Angekommen in Rumänien wollten wir als erstes die Transapuseana fahren. Eine Route die wesentlich weniger bekannt, als die Transfăgărășan oder Transalpina ist. Auf rund 78 Kilometern zieht sich die DJ 107I durch das Herz des Apuseni-Gebirges – von Aiud bis in die Gegend von Bucium und Abrud. Sie lässt den Lärm der großen Routen hinter sich und taucht ein in eine Landschaft, die stiller und ehrlicher ist.
Durch Dörfer wie Râmeț, Ponor, Mogoș und Bucium mit alten Reet gedeckten Höfen, wilden Wiesen voller Schmetterlinge und Schotterstraßen. In diesem Beitrag nehmen wir dich mit auf diese besondere Route.
Was und wo ist die Transapuseana?
Wenn du an Rumänien denkst, schweifen Gedanken oft zu mystischen Schlössern mit Dracula Legenden, den endlosen Weiten der Karpaten oder legendären Panoramastraßen wie der Transfăgărășan. Doch tief im Westen des Landes, verborgen zwischen dichten Wäldern, urigen Dörfern und schroffen Kalkfelsen, wartet eine Landschaft, die ursprünglich ist: Das Apuseni-Gebirge. Und mitten durch dieses Naturjuwel zieht sich ein Bergpass – die Transapuseana.

Ursprünglich war die Route eine beliebte Offroad-Strecke, seit Mitte 2024 ist sie allerdings komplett asphaltiert. Leider waren wir ein Jahr zu spät mit unserer Rumänien-Reise. Dennoch ist die Strecke etwas besonderes und es gibt auch (erlaubte) Routen abseits der Straße.
Bevor wir zur Transapuseana gefahren sind, machten wir einen Abstecher zum versunkenen Dorf und von dort ging es dann für uns weiter ins Apuseni Gebirge. Die Transapuseana windet sich übrigens durch das Trascău- und das Metalliferous-Gebirge.
Wir sind zu spät – Seit 2024 keine Offroad-Strecke mehr
Gerne wären wir noch die ursprüngliche Offroad-Strecke der Transapuseana gefahren, aber dafür sind wir ein Jahr zu spät. Bis auf die Nebenstraßen, ist die DJ 107I (Achtung: Es gibt mehrere DJ 107, wichtig ist der Buchstabe I am Ende um zur Transapuseana zu gelangen) nun komplett asphaltiert und für jedes Fahrzeug befahrbar. Bei einer maximal Höhe von etwas über 1000 m, liegt die Straße in keinem Hochgebirge.
Am Transapuseana Belvedere gibt es eine tolle Aussicht.
Die Transapuseana ist aber nicht nur ein Abenteuer für Reisende, sondern ist für Rumänien auch ein Statement für die Zukunft dieser Region. Als eines der ambitioniertesten Infrastrukturprojekte der letzten Jahre zeigt sie, was auch in abgelegenen Landschaften möglich ist. Über 73 Millionen Euro flossen in die Modernisierung der ehemaligen DJ 107I – so viel wie in keine andere Kreisstraße Rumäniens zuvor, zum großen Teil getragen von EU-Fördermitteln.

Die neue Straße macht das Apuseni-Gebirge endlich zugänglicher – für Menschen, die hier leben, und für jene, aber auch für diejenigen, die es entdecken wollen. Sie bringt Reisende in Gegenden, die lange schwer erreichbar waren, stärkt den sanften Tourismus und gibt einer Region Rückenwind, die reich an Natur und Geschichten ist. Die Transapuseana ist damit nicht nur ein Bauprojekt, sondern ein Versprechen: dass Entwicklung auch bedeuten kann, ohne den Charakter eines Ortes zu verlieren. Ich wünsche mir sehr, dass es wirklich so wird. Die Transapuseana ist ganzjährig befahrbar.
Naturwunder und Orte im Apuseni Gebirge
Im Apuseni-Gebirge liegen Orte und auch Naturwunder, die definitiv einen Besuch wert sind: Das Kloster von Râmeț, die Râmeț-Schlucht, der Wasserfall Vânătările Ponorului. Râmeț, Ponor, Mogoș und Bucium sind Orte die ihr auf der Fahrt besuchen könnt.

Wer genauer hinschaut, entdeckt rund um Bucium auch besondere Wunder der Natur: die bizarren Basaltformationen von Detunata Flocoasă und Detunata Goală oder im Frühling die Narzissenwiesen, die plötzlich Farbe in diese raue Landschaft bringen.

In der weiteren Umgebung warten die Salzminen von Turda oder Praid.
Was ist besonders am Apuseni Gebirge
Die Transapuseana ist eine ruhige und unaufgeregte Straße. Alles wirkt entspannt und Buden oder eine große Menge an Hotels und Gastronomie gibt es hier (noch) nicht. Die Straße säumen alte, mit Reet gedeckte Häuser. Die endlosen Blumenwiesen sind voller Schmetterlinge und Bienen. Dazwischen hüpfen ein paar Rehe und ein Fuchs schleicht vorbei. Es wirkt wie Bullerbü in Rumänien. Alles ist einfach nur friedlich und entspannt.
Bären gibt es hier auch, aber sie sind scheu und verhalten sich so wie es auch sein soll! Sie halten Abstand und wenn sie eure Stimmen hören, dann flüchten sie. Eine Begegnung ist sehr unwahrscheinlich.
Motzenland im Apuseni Gebirge
Hier im Apuseni-Gebirge liegt auch das Motzenland. Die Region ist nach den Bewohnern, den „Motzen“ benannt.
Hier im Motzenland könnt ihr eine tolle Gastfreundschaft erleben, außerdem das „Handy des 19. Jahrhunderts“ und traditionelle Handwerkskunst.
Was früher für die Bauern hier ganz normal war und zur Verständigung untereinander galt, wird heute nur noch von wenigen gebaut. Die Rede ist von dem Tulnic, einem langen Holz-Blasinstrument. Es wird aus zwei halben Fichtenholz-Schalen zu einem langen Rohr zusammengefügt und dann mit Weide umwickelt. Das Blasinstrument diente lange Zeit zur Verständigung über weite Strecken.
Die Motzen hatten auch eine wichtige Rolle in historischen Aufständen. Reisenden werden aber vor allem die Reet gedeckten Häuser ins Auge fallen und die als Kegel geformten Heuballen. Beides ist charakterisch für diese Region. Die erste Heuernte findet Anfang Juli statt und die Heuballen werden kunstvoll als Kegel geformt, um Wind und Regen zu überstehen.

Route nach Râmeț – Zum Kloster und zur Schlucht
Nach Râmeț fahren wir eine Offroad Serpentinen-Strecke. Es gibt auch eine asphaltierte Strecke, diese hier ist allerdings wesentlich spannender und auch noch kürzer.
Das Kloster Râmeț ist ein rumänisch-orthodoxes Kloster und liegt im Trascau-Gebirge, im Ort Valea Manastirii. Hier befindet sich auch die Ramet Schlucht (Cheile Râmețului ) und die Klosterschlucht (Cheile Mănăstirii)
In Rumänien gibt es fast 400 Klöster und wirklich viele davon sehen auch optisch sehr besonders aus. Filigran bemalt mit viel Gold Dekor. Das Kloster Ramet, eines der ältesten in Siebenbürgen, liegt besonders malerisch in der Landschaft des Trascau-Gebirges. Heute lebt dort eine Nonnen-Gemeinschaft. Das Kloster beherbergt ein Museum und ist ein wichtiger Wallfahrtsort und perfekt für Wanderungen in die gleichnamige Schlucht. Im zweiten Weltkrieg wurde es zerstört und wieder neu aufgebaut.

Fazit – Stilles Rumänien abseits der Massen
DIe Transalpina, Transfagarasan und die Transapuseana zählen alle drei zu den schönsten Pässen Rumäniens und sind doch so unterschiedlich. Der höchste Pass Rumäniens, die Transalpina und davon abgehend die alte Militärstraße Strategica und die wohl bekannteste Straße in Rumäniens, die Transfagarasan, unterscheiden sich nicht nur in der Höhe von der Transapuseana. Das Apuseni Gebirge bietet so viele Traditionen und durch die Motzen auch eine seltene Kultur, so dass man unbedingt mehrere Tage bleiben sollte um dieses Gebirge wirklich kennenzulernen.
Wer Natur liebt ist auf der Transapuseana richtig. Links und rechts von der Straße sind unglaubliche Blumenwiesen und eine Vielzahl von Schmetterlingen. Die Unterkünfte sind einfach gehalten und wenn ihr euch etwas Zeit nehmt, könnt ihr die einzigartige Kultur der Motzen kennenlernen.
Viel Spaß euch auf eurer Reise durch Rumänien!
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