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Panne neben Krokodilen – Diawling Nationalpark

Nach unserer Nacht am Strand in Mauretanien, entschlossen wir uns direkt über die Grenze in den Senegal zu fahren. Seit Wochen waren wir etwas unsicher ob wir überhaupt in den Senegal einreisen können, denn die Wahlen des Präsidenten brachten Unruhe und viele Gerüchte mit sich. Eigentlich freute sich der Senegal auf die Wahl, dann aber kam die aktuelle Regierung um die Ecke (die schon wusste, dass ihnen eine Niederlage droht) und verschob einfach den Termin für die Neuwahlen.

Ab diesem Zeitpunkt begannen die ersten Demonstrationen bei denen auch Brände gelegt wurden. So wurde uns bereits vor unserer Ankunft im Land zum ersten Mal bewusst, wie sehr die Senegalesen um Ihre Demokratie und Freiheit bereit sind zu kämpfen, was uns das Land noch sympathischer machte!

Zu diesem Zeitpunkt wusste aber niemand so genau wie es weitergeht. Alles hing vom korrekten Verhalten der Regierung ab. In der Vergangenheit hatten wir schon von anderen Reisenden gehört, dass die Grenzen während der Wahl geschlossen waren und Demonstrationen außer Kontrolle gerieten. Wir mussten uns also beeilen um nicht vor einer geschlossenen Grenze zu stehen und machten uns somit schnellstmöglich auf in Richtung des Grenzübergang Diama. Dazu kam auch noch der Beginn des Ramadan, dem Fastenmonat für Muslime. Dieser Monat ist besonders und auch da ticken die Uhren anders und die Grenzen haben dann nicht immer geöffnet.

Diawling Nationalpark in Mauretanien

Im Süden Mauretaniens veränderte sich die Landschaft sehr positiv. Es gibt hier Landwirtschaft und wir treffen den einzigen Fluss des Landes der das ganze Jahr Wasser führt. Hier an den Überschwemmungsgebieten des Senegal Flusses werden vor allem Reis, Hirse und Mais angebaut. Alles was hier im Land angebaut werden kann, reicht allerdings nicht für den eigenen Bedarf aus, deshalb muss viel bzw. fast alles importiert werden. Das hat natürlich Auswirkungen auf die Lebensmittelpreise in Mauretanien und macht alles vergleichsweise sehr teuer. Als Nutztiere werden Schafe, Rinder, Ziegen und natürlich Dromedare gehalten. Bei einer Fläche von 1.030.700 km² (3x so groß wie Deutschland) besteht das Land zu 80% aus Wüste.

Alles war entspannt und wir freuten uns auf den Diawling Nationalpark im Süden Mauretaniens. Er liegt direkt an der Grenze zum Senegal und um zur Diama Grenze in den Senegal zu gelangen, muss man den Nationalpark durchqueren. Es gibt übrigens noch die Grenze Rosso um in den Senegal zu gelangen. Rosso führt über den Fluss und jeden Reisenden den man aus Rosso trifft, erzählt von einer starken Korruption, deshalb nutzen die meisten den Diama Grenzübergang.

Warzenschweine, Pelikane und Krokodile

Als wir im Nationalpark ankamen war es nun schon 17 Uhr. Gerüchten zufolge schließt der Grenzübergang Diama um 18 Uhr (übrigens stimmen die Gerüchte). Die ersten Warzenschweine kreuzten unseren Weg und ich fuhr die holprige Strecke durch den Nationalpark und freute mich, endlich Krokodile zu sehen. Um diese Zeit war es hier in der Region noch nicht so trocken (2 Monate später sah es schon ganz anderes aus) und die Tiere versammelten sich etwas näher bei uns an der Straße. Im späten Frühjahr und Sommer braucht ihr ein Fernglas um Vögel, Krokodile etc. zu sehen da das Wasser weit zurück gegangen ist.

Die Wege durch den Nationalpark sind immer stark ausgewaschen. Wenn es regnet verwandelt sich die gesamte Fläche in Matsch und einige Fahrzeuge haben da Probleme durchzukommen.

Plötzlich geht nichts mehr – VW T3 Syncro Panne

Wir rumpeln also durch die Gegend und freuen uns unseres Lebens, als plötzlich der Syncro kein Gas mehr annehmen will. Nach der letzten Panne und dem Austausch der Zündspule in der Agafay Wüste in Marokko, sind wir problemlos bis hierher gekommen und jetzt das! Zuerst bin ich noch guter Dinge, denn meist ist der Schreck immer groß aber Michi bekommt das Problem nach ein paar Minuten oder Stunden wieder hin. Langsam jedoch reift die Erkenntnis, dass es vielleicht doch etwas größeres sein könnte, denn alle Versuche unseren VW T3 zum Anspringen zu bewegen, scheitern.

Also alles wieder nach vorne räumen, um den Kofferraum öffnen zu können um zum Motor zu gelangen. Internet gibt es hier nicht und da die Grenze gleich schließt, kommt auch kein Verkehr mehr durch. Helfen kann uns beim T3 aber eigentlich eh keiner, denn der WBX Motor ist den meisten unbekannt. Wir benötigen eigentlich erst einmal Zeit und Ruhe um den Fehler zu suchen. Hier ist allerdings nicht der geeignete Platz dafür.

Vorläufige Rettung naht in Form 3er Schweizer und ihrem Opel Monterey

Über dem Motor gebeugt, kam ein Geländewagen mit hohem Tempo angestaubt. Es war das einzige Fahrzeug in der letzten Stunde. Es kam in einer großen Staubwolke vor uns zum Stehen und drei Jungs sprangen heraus und fragten ob sie uns helfen können. Einen KFZ-Mechaniker hatten sie auch an Bord, allerdings war auch ihm der WBX Motor unbekannt. Wir kochten Chili sin Carne und teilten es untereinander und verbrachten die Nacht im Nationalpark.

Am nächsten Tag waren wir noch immer nicht weiter. Der Motor vom T3 sprang nicht an und die Fehlersuche zog sich. An uns vorbei zogen Fischer auf Eselkarren und boten ihre Hilfe an. Was so freundlich war, aber hier ist es so abgelegen und die nächste große Stadt in Mauretanien ist über 3 Std. bzw. 200 km entfernt.

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Abschleppen über die Grenze in den Senegal

Unsere Retter aus der Schweiz boten an uns über die Grenze in den Senegal zu schleppen. Die Diama „Straße“ ist schon alleine holprig, aber zu zweit unkontrollierbar. So wankten beide Fahrzeuge dahin. Leider haben wir kein Video davon, aber die Blicke der Leute sprachen Bände. So ein Gespann sah man hier bisher bestimmt noch nie. Ein über 30 Jahre alter Opel Monterey, der einen über 30 Jahre alten VW T3 Syncro Oldtimer über die mauretanische Grenze in den Senegal schleppt.

Das Video zu Mauretanien und unserer Panne könnt ihr hier sehen—> Video Panne im Diawling Nationalpark

Das gute war, an jeder Polizeistelle (und davon gibt es auch im Senegal viele) wurden wir einfach vorbeigezogen und winkten den Polizisten freundlich zu. Diese sahen sich das ganze Spektakel etwas verdutzt an.

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Letztendlich brachten uns die Jungs noch in die Zebrabar, was uns sehr viele Probleme ersparte. Hier konnten wir bequem auf Fehlersuche gehen und auch die notwendigen Ersatzteile bestellen. Der Transport des zu stempelnden Carnet wurde auch von Martin organisiert.

Was für eure Reise-Vorbereitungen wichtig ist:

Malaria-Schutz

Wasser-Aufbereitung

Fiche – Was ist das und download

Carnet de Passage (je nachdem wo ihr hinfahrt)

Abenteuer unterwegs – Wenn ihr gerne im Handgepäck bei uns mitfahren möchtet, dann findet ihr uns auch auf Instagram und Tik Tok. Jetzt ganz aktuell auch auf unserem Youtube Kanal.

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kunstwut

Hello ihr Reisenden, Individualisten, Bulli-Fahrer, Camper...wir sind Jasmin und Michi, seit 2006 zusammen und genau so lange reisen wir schon in unserem Eisbär, einem VW T3. Wenn wir nicht gerade unterwegs sind, rettet Michi Menschen und schraubt am restlichen Bulli-Fuhrpark und Jasmin werkelt, malt und schmiedet neue Reisepläne. Treffen könnt ihr uns bei den Polarlichtern in Lappland, in der Wüste oder unter der Erde Sloweniens, immer genau da wo es Abenteuer gibt. Unser T3 hat mit seinen knapp 500.000 km schon einiges erlebt und über diese Erlebnisse erzählen wir euch auf unserem Blog. Außerdem erhaltet ihr hier viele Reisetipps und Themen rund um den VW T3 kommen natürlich auch nicht zu kurz.

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