12 V Kompressor – Hey zusammen, abseits der Straße unterwegs und steckengeblieben? Missgeschicke passieren gelegentlich und das trifft bei weitem nicht nur die ambitionierten Menschen mit nur einer angetriebenen Achse. Auch mit Allrad kommt man je nach Gelände in diese Situation. Eigentlich ist es verwunderlich, dass man Bergehilfsmittel eher der Allrad Fraktion zuschreibt, denn mit einem 2 WD hat man sich viel schneller mal ins Verderben manövriert. Natürlich nur sofern man abseits befestigter Wege unterwegs ist, versteht sich! Wir sind bekanntermaßen mit unseren zwei VW Bullis mal hier und mal da unterwegs. Aus einem vielleicht manchmal übertriebenem Entdeckergeist oder kann man es schon als Übermut bezeichnen, haben wir uns schon viele Male in die ein oder andere missliche Lage bugsiert. Auf den letzten Reisen mit dem Syncro haben wir uns gerade bei Passagen mit sehr wechselhaftem Untergrund aber kalkuliert eingegraben. Fährt man auf einer Steinpiste und trifft auf ein überschaubares Dünenfeld welches durchquert werden muss so lassen wir im Vorfeld keine Luft ab sondern riskieren lieber uns einzugraben. Das hat den Vorteil, dass ständiges Luft ablassen und wieder füllen ganz schön zeitraubend sein kann. Das Auffüllen mit dem Kompressor auf korrekten Reifendruck ist Pflicht, denn ist er zu niedrig, kann das sehr gefährlich für den Reifen und deine Sicherheit sein. Auf Asphalt überhitzt der Reifen und auf Piste kann es schnell zu Schäden durch spitze Steine an der Reifenflanke kommen.
Offroad – Welcher Kompressor für kleine Camper
Ja, meist hat man es kommen sehen, man hat es geahnt oder es war halt einfach von vorneherein klar, dass es im Debakel endet. Meist war es Sand, manchmal auch Schnee oder feuchte Wiese. Wir haben schon einmal einen Artikel über das Thema Fahrzeugbergung „Recovery“ geschrieben. Hier der Artikel „Im Sand festgefahren – Hilfsmittel zur Bergung“. Jetzt hier in diesem Artikel geht es uns aber primär um die Möglichkeit die Traktion der Räder durch simples Luftablassen zu erhöhen, was in vielen Fällen im Sand schon zur erfolgreichen Rettung führen kann.
Festgefahren – Warum senkt man den Luftdruck der Reifen?
Wer sich im Sand festfährt, sei es am Strand oder in der Wüste sollte als erste Maßnahme den Reifendruck absenken. Wenn du den oben verlinkten Artikel eifrig gelesen hast, weißt du wie die Bergung klappen kann. Für alle die direkt auf diesen Artikel gestoßen sind, möchte ich nur nochmals hinzufügen, dass man es eigentlich immer vermeiden sollte tausendmal auf der Stelle hin und her zu fahren ohne vorher irgendwelche Maßnahmen (Schaufeln / Sandblech / Luftablassen) zu ergreifen. Erstens gräbt man sich in der Regel immer tiefer ein und zweitens schädigt man ggf. seine Kupplung was dann ein richtiges Problem auf Reisen darstellt. Aber zurück zum Kernthema, dem Reifenruck: Durch den niedrigeren Druck erhöht sich die Auflagefläche auf dem Untergrund immens. Man sieht dass der Reifen etwas breiter wird, viel wichtiger und nicht wirklich zu sehen ist aber, dass der Reifen in seiner Länge viel an Auflagefläche gewinnt. Stell dir einfach einen Luftballon vor. Fülle ihn prall mit Luft und male dir gedanklich eine simple Zielscheibe mit umeinanderliegenden Kreisen darauf. Wenn du den Ballon nun nur leicht auf dem Boden aufsetzt, haben nur die inneren kreise Kontakt zum Boden. Je mehr Luft du aus dem Ballon lässt, desto mehr Kreise berühren den Boden. Die Auflagefläche vergrößert sich, die Last wird verteilt und die Traktion erhöht sich. Und genau das willst du mit der Absenkung den Reifenluftdruck erreichen.

Meist werden die Reifen auf 1 bis 2 bar platt gemacht. Teilweise sogar noch darunter. Du musst jedoch immer so viel Luft drin lassen dass der Reifen an den Flanken keinen Schaden nimmt, oder gar die Gefahr besteht dass er von der Felgenschulter gedrückt wird und dann völlig platt wird. Also, Reifendruck senken und mit etwas nachdenken aus der Situation fahren. Funktioniert in vielen Fällen gut. Wie geschrieben, im oben verlinkten Artikel steht noch etwas mehr dazu. Bist du mit mit LKW Bereifung unterwegs, können gänzlich andere Drücke notwendig sein.
Achtung! Was unbedingt beachtet werden muss!
Fahren auf der Straße. Hast du dich aus der misslichen Lage befreit, ist es dringen nötig zumindest vor dem Befahren von festem Untergrund den Luftdruck zu erhöhen. Es würde dem Reifen Schaden und die Fahrsicherheit beeinflussen, wenn du dies nicht machst. Wie bringt man nun die vorgeschriebenen bar an Reifenfülldruck wieder in den Pneu? Tankstelle oder Werkstatt sind meist keine Nachbarn der misslichen Lage. Also musst du selbst einen Kompressor dabei haben um wieder genug Luft in die Reifen zu bekommen.
Kompressor im VW Bus und kleinen Vans mit kleinen bis mittelgroßen Reifen
Wir sind die letzten Jahre meist mit unserem VW T3 California ohne Allrad unterwegs gewesen. Wie einige von euch sicher wissen (die anderen können sich unsere Reisen auf unserem Blog ansehen 😉 ) Sind wir kreuz und quer durch Europa und auch in Marokko mit 2WD gewesen. Wir haben schnell gemerkt, dass viele Reisepläne nicht klappen können ohne einen Kompressor an Bord dabei zu haben.
Kompressor T-MAX 72 LPM oder 160 LPM
Auf Empfehlung eines Freundes, haben wir uns die in der Allradszene sehr gelobten und beliebten 12V Kompressoren von T-Max angesehen die auch preislich echt attraktiv sind. So richtig hatten wir keine Idee wie groß sie wirklich sind und vor allen wo man sie verstauen könnte bei unserem doch recht limitierten Stauraum. Daher hatten wir beide hier.
Hier habt ihr mal ein paar Bilder vom Größenunterschied der beiden verfügbaren T-Max Kompressor Modelle. Der kleine ist der 72er mit 72 Liter Liefermenge pro Minute und der Große mit 160 Liter pro Minute, jeweils gemessen ohne Gegendruck. Der Maximaldruck ist bei beiden Modellen 150 PSI was etwa 10,3 bar entspricht.

Geliefert werden die Kompressoren mit Krokodilklemmen direkt für die Autobatterie, einem ausreichend langen Spiralschlauch und einem Schraubaufsatz auf das Ventil mit Manometer. Mit diesem Aufsatz kann man im Vorfeld auch ohne Kompressor und Spiralschlauch den Luftdruck verringern oder nur messen, der Druck lässt sich am Manometer ablesen.
Welchen Kompressor wir seit 3 Jahren in unserem VW Bus haben
Das Setup für uns mit dem VW T3 war schnell klar. Es kommt für uns nur der kleine 72er in Frage.
Das Packmaß ist geringer und auch deutlich spürbar das Gewicht. Unsere Reifen sind nicht sonderlich groß, so dass der T-Max 72 Kompressor, die vier Reifen in überschaubarer Zeit wieder auf Straßendruck bekommt. Wir kennen Fälle von Kollegen die für ein Wiederauffüllen der Reifen grob 45 Minuten einplanen, das wäre uns dann doch zu lange und in diesem Fall würden wir auch einen größeren Kompressor wählen.
Solltet ihr mehr Platz haben, dann ist der T-Max 160 LPM der richtige für euch
Unterbringung des Kompressors im VW T3 – Variante 1 bei Diesel-Modellen
Nun die Frage wohin mit dem Ding. Wir haben in unserem kleinen Camper einen sehr genialen Platz zum verstauen gefunden, den es leider zugegebenermaßen nur bei den Diesel-Modellen gibt: Die Beifahrersitzkonsole. Wo beim Benziner die Starterbatterie sitzt, ist beim Diesel gähnende Leere, so zumindest bei uns 😉 Die Starterbatterie selbst haben einige im Motorraum, wir haben sie unter der Klappsitzbank hinten. In dieses Fach passt der Kompressor samt Zubehör locker rein. Voraussetzung ist, dass man auf die mitgelieferte metallene Grundplatte verzichtet (spart Gewicht) und dass man den Ansaugschalldämpfer nur bei Benutzung drauf schraubt. Dann passt der kleine Kraftzwerg locker samt allem Zubehör in das Staufach.

Unterbringung T-Max Kompressor im VW T3 – Variante 2 bei Benzin-Modellen
In unserem VW T3 Joker syncro klappt die Unterbringung nicht so einfach und es musste eine andere Lösung her. Der Kompressor kommt in eine Holzbox ( zusammen mit unserer Dusche, Bivvy Loo* und Werkzeug… diese Box wird auch eine Sitzgelegenheit und auch ein Tisch für draußen). So eine Box haben wir vor 3 Jahren schon einmal in klein gebaut und jetzt für unsere Afrika- und Asien Reise musste sie größer werden. Da passt dann perfekt der Kompressor mit rein. Aktuell sind wir noch im Umbau, aber wenn wir fertig sind, gibt es ein Foto.
Reifendruck ablassen – Wie funktioniert es mit dem 12 V T-Max Kompressor
Wenn es so weit ist – Klappe auf, Kompressor aus der Kiste. Schalldämpfer/Luftfilter draufschrauben und die Krokodilklemmen mit der zweiten Batterie, die ja praktischerweise gleich nebenan in der Fahrersitzkonsole schlummert, verbinden. Spiralschlauch dranstecken, Manometer anstecken und Füllventil auf das Reifenventil aufschrauben. Fahrzeugmotor anschmeißen, Kompressor am Schalter anschalten und schon geht’s los.
Langsam aber stetig füllt sich der Reifen. Jetzt hat man etwas Zeit. Die könnte man zum Beispiel mit Gedanken überbrücken welch geiler Typ man doch ist, hier so ganz allein am Strand seine Reifen auffüllen zu können. Oder man schaut halt einfach zu wie es passiert 😉
Ist der Reifen auf Solldruck kommt der nächste dran und so weiter. Die Einschaltdauer ist locker ausreichend für alle 4 Pneus ohne dass der Kompressor eine Verschnaufpause zum abkühlen benötigt, was bei einfacheren Modellen schon mal der Fall sein und dann echt nerven kann.
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Fazit
Wir haben den T-Max 72 Kompressor jetzt schon 3 Jahre dabei und er hat uns schon viele Male den A… gerettet und vor allem aber auch mühseliges ausgraben erspart 😉 Ohne Allrad gibt er uns die nötige Sicherheit abseits der Straße und mit Allrad geht einfach noch viel mehr durch den Kompressor. Ihr wisst ja, dass wir nur empfehlen, wenn uns was richtig gut taugt. Hier ist das absolut der Fall und einen vergleichbaren Kompressor in Bezug auf Preis/Leistung kam mir noch nicht unter. Falls ihr Tipps zu einem anderen habt, gerne kommentieren.
Viel Spaß unterwegs!
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