Das erste Mal Korsika – Bastia und unsere Erfahrungen

Kap Corse Umrundung Ziel Bastia.

In Bastia angekommen, haben wir ein Lokal gefunden, das auch korsische Gerichte im Angebot hat und nicht überteuert war. Da der 15. August war und somit Maria Himmelfahrt und Napoleons Geburtstag (der auf der Insel geboren ist) gab es ein großes Feuerwerk und in der ganzen Stadt Halligalli und Musik. Auch auf den Fährschiffen war schon auf Diskomodus umgestellt. Es war ein tolles Flair in der ganzen Stadt aber sehr sehr voll. 




 Wir wollten eigentlich Nachts am Fährhafen schlafen, damit wir gleich früh um 7 Uhr auf die Fähre konnten. Leider war das nicht möglich da wir kurz nach dem abstellen vom Bus gleich vom Sicherheitspersonal des Hafen verscheucht wurden. So mussten wir wieder auf einen Parkplatz außerhalb von Bastia ausweichen an welchem auch schon viele Ankömmlinge und Abreisende zum schlafen standen.

11.Tag

Früh um halb sechs ist die Welt noch in Ordnung…




 Wir sind gleich früh auf die Fähre und mit dieser nach Savona/Genua gefahren.



Hello Kitty Italy..



Das war’s Reise vorbei…


Ein Fazit von unserem ersten Besuch der Insel (mittlerweile sind wir schon das 4. Mal auf der Insel, aber das Fazit bleibt bestehen…französisch sprechen wir immer noch nicht 😉

West- und Ostküste

 

Wir wollten zuerst eine Rundreise machen, haben uns dann aber für die Westküste und das Landesinnere entschieden. An der Ostküste gibt es enorm viele Sandstrände und das Land ist flacher und nicht so abwechslungsreich wie an der Westküste. Die Westküste ist felsig oft aber auch flach, was sie so abwechslungsreich macht. Die Westküste glänzt mit vielen verschiedenen Stränden mit Kies, Sand, Felsen, grobem Kies, buntem Kies alle mit verschiedenem Charakter. Die Sonnenuntergänge sind ein Traum!!!

 

Korsen

 

Wir haben die Korsen als sehr freundlich und bemüht kennengelernt.
Wir sprechen weder französisch noch italienisch. Mit englisch kommt man nicht weit. Selbstverständlich kann man auf Korsika ohne französisch durchkommen (haben wir ja auch gut geschafft), allerdings werden wir für die nächste Reise französisch lernen. Man kommt auf jedem Campingplatz klar und auch beim essen gehen, ist die Sprache nicht das Problem..zu was sonst sind Hände und Füße da. Wenn man allerdings über Land und Leute mehr erfahren möchte oder einen bestimmten Ort kennen lernen, ein Museum besuchen oder einen Bootsausflug machen will, dann ist ein gewisses Verständnis der Landessprache sinnvoll. Will man auch verstehen und antworten können, wenn man angesprochen wird, ist es einfach schwierig ohne wenigstens die Grundkenntnisse zu beherrschen.
Es waren ca. 80 % Franzosen (der Rest bestand aus vielen Italienern und Schweizern, Niederländern und Deutschen..ganz vereinzelt auch aus anderen Ländern) die Urlaub auf der Insel machten. Auch diese waren äußerst freundlich und auch oft bemüht englisch zu sprechen.  Auch war auffällig, dass 2 Sätze Englisch gesprochen wurden und dann sofort wieder 10 Sätze auf Französisch, bis ihnen wieder eingefallen ist, das sie ja englisch sprechen wollten. Das war äußerst symphatisch und wir haben nur freundliche Leute getroffen, egal aus welchem Land sie kamen.

 

Straßen

 

Die Straßen sind eng, kurvig und häufig eher Waldwege. Am Cap war es besonders spektakulär. Es geht bergauf und bergab und das oft sehr hoch und steil nach unten. Die Küstenstraße ist ohne Leitplanke oder etwas vergleichbaren und als Beifahrer kann es dir anders werden, vor allem wenn jemand entgegenkommt, der beide Fahrstreifen benutzen muss. Es hat seinen Grund warum fast ausschließlich PKW, Kleinbusse und Geländewägen zu sehen sind und nur ganz wenige Wohnmobile (davon auch die kleineren) und keinen einzigen Wohnwagen oder ähnliches. Auch viele Campingplätze sind nicht für große WoMos ausgelegt. Wir mußten auf unseren Fahrten öfter mal rückwärts fahren weil 2 Autos die Engstelle  nicht gleichzeitig passieren konnten.
Beliebt kann man sich bei den Einheimischen machen, wenn man rücksichtsvoll ist!! Fährt man langsamer als andere, fährt man kurz durch eine Ausbuchtung oder an einer breiteren Stelle ganz rechts und lässt alle schneller fahrenden schnell passieren. Ganz simpel und der Dank ist euch von den Korsen und den Franzosen sicher. Dies wird mit freudigem hupen und winken auffällig gezeigt.

 

Preis

Im Vorfeld haben wir von sehr vielen gehört, wie teuer es auf Korsika ist. Das konnten wir so pauschal nicht bestätigen.
Benzin ist viel günstiger als bei uns (es gibt Diesel und Super 95), auch im Supermarkt einkaufen war bei fast allen Artikeln das gleiche Preisniveau wie bei uns. Zumindest wenn man in großen Supermärkten wie E.Leclerc einkauft. Die Campingplätze waren auch nicht teurer als in Kroatien, teilweise sogar günstiger. Im Durchschnitt haben wir für eine Nacht ca 30 € für 3 Personen und einen VW-Bus, Strom und Zelt gezahlt.
Essen gehen ist allerdings sehr teuer. Dies liegt möglicherweise auch daran, das viele Restaurants nur in der Saison für die Touristen öffnen, viele Gerichte schmecken leider auch so. Es gibt natürlich auch sehr gute Restaurants, bei denen dann aber auch der Preis gehoben ist. Wenn man ein wenig sucht, findet man aber auch günstigere Restaurants mit korsischen Gerichten.


Essen und Getränke

 

Wie auch in Frankreich gibt es häufig Menüs mit Vorspeise, Hauptgericht und Dessert. Manchmal sind auch Getränke dabei. Für Kinder werden Kindermenüs angeboten. Selbstverständlich kann bei den meisten Restaurants a la carte bestellt werden. Es gibt wahnsinnig viele Pizzerien. Eigentlich an jeder Ecke und eigens für die Touristen geöffnet. Hier kostet dann auch eine Pizza Margherita (Käse und Tomatensoße), schlappe 9 €..die teuerste die wir gesehen haben lag bei 13 €.
In Frankreich bekommt man auf Wunsch einen Krug Wasser in der Regel kostenlos (natürlich je nach Menge der Bestellung). Brot gibt es auch auf Wunsch.
Auf Korsika wird sehr viel mit Kastanien bzw Kastanienmehl gekocht und gebacken. Man findet auch Crepe mit Maronencreme. Pulenta ist ein Brei aus Kastanienmehl.
Brocciu ist ein Schaf- bzw Ziegenkäse der auf der Insel hergestellt wird und eine Spezialität ist. Er wird häufig als Füllung bei Gerichten benutzt. Probiert bei Gelegenheit Canneloni au Brocciu..ein Traum!!!
Es gibt viele Fleisch- und Fischgerichte.
Korsischer Wein kann direkt in den Weingütern oder aber auch im Supermarkt gekauft werden.
Honig und Konfitüren, sowie auch selbstgemachte Chutneys aus Feigen werden viel verkauft. Der Honig wird aus den Blüten in der Macchia hergestellt und schmeckt deswegen auch sehr unterschiedlich. Macchia heißt der Bewuchs der an jeder freien Fläche zu sehen ist. Hier wächst alles, von dichten Büschen, bis zu ganz vielen unterschiedlichen Kräutern (teilweise riecht es wie im Kneipp Garten) und Blumen. Olivenöle sind sehr hochwertig und werden überall angeboten.

GR20

 

Der GR20 ist wohl mit der bekannteste Wanderweg überhaupt. Er verläuft durch Korsika, teilweise auch durch das Hochgebirge und hat eine Gesamtlänge von 170 km. Man benötigt ca 15 Tage für diesen Wanderweg. Ein großer Teil des Weges führt durch die Naturparks von Korsika. Er gilt als recht anspruchsvoll und teilweise gibt es Kletterpassagen.

 

Tierische Bewohner

Auffallend sind die unzähligen Eidechsen, sehr viel sieht man die endemische Art Thyrrenische Mauer- bzw Gebirgseidechse. Beim wandern entdeckt man Wildpferde und auch viele Kühe und Ziegen die oft frei herumlaufen und auch am Straßenrand bzw auf der Straße stehen. Mufflons sind so gut wie nie zu sehen.
Auf Korsika gibt es halbwilde Schweine, die freundlich und gefräßig sind.
Fischadler, Steinadler und Bartgeier sind einige der Vögel die auf Korsika leben.
Im Meer kann man mit ganz viel Glück Delphine und Pottwale sehen. Diese sind angeblich sehr häufig am Cap Corse oder auch an der Küste bei Bonifacio zu sehen.
Bei den  spektakulären Insekten sollte man vor allem die Schwarze Witwe und die Europäische Gottesanbeterin aufzählen. Wie es aber immer so ist, die besonderen Tiere sind auch selten zu sehen!


Pflanzen auf Korsika

 

Ins Auge springen die vielen Eukalyptusbäume, diese waren nicht ursprünglich auf Korsika, sondern wurden eingeführt um die Malaria einzudämmen. Der starke Geruch sollte die Anophelesmücke vertreiben. Allerdings wurde sie wohl eher durch die Trockenlegung der Sümpfe vertrieben, da Eukalyptus sehr schnell wächst und viel Wasser verdunstet. Bis in die 1950er Jahre hatte Korsika große Probleme mit Malaria und bis 1970 kamen immer wieder Schübe. Aber keine Sorge, Korsika gilt heute als Malariafrei. Man erkennt den Eukalyptusbaum nicht nur am Geruch der Blätter, sondern auch an der Rinde die in Fetzen vom Baumstamm hängt.
Die Edelkastanie ist auch sehr weit verbreitet und es wird viel aus den Kastanien gekocht.
Häufig sieht man auch Korkeiche, Pinien, Oleander, Kakteen die an den Hängen wachsen, Dattelpalme, Feigen und viele Zitrusfrüchte.

 

Fazit

Eine wunderbare Insel mit so vielen Möglichkeiten. Unzählige Strände mit Meer, dass manchmal dunkelblau, hellblau oder Türkis strahlt. Schöne Wanderwege. Gutes Essen, danach muss man allerdings erst suchen. Ganz viel Abwechslung oder Ruhe..je nachdem was man möchte.

Ich kann Korsika jeden empfehlen,der in seinem Urlaub etwas erleben möchte! Für einen reinen Hotelurlaub am Pool sollte man jedoch ein anderes Reiseziel wählen.

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