhunde zu sehen. Gleichzeitig sind mehr Tierärzte, lokale Initiativen und Tierschutzorganisationen aktiv, die sich um Straßenhunde und andere Tiere kümmern.Das bedeutet allerdings nicht, dass das Problem gelöst wäre. Ganz im Gegenteil! Straßenhunde und der Umgang mit herrenlosen Tieren bleiben in Albanien weiterhin ein sehr großes und sehr trauriges Thema.

Was wir alle für Straßenhunde tun können und das Leid langfristig verhindern kann: Unterstützt seriöse Organisationen wie z.B. Jeta durch Spenden oder Hilfe vor Ort. Damit die Zahl der Straßenhunde nicht weiter steigt ist Kastration, Impfung, Aufklärung und medizinische Versorgung entscheidend.

Straßenhund Butrint vw t3 tierhilfe
Straßenhund in Butrint

Alles Muslime in Albanien??

Eines der wohl größten Vorurteile über Albanien betrifft die Religion. In Deutschland denken viele noch immer, Albanien sei ein rein muslimisches Land. Ganz so einfach ist es allerdings nicht.

Albanien ist religiös sehr vielfältig. Laut dem Zensus von 2023 bekennen sich die Menschen unter anderem zum Islam, zur katholischen und orthodoxen Kirche. Gleichzeitig bezeichneten sich 13,8 % als gläubig, aber ohne einer bestimmten Religion anzugehören, während 3,6 % angaben, atheistisch zu sein. Ein weiterer Teil machte keine Angabe.

Das hat auch mit der besonderen Geschichte des Landes zu tun. Unter dem kommunistischen Diktator Enver Hoxha wurde Albanien 1967 offiziell zum atheistischen Staat erklärt. Jegliche Form von Religion wurde verboten, religiöse Einrichtungen wurden geschlossen und viele Moscheen, Kirchen und andere Gotteshäuser zerstört oder für andere Zwecke genutzt.

Wenn ihr heute durch Albanien reist, fällt deshalb schnell auf, dass Religion für viele Menschen keine so offensichtliche Rolle im Alltag spielt, wie man es vielleicht aus anderen Ländern kennt. Natürlich gibt es Moscheen, Kirchen und den Ruf des Muezzins – und Religion wird von vielen Menschen auch praktiziert. Gleichzeitig ist die Gesellschaft insgesamt erstaunlich säkular geprägt.

Verschleierte Frauen sieht man beispielsweise nicht flächendeckend im Straßenbild. Religion ist in Albanien für viele Menschen eher eine persönliche Angelegenheit und weniger etwas, das nach außen getragen wird.

Was uns auf unseren Reisen viel häufiger begegnet ist, sind Traditionen und Aberglaube. Gerade hier merkt man, dass alte Bräuche und Vorstellungen die albanische Gesellschaft teilweise stärker prägen können als die eigentliche Religionszugehörigkeit.

„Europas Kolumbien“ – Lazarat und Cannabis

Albanien wurde früher nicht ohne Grund manchmal als „Kolumbien Europas“ bezeichnet. Ein wesentlicher Grund dafür war Lazarat, ein kleines Dorf rund zwei Kilometer von Gjirokastra entfernt, das lange als Zentrum des illegalen Cannabis-Anbaus in Albanien galt.

Bis 2014 wurden rund um Lazarat große Mengen Cannabis angebaut. Der Staat ging schließlich massiv gegen den Anbau vor: 2014 rückten rund 800 bis 900 Polizisten und Spezialkräfte in das Dorf ein. Der mehrtägige Einsatz wurde von heftigen Auseinandersetzungen und Schusswechseln begleitet. Damit endete die Zeit, in der Lazarat als eines der wichtigsten Zentren des illegalen Cannabisanbaus im Land bekannt war.

Als wir 2018 auf Instagram ankündigten, dass wir nach Albanien fahren. Haben uns viele Einheimische geschrieben und uns eingeladen und auch Hilfe angeboten wenn wir Probleme mit der Sprache haben. Dies hatten wir noch in keinem anderen Land. Allerdings wurden uns auch Drogen angeboten und das recht häufig. Bei unseren späteren Reisen, hatten wir das nicht mehr.

Fazit

Albanien ist nicht mehr das Albanien, das wir 2018 kennengelernt haben. Und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – kommen wir immer wieder zurück.

Die Straßen sind besser geworden, die Infrastruktur wächst, immer mehr Hotels, Beachbars und Ferienhäuser entstehen und aus dem ehemaligen Geheimtipp ist längst ein beliebtes Reiseziel geworden. Orte wie Ksamil, Saranda oder Theth zeigen besonders deutlich, wie schnell sich ein Land durch den zunehmenden Tourismus verändern kann.

Manches davon finden wir großartig. Die Menschen haben neue Möglichkeiten, die Infrastruktur verbessert sich und Albanien ist heute wesentlich einfacher zu bereisen. Gleichzeitig geht dadurch natürlich ein Teil des wilden und ursprünglichen Charakters verloren, der uns bei unserer ersten Reise so begeistert hat.

Was aber geblieben ist, sind die unglaublich abwechslungsreiche Landschaft, die Berge, Schluchten, Flüsse und Strände. Und vor allem die Gastfreundschaft der Menschen. Wir haben auf unseren Reisen so viele hilfsbereite und herzliche Albaner kennengelernt, dass genau diese Begegnungen für uns zu den schönsten Erinnerungen gehören.

Albanien ist 2026 kein Geheimtipp mehr. Wer einsame Strände, leere Bergstraßen und völlig unberührte Orte sucht, muss heute genauer hinschauen und vielleicht etwas abseits der bekannten Routen unterwegs sein. Dafür ist das Land inzwischen deutlich besser erschlossen und auch für Reisende interessant, die sich früher vielleicht nicht an Albanien herangetraut hätten.


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kunstwut

Hello ihr Reisenden, Individualisten, Bulli-Fahrer, Camper...wir sind Jasmin und Michi, seit 2006 zusammen und genau so lange reisen wir schon in unserem Eisbär, einem VW T3. Wenn wir nicht gerade unterwegs sind, rettet Michi Menschen und schraubt am restlichen Bulli-Fuhrpark und Jasmin werkelt, malt und schmiedet neue Reisepläne. Treffen könnt ihr uns bei den Polarlichtern in Lappland, in der Wüste oder unter der Erde Sloweniens, immer genau da wo es Abenteuer gibt. Unser T3 hat mit seinen knapp 500.000 km schon einiges erlebt und über diese Erlebnisse erzählen wir euch auf unserem Blog. Außerdem erhaltet ihr hier viele Reisetipps und Themen rund um den VW T3 kommen natürlich auch nicht zu kurz.

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