Beim recherchieren für unsere Rumänien-Reise wurde mir ein Foto angezeigt. Ein Riesenrad in einer vollkommen unwirklichen Kulisse. Es sah aus wie in einer riesigen Höhle. Konnte das wirklich sein und wo gab es sowas?
Tatsächlich gibt es in Europa, genauer in Rumänien, ein Salzbergwerk in dem ein Vergnügungspark gebaut wurde. Riesenrad, Minigolf und Boot fahren in 120 m unter Tage. Einzigartig auf der Welt. Dennoch bleibt der ursprüngliche Charakter und die Geschichte des Bergwerks erhalten. Alles was ihr über die Salina Turda wissen müsst, findet ihr in diesem Beitrag. Also folgt uns in die Tiefe…
Der Weg in die Tiefe – Salina Turda
Auf unserer Reise durch Rumänien durfte ein Besuch der Salzmine nicht fehlen. Zu unwirklich sahen die Fotos aus und wir wollten uns selbst überzeugen ob sich ein Besuch lohnt und trotz des Vergnügungsparks auch die Geschichte des Bergwerks noch Raum findet. Schließlich ist die Mine eine der ältesten in Rumänien und bereits zur römischen Zeit wurde hier Salz gewonnen.
Die Stadt Turda liegt im Kreis Cluj in Nordwestrumänien und wurde durch das Salzbergwerk weltberühmt. Die meisten Besucher kommen aus der Stadt Cluj mit Bussen hierher. Die kleine Stadt Turda hat aber auch noch einiges zu bieten, was ich euch später noch erzähle.
Eintrittspreise und Parken
Das Bergwerk ist gut beschildert und es gibt große kostenpflichtige Parkplätze direkt vor der Tür der Saline. Pro Stunde kostet das Parken 10 Lei (also ca 1,90€).
Die Eintrittspreise sind unter der Woche und am Wochenende unterschiedlich hoch, allerdings mit umgerechnet ca 14€ und 17€ pro Erwachsenen (Stand 2026), dennoch sehr günstig.
Da wir erst am Anfang unserer Reise waren und Zeit hatten, legten wir unseren Besuch auf einen Donnerstag. Um 9 Uhr öffnet die Salina Turda und da wir schon gelesen hatten, wie beliebt das Bergwerk ist (auch für viele Schulklassen),wollten wir gleich um 9 Uhr da sein.
Tickets können online gebucht werden oder vor Ort gekauft.
Tipp von uns! Besuche die Salina möglichst früh am Morgen. Dann ist es deutlich leerer und du kannst die gewaltigen Kammern ohne Menschenmassen erleben. Außerdem kannst du sparen, wenn du das Bergwerk Mo-Fr besuchst, denn dann sind die Eintrittspreise günstiger. Vergiss außerdem eine warme Jacke und gutes Schuhwerk nicht – die Wege sind teilweise lang und die Temperaturen liegen Sommer wie auch Winter bei 10°C
Da die Tiefe nicht für alle Menschen geeignet ist, dürfen Besucher unter 3 Jahren und über 65 Jahren nur mit einer ärztlichen Genehmigung in das Bergwerk. Dies gilt auch für Personen mit Herzerkrankungen.
Tiere sind nicht erlaubt und Lebensmittel dürfen auch nicht verzehrt werden.
Salzbergwerk Salina Turda in Rumänien
Von außen wirkt die Salina Turda zunächst unscheinbar. Ein moderner Eingangsbereich, Parkplätze – Nichts deutet darauf hin, dass sich unter den Hügeln von Turda eines der spektakulärsten Bauwerke Europas verbirgt.
Schon im römischen Reich wurde hier Salz gefördert. Das erste Mal erwähnt wurde Turda als Salzabbaustelle 1075. 1690 gab es unter den Habsburgern die ersten Veränderungen und sie wurde das Bergwerk, was ihr heute seht. Bis 1932 wurde hier Salz gewonnen. Übrigens wurde in der Rudolf-Mine zuletzt noch Salz abgebaut.
Eingang zur Salina Turda – Franz-Josef-Galerie
Als erstes seid ihr in der Franz-Josef-Galerie. Diese hat eine Länge von 917 Metern. Die Franz-Josef-Galerie entstand zwischen 1853 und 1870 und hatte das Ziel, den Transport des gewonnenen Salzes effizienter und kostengünstiger zu gestalten. Zunächst wurde das Salz in Säcken mithilfe von Pferden an die Oberfläche gebracht. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kamen dafür zunehmend Pferdewagen zum Einsatz.
Im 2. Weltkrieg waren hier dann Luftschutzbunker für die Einwohner von Turda und von 1948 bis 1992 wurden Abschnitte der Galerie als Käselager genutzt.
Es gibt hier im Bergwerk Beschilderungen, die euch zu den einzelnen Minen führen.
Vergnügungspark in der Rudolf-Mine
Mit dem gläsernen Aufzug gelangt ihr 13 Stockwerke nach unten in die imposante Rudolf-Mine. Optional könnt ihr auch die 172 Stufen nach unten nehmen. Die Rudolf-Mine ist 42 m hoch. Kommt ihr vom Aufzug oder den Treppen in das Herz des Bergwerks, ist die Größe erstmal unglaublich und im ersten Moment nicht greifbar. 50 m breit, 80 m lang und 42 m hoch ist die Rudolf-Mine in der Salina Turda. Da fällt im ersten Moment nicht einmal das Riesenrad mit seinen 20 m Höhe auf.
In der Rudolf-Mine befinden sich noch Bahnen für Minigolf, ein Kinderspielplatz, Billard und Tischtennis könne auch noch gespielt werden, außerdem ein Amphitheater (in dem auch Konzerte aufgeführt werden) und ein Souvenirs-Stand.
Von einer kleinen Galerie aus, könnt ihr nach unten zur Theresia-Grube blicken. Dort ist ein 6 m tiefer, natürlicher Salzsee auf dem ihr mit Booten rudern könnt.
Boot fahren in 120 m Tiefe in der Theresia-Mine
Als wir nach unten in die Theresia Grube kamen, war noch niemand außer uns hier. Wir liefen über den Holzsteg, schauten ins schwarze Wasser und mussten zweimal hinsehen, denn die Spiegelung war so stark, dass es so aussah, als würde es 20 m in die Tiefe gehen. Das sieht man allerdings nur, wenn niemand mit dem Boot auf dem See unterwegs ist.
Die Theresia-Grube mit einer Höhe von 90 m und 75 m Durchmesser, ist übrigens die älteste Mine in der Salina Turda. Die Tiefe von der Schachtmündung bis zum Minenboden beträgt 112 m.
Die Bootsfahrt kostet ca 10€ pro Boot (max. 3 Personen pro Boot) für 20 Minuten. Ihr rudert selbst über den See. Wir waren 10 Minuten komplett alleine hier unten und es war sensationell. Es ist eine einmalige Gelegenheit, denn wo sonst, könnt ihr in dieser Tiefe Boot fahren?!
Joseph-Mine – Echokammer
Die Joseph-Mine wird gerne übersehen, denn wenn ihr die Galerie entlanglauft, kann die unscheinbare Tür zur Mine leicht übersehen werden.
Über Balkone kann die Mine angesehen werden. Viel sieht man aber nicht, dafür hört man einiges. Hier darf gesungen, gerufen und gepfiffen werden. Der Name „Echokammer“ kommt von der starken Schallresonanz, die durch die Raumform und die fehlende Verbindung zu den anderen Bergwerksanlagen entsteht. Es gibt ein Echo bis 20x.
„Crivac“ Kammer / Pferdemühle – Einzig erhaltene in Europa
Hier in Salina Turda gibt es die einzige noch an ihrem Platz stehende Crivac aus dem Jahr 1881. Die Kammer besteht aus einem achteckigen Raum in deren Mitte eine Winde mit Achse steht.
„Crivac“ heißt die Fördermaschine. Sie wurde von Pferden angetrieben und war für den vertikalen Transport zuständig.
Es war eine grausame Sache, denn für jeden Arm des Crivac mussten 1-2 Pferde eingesetzt werden, die abgewechselt wurden. Damals gab es nur Fackeln als Lichtquelle und die Pferde mussten im Kreis laufen. Nachdem sie das Bergwerk verließen, erblindeten sie nach 2 Wochen.
Extraktionsschachtkammer
In der Extraktionsschachtkammer befindet sich der Förderschacht, der das Salz von der Rudolf-Mine zur Franz-Josef-Galerie transportierte. Zu sehen gibt es auch noch verschiedene Behältnisse der früheren Salzgewinnung.
Im Registratursaal konnte der Überblick behalten werden, wer in das Bergwerk kam und ging ( hauptsächlich wurde so das Personal überwacht).
„Treppe der Reichen“
In der Mitte der Registraturkammer thront eine imposante Treppe. Franz Josef, der Kaiser von Österreich und auch der letzte Großfürst von Siebenbürgen (Transsilvanien) soll diese Treppe hinabgestiegen sein. Wem es bisher noch nicht auffiel, alle Minen und Galerien wurden nach der kaiserlichen Familie von Österreich benannt.
Zurück zur Treppe, die übrigens die älteste Holzkonstruktion im Bergwerk ist. Die Treppe führt zur Mine Theresia und zur Mine Rudolf. Seit Kaiser Franz Joseph die Treppe hinunterstieg, durfte kein Bergmann sie benutzen; sie war ausschließlich dem Adel vorbehalten – daher kam der Name „Treppe der Reichen“.
Ghizela-Mine – Gesundes Klima
Viele Besucher kommen nicht nur wegen der spektakulären Architektur hierher, sondern auch weil die reine Luft einen positiven Effekt hat.
Die Luft in der Salina Turda gilt als besonders sauber und nahezu frei von Schadstoffen und Allergenen. Deshalb wird die Mine seit Jahrzehnten auch für sogenannte Halotherapie genutzt. Menschen mit Atemwegserkrankungen verbringen hier bewusst mehrere Stunden unter Tage.
Die Gisela Mine und Behandlungen darin, müssen separat gebucht werden und kosten auch extra.



Übernachten in Turda und Tagestouren ab Cluj
Wer die Salzmine entspannt erkunden möchte, sollte mindestens eine Nacht in Turda einplanen. Die kleine Stadt eignet sich perfekt als Zwischenstopp auf einer Rumänien-Rundreise durch Siebenbürgen (Transsilvanien).
Ab Cluj zu der Salina Turda
Alternativ sind auch viele Reisende in der großen Stadt Cluj und fahren mit dem Bus oder buchen eine Tagestour nach Turda. Gerade wenn man ohne Fahrzeug unterwegs ist und nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren möchte, kann es eine sehr gute Alternative sein. Diese Touren besuchen meist nicht nur das Salzbergwerk, sondern auch die Turda-Schlucht und Remetea. Kosten meist ab 100 € pro Person und das Ticket für das Salzbergwerk und die Turda-Schlucht ist meist inklusive (Hier aber immer die Beschreibung lesen.)
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In Turda übernachten
In Turda gibt es einige schöne Unterkünfte die ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis bieten. Einige besondere habe ich hier für euch aufgelistet.
Für Wellness-Fans
Perfekt, wenn du nach dem Besuch noch im Spa entspannen möchtest. 2 Swimmingpools, Sauna und Whirlpool, Fitnesscenter sind im Hotel verhanden. Dieses Hotel wird auch von der Salina Turda empfohlen.
Ein Standard-Doppelzimmer bekommt man im August schon ab 77€ inkl. hervorragenden Frühstück.
Mit Stadtblick
Eine gemütliche, renovierte Pension in ruhiger Lage mit sensationellem Stadtblick. Ideal für alle, die lieber familiär als im Hotel übernachten. Die Wohneinheiten haben Klima, Küche, Essbereich, Badezimmer. Dazu gibt es Grillmöglichkeiten und einen Garten. Ein Frühstück kann mit gebucht werden.
In der Hauptsaison August haben Freunde von uns ein Doppelzimmer inkl. richtig gutem Frühstück für 80€ gebucht.
Die Pension ist 2,4 km von den Salinen entfernt.
Sehr günstig, aber dennoch außergewöhnlich übernachten
Ihr wollt günstig übernachten, aber dennoch nicht auf alles verzichten? In dem Holzhaus Casa Bacciu habt ihr Klima, privaten Parkplatz, Badezimmer, Kühlschrank und Terrasse. Wenn ihr nicht besondere Ansprüche wie Pool, Bar o.ä. habt, dann seid ihr hier gut für 1-2 Nächte aufgehoben.
Preis für ein Doppelzimmer im August für 2 Personen 31€.
Campingplätze in Turda
Es gibt auch Camping- und Stellplätze in Turda.
Camping La Foisor Turda hat einen Kinderspielplatz, Garten, kostenloses WLAN und Platz für Camper, aber auch für Zelte. Er liegt in ruhiger Lage am Stadtrand. Etwas in die Jahre gekommen, aber sauber mit sehr freundlichen Besitzern.

Umgebung von Turda – Was gibt es noch zu erleben
Turda ist eine kleinere Stadt, es gibt aber neben den weltberühmten Salinen noch einiges zu entdecken.
Salzseen von Durgău in Turda
Ein paar Meter vom Gebäude der Salina entfernt, gibt es die Salzseen von Durgău. Die Seen sind auf ehemaligen Flächen der Salzgewinnung entstanden und haben so einen therapeutischen Nutzen. Es ist wie ein Freibad aufgebaut. Ihr findet hier also Duschen, eine Bar mit Terasse, Sandstrände und Holzstege.
Pro Erwachsener kostet es 25 Lei (ca 4,80€) und für Rentner und Kinder 15 Lei.
Wenn ihr Mo-Fr nach 17 Uhr kommt, ist es noch günstiger.
Turda-Schlucht
Neben Gleitschirmfliegen und klettern, gibt es in der Turda Schlucht auch viele Wanderrouten. Zum Durchqueren der Turda-Schlucht sind auf 2 Kilometer 4 Brücken zu überqueren. Die Höhle Cetățeaua Mare (Große Festung) auf der rechten Seite des Hașdate-Tals ist ein besonderer Tipp in der Turda-Schucht. Wanderrouten mit Zeitangabe gibt es hier: Turdaschlucht Wanderrouten
Kirchen und Museum in Turda
In Rumänien gibt es etwas 13 600 Kirchen und Kapellen. So ist es nicht verwunderlich auch in Turda einige zu finden.
Die Calvin-reformierte Kirche befindet sich im Stadtzentrum und ist die älteste in Turda ( ca 1400 erbaut).
Direkt neben der Calvin Kirche könnt ihr das Turda-Geschichtsmuseum besuchen.
Die Holzkirche Şovagăilor-Kirche (Kirche der Salzschneider), entstand auf einer Fläche von ehemaligen Salzminen. Eine sehr besondere Kirche.
Tureni-Schlucht
12 km entfernt von Turda gibt es die Tureni-Schlucht. Würde ich nur Zeit für eine Schlucht haben, würde ich die Turda-Schlucht wählen, aber wer Zeit und Lust zu wandern hat, kann die Tureni-Schlucht in ca 2-3 Stunden durchqueren.
Fazit
Die Salina Turda ist ein außergewöhnlicher Ort und definitiv einen Besuch wert. Das Preis-Leistungsverhältnis ist richtig gut und wenn ihr zeitlich nicht gebunden seid, dann könnt ihr bei einem Besuch unter der Woche noch zusätzlich sparen.
Kinder und Erwachsene können mehr über die spannende Geschichte des Bergwerks erfahren, aber durch den Vergnügungspark auch einfach Spaß haben und etwas einzigartiges erleben.
Von uns definitiv eine Empfehlung!
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Transfagarasan – Von Bären und Nebel
Abenteuer unterwegs – kommt mit auf die Reise
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