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Teures Parken auf Sardinien: 200 € Bußgeld für uns

Im Herbst waren wir auf Sardinien. Nach 10 Jahren war es ein Sardinien Revival für uns mit dem VW T3. 2 Tage vor Heimreise wurde es auch teuer für uns. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht und auch wenn wir genau das Gegenteil bezweckten und dachten wir machen alles richtig, war es eben dann doch genau das falsche.

Aber was war passiert?

Sardinien außerhalb der Saison

3 Wochen Zeit im Oktober. Griechenland, Spanien und auch auf Sizilien war Land unter und keine Wetterbesserung für die nächste Woche in Sicht. Nachdem unser VW T3 Syncro noch nicht fahrbereit war und es mit 2WD einfach auch nicht überall Spaß macht ( z.B. haben wir deshalb Tunesien gestrichen), dachten wir, dass es doch jetzt eine hervorragende Gelegenheit für Sardinien oder/und Korsika wäre.

Wie einige von euch wissen, lieben wir Korsika ja eh und unsere Sardinien-Erfahrung ist schon 10 Jahre her und blieb uns nicht ganz so positiv in Erinnerung (wobei Sardinien dafür nichts konnte!), da wird es doch einfach Zeit für eine Wiederholung.

Tag der Überfahrt nach Sardinien

Alles startete friedlich. Die Überfahrt mit der Fähre war perfekt, es war nichts los und wir sind so günstig wie schon lange nicht mehr übers Meer gefahren. Dazu kam diese brandneue und moderne Fähre, auf der wir fast alleine waren. Der erste Dämpfer erfolgte allerdings direkt an Land.

Der erste Übernachtungsplatz war von Campern überfüllt. Die einheitliche Meinung der Sardinien-Urlauber, „So voll war es um diese Zeit noch nie hier und wir fahren schon 20 Jahre nach Sardinien. Bestimmt wird es nächste Woche leerer“

Mehr Wohnmobile als Autos auf Sardinien

Wir dachten es betrifft vielleicht vor allem den Norden Sardiniens und so fuhren wir zügig entlang der Ostküste. Die ersten Tage gestalteten sich schwierig und zeitweise waren auf den Straßen Sardiniens mehr Wohnmobile, als einheimische Fahrzeuge. Campingplätze die wir aufsuchten, waren entweder geschlossen oder voll.

Es vergingen die Tage, wir fanden Ruhe im Inland und beschlossen dass es eine gute Gelegenheit für einen Kitekurs ist, also zogen wir an die Süd-Westküste weiter. Auch da war es nicht ruhig und die Stellplätze der Kiteschulen voll und überall standen Womos wild, teilweise auch in Schutzgebieten.

In der Kiteschule konnten wir unseren Müll entsorgen, die Dusche benutzen und auf dem Parkplatz übernachten, was alles entspannt machte. Nach einer Woche ging es für uns weiter die Westküste entlang. Von anderen hatten wir gehört, dass die Westküste ruhiger ist und weniger los. Empfanden wir nicht so. Nach mittlerweile 2 Wochen auf Sardinien war es immer noch nicht leerer.

Westküste und das Unheil nahm seinen Lauf

Wir landeten an einem beliebten Strand an der Westküste. Dort standen wir alleine auf einem offiziellen Parkplatz und genossen den Sonnenuntergang. Das parken war zu dieser Jahreszeit auf den Parkplätzen kostenlos ( 2 Tage später wurden übrigens die Parkautomaten komplett abgebaut). Wir waren uns nicht sicher ob wir hier auf dem Parkplatz übernachten dürfen, denn ca 1 km weiter ( rechts von uns und links von uns) standen jeweils um die 30 Wohnmobile und Camper.

Eigentlich wollten wir auf einem Campingplatz und einfach nur gemütlich duschen und was essen gehen, aber der einzige Campingplatz in direkter Nähe hatte geschlossen und der nächstgelegene ( ca 20 km Entfernung) war ausgebucht. Mittlerweile war es schon etwas dunkler und wir gingen auf Nummer sicher ( zumindest dachten wir das zu diesem Zeitpunkt) und reihten uns mittig in die Reihe an Campern aus Italien, Frankreich und einem VW T3 aus Deutschland ein. Ich war nicht so begeistert hier zu bleiben, denn mir war es zu eng, also entschlossen wir uns noch schnell was zu kochen und dabei den Ausblick aufs Meer zu genießen und dann noch weiter zu fahren. Wir hatten noch nie Probleme Nachts zu fahren und machen das in jedem Land. Noch war es auch erst ca 18 Uhr.

Wenn man einmal in 20 Jahren da parkt, wo alle parken

Wir waren gerade 5 Minuten gestanden und ich schnitt gerade Paprika, da kam Michi an die Schiebetür und meinte: „Da vorne am Anfang der Reihe ist gerade die Polizei. Die bekommen scheinbar Ärger und bringen hektisch ihre Stühle in ihr Wohnmobil.“ Für mich war das alles ganz klar, denn wenn man Stühle, Tische oder sonst was draußen stehen hat, ist es ja kein Wunder, dass es Stress gibt. Ist ja auch Mist. Also sagte ich: „Wir sind ja gerade erst 5 Minuten da und parken nur hier und wollen auch nicht übernachten.“

Michi beobachtete das Spektakel weiterhin und war dann doch etwas nervös, als die Polizisten sich von Fahrzeug zu Fahrzeug weiter bewegten und es da schon wilde Streitgespräche auf italienisch gab.

Ich war mir noch immer sicher, dass wir nichts falsch machten und sagte, „Frag doch mal den T3 vor uns, vielleicht ist der schon länger da.“ Die Fahrerin des T3 sah das wie ich. Sachen stehen draußen, gibt eben Ärger. Sie kam vor 3 Stunden zum Schnorcheln her und wollte aber übernachten. Standen schon viele Italiener da, die wohl auch schon länger hier waren.

Die Polizei kommt

Michi mittlerweile ziemlich nervös, da sich der Polizist langsam von Fahrzeug zu Fahrzeug bewegte, Michi wollte noch wegfahren ( was zeitlich kein Problem gewesen wäre), aber ich war immer noch der Überzeugung, dass wir nichts falsch machen. Wegzufahren wäre ja irgendwie ein Schuldeingeständnis und so kann ich ganz einfach erklären, dass wir nur kurz da sind und dann auch wieder fahren und nicht hier übernachten, so war zumindest mein Gedanke.

strand sardinien
Am sieht man noch die restlichen Wohnmobile

Hier parken = 200€ Strafe auch wenn man nur 10 Minuten da steht

Dann kamen wir an die Reihe. Der durchaus freundliche Polizist wollte unsere Reisepässe und erklärte uns, dass wir hier nicht stehen dürfen. Ich erklärte, dass wir gerade erst 10 Minuten hier sind und nur Essen wollten und dann noch weiter fahren. Wir werden nicht übernachten. Der Polizist meinte:“ Es kostet 200 € Strafen, denn hier sind die backdunes.“ Allerdings muss nur unsere Reihe zahlen (das waren ca 10 Camper), die 30 weißen Wohnmobile die direkt neben uns auf einer genauso ebenen Fläche aus Sand stehen, müssen nichts bezahlen. Scheinbar ist dort der Bereich mit Schnüren abgegrenzt (wir sind auf dem Weg von der anderen Seite hergekommen und konnten das deshalb nicht erkennen, es standen einfach nur überall Wohnmobile).

Verteilt standen auch noch einige andere Wohnmobile ein paar Meter neben uns, dass zählte wohl auch nicht zu den backdunes. Damit es beim Lesen keine Missverständnisse gibt. „Backdunes“ hatten dort nichts mit sichtbaren Dünen, Sand oder so zu tun. Auf die Frage wie man erkennen kann, wo hier parken erlaubt ist und wo nicht, wurde geantwortet, dass es wohl ein Schild gibt. Leider verdeckte ein weißes Wohnmobil dieses wirklich sehr kleine Schild. Zumindest zeigte er in die Richtung. Wir haben das Schild nicht gefunden, es muss wohl sehr klein sein.

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Strafe wegen Wildcamping wäre günstiger gewesen

Die italienischen Camper hinter uns regten sich sehr auf und waren nicht bereit die Strafe zu akzeptieren. Für uns sah das anders aus, denn wenn es hier nicht erlaubt ist, ist es eben nicht erlaubt.

Ärgerlich für uns, da wir nur 10 Minuten da waren und dafür war es nicht günstig, aber so ist es eben. In 19 Jahren hatten wir nirgends Probleme und achten immer darauf auch keine Probleme zu verursachen, da müssen wir das einfach hinnehmen und versuchen beim nächsten Mal besser zu machen.

Übrigens hätte Wildcamping „nur“ 70€ gekostet.

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Hier durften wir übernachten und waren alleine hier, 1 km links und rechts von uns, standen ca 30 Wohnmobile und da war es zum Teil verboten

Wo dürfen wir übernachten

Wir fragten den Polizisten wo wir übernachten dürfen. Es waren mittlerweile 2 Stunden vergangen bis alle Daten in unseren Reisepässen kontrolliert wurde und wir den Strafzettel erhielten. Der Polizist sagte: „In der Nebensaison ist das hier kein Problem. Übernachtet am besten auf dem Parkplatz.“ Er zeigte auf den Parkplatz an dem wir vorher standen und uns dann unsicher waren, ob wir dort übernachten dürfen. Wir wollten alles richtig machen und sind deshalb zu den vielen Campern fahren. Das nächste Mal bleiben wir uns wieder treu und hören auf unser Bauchgefühl 😉

Die Strafe kann man in Italien bei der Post zahlen oder über eine Website die auf dem Strafticket steht.

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kunstwut

Hello ihr Reisenden, Individualisten, Bulli-Fahrer, Camper...wir sind Jasmin und Michi, seit 2006 zusammen und genau so lange reisen wir schon in unserem Eisbär, einem VW T3. Wenn wir nicht gerade unterwegs sind, rettet Michi Menschen und schraubt am restlichen Bulli-Fuhrpark und Jasmin werkelt, malt und schmiedet neue Reisepläne. Treffen könnt ihr uns bei den Polarlichtern in Lappland, in der Wüste oder unter der Erde Sloweniens, immer genau da wo es Abenteuer gibt. Unser T3 hat mit seinen knapp 500.000 km schon einiges erlebt und über diese Erlebnisse erzählen wir euch auf unserem Blog. Außerdem erhaltet ihr hier viele Reisetipps und Themen rund um den VW T3 kommen natürlich auch nicht zu kurz.

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